Fußball-Bezirksliga Zwischen Himmel und Hölle

Die Relegation ist wieder da. Im kommenden Jahr finden demnach drei Entscheidungsspiele zwischen dem 13. der Bezirksliga Lüneburg 3 und den jeweiligen Vizemeistern der Kreisligen statt.
25.06.2019, 16:18
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Von Niklas Johannson

Landkreis Verden. Für die eine Mannschaft ist es die letzte Chance, eine verkorkste Saison doch noch zu retten. Für das andere Team die große Möglichkeit, eine gute Spielzeit mit dem Aufstieg zu krönen. Die Relegation ist nach zweijähriger Abstinenz zurück! So wird die Saison 2019/2020 im Landkreis Verden mit drei spannungsgeladenen Endspielen beendet. Dann kämpft der 13. der Bezirksliga gemeinsam mit den drei Vizemeistern der Kreisligen Rotenburg, Verden und Osterholz um den letztmöglichen Startplatz der Bezirksliga-Saison 2020/2021.

In den vergangenen beiden Spielzeiten wurde gezwungenermaßen auf die Relegation verzichtet, da die Bezirksliga die Sollzahl von 16 Teams überschritt und jeweils mit 17 Mannschaften starten musste. Nun ist sie wieder auf ihre eigentliche Größe geschrumpft. Die Gründe: Der FC Verden 04 hat in der Landesliga den Abstieg verhindert, lediglich die TuSG Ritterhude musste die Landesliga nach untern verlassen. Während zudem der TSV Ottersberg als Meister in die Landesliga zurückkehrt, sind vier Mannschaften (SV Lilienthal-Falkenberg, TuS Bothel, TSG Wörpedorf-Grasberg, ATSV Scharmbeckstotel) in ihre Kreisligen ab- und nur drei Teams in die Bezirksliga (TV Sottrum, TSV Achim, FC Schwanewede) aufgestiegen. Das bedeutet: 16 Teams und die Rückkehr der Relegation.

Der Modus der Aufstiegsspiele ist einfach: zwei Halbfinalspiele (13./14. Juni 2020) und das Endspiel (20./21.Juni). Ausgelost werden die Spiele in der Vorschlussrunde nicht: „Der Bezirksligist spielt gegen den Vizemeister seines Kreises“, erklärt Staffelleiterin Claudia von Kiedrowski. Alle drei Partien finden auf neutralem Platz statt. Wo das Endspiel ausgetragen wird, ist noch offen: „Das entscheiden wir kurzfristig. Wir müssen erst einmal schauen, welche Teams vermutlich die Relegation spielen könnten“, betont von Kiedrowski und ergänzt: „Dann werden wir versuchen, ein Stadion zu finden, das relativ mittig liegt, damit auch genügend Zuschauer zum Finale kommen.“

Für die Vereine ist die Aufstiegsrunde ein echter Glücksfall. So gibt es in der Bezirksliga nicht mehr vier, sondern nur noch drei direkte Absteiger. Und in den Kreisligen erhalten die Vizemeister die Möglichkeit, über den steinigen Umweg der Relegation doch noch eine Liga höher zu kommen. „Das ist eine sehr gute Idee“, freut sich Dogan Yalcin, Trainer des 1. FC Rot-Weiß Achim. Nicht ganz so euphorisch zeigt sich Emrah Tavan, Coach des FSV Langwedel-Völkersen: „Es ist natürlich gut für die Mannschaft, die sich darüber retten kann. Aber ich weiß generell nicht, was ich davon halten soll. Wir wollen damit auf jeden Fall nichts zu tun haben.“

Schmerzlich vermisst wurde die Relegation in den vergangenen beiden Jahren von der Reserve des FC Verden 04, die sich zuletzt in der Kreisliga gleich zweimal mit der Vizemeisterschaft begnügen musste und leer ausging. „Das war natürlich schade, aber nun ist es ein weiterer Anreiz für die Mannschaft, und die Liga wird dadurch spannender werden“, sagt Oliver Rozehnal, Trainer des FCV II. Auch beim Bezirksliga-Aufsteiger TSV Achim ist die Nachricht positiv aufgenommen worden: „Es wäre bestimmt kein Nachteil für uns, wenn wir dort antreten würden. Besonders für die Kreisliga-Teams ist es eine tolle Sache“, betont TSV-Trainer Sven Zavelberg.

Die jüngste Geschichte der Relegation lässt allerdings überhaupt kein gutes Haar an den Verdener Mannschaften – von 2012 bis 2017 hat kein Team die Aufstiegsrunde für sich entscheiden können. Jährlich flossen Tränen der bitteren Enttäuschung. Besonders hart erwischte es den TB Uphusen II in der Saison 2013/2014, als die Arenkampkicker erst im Elfmeterschießen am VfL Visselhövede gescheitert waren. Auch der TSV Thedinghausen (2017), TSV Uesen (2016), SV Vorwärts Hülsen (2015) und Rot-Weiß Achim (2013) verzweifelten an den Entscheidungsspielen. Es wäre im kommenden Jahr also an der Zeit, diesen Fluch zu durchbrechen.

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