Landkreis veröffentlicht Internetseite zu Flüchtlingsfragen / Kulturmittler gesucht Sprachprobleme sind große Herausforderung

Landkreis Verden (bec). Sie kommen aus Kriegsgebieten und suchen Schutz in Deutschland. Viele Flüchtlinge kommen dieser Tage auch in den Landkreis Verden.
10.06.2015, 00:00
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Sprachprobleme sind große Herausforderung
Von Andreas D. Becker

Sie kommen aus Kriegsgebieten und suchen Schutz in Deutschland. Viele Flüchtlinge kommen dieser Tage auch in den Landkreis Verden. Nach Einschätzung der Kreisverwaltung treffen sie in den Städten und Gemeinden auf eine „außergewöhnliche Welle der Hilfsbereitschaft“. Kirchengemeinden und Vereine, Nachbarschaften und Einzelpersonen seien – freiwillig und ehrenamtlich – aktiv und suchten den Kontakt. Willkommens- und Sprachcafés würden gegründet. „Das ist gelebte gesellschaftliche Solidarität“, zeigt sich Landrat Peter Bohlmann (SPD) in einer Pressemitteilung beeindruckt von dem großen bürgerschaftlichen Engagement.

Für die vielen Fragen auf Seiten der Unterstützenden sowie bei Bürgerinnen und Bürgern hat die Kreisverwaltung jetzt eine Internetseite zum Thema „Flüchtlinge im Landkreis Verden“ eingerichtet. Ob Fragen zu Ansprechpartnern in den Städten und Gemeinden, zu Beratungsstellen, Beschäftigungsmöglichkeiten, Familienunterstützung oder Spenden, die Antworten dazu sind unter www.landkreis-verden.de/fluechtlinge zu finden. „Wir haben die am häufigsten gestellten Fragen zusammengestellt. Die Liste wird ständig aktualisiert“, erklärt Ralf Vogt von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe beim Landkreis.

Eine weitere große Herausforderung bildeten die Verständigungsprobleme, so Vogt. Ob Einschulung, Arztbesuch oder Behördengang, Sprachschwierigkeiten erhöhten den Arbeitsaufwand enorm und zögen Verfahren in die Länge. Zwar könnten Kinder, Verwandte oder Freunde erste Verständigungslücken im Alltag überbrücken, für eine reibungslose Kommunikation seien sie aber mit dieser anspruchsvollen und verantwortungsvollen Aufgabe überfordert. Aus diesem Grund erarbeitet die Kreisvolkshochschule aktuell ein Konzept, um Sprach- und Kulturmittler zu qualifizieren, die nach verlässlichen Qualitätsstandards zwischen Herkunftssprachen und deutscher Sprache übersetzen können. „Die bei uns lebenden Menschen aus anderen Ländern und Kulturen müssen zunächst unsere Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsysteme verstehen, um die Integrationshilfen zielgerichtet einsetzen zu können“, betont Bohlmann. Natürlich bleibe es das vorrangige Ziel, dass diese Menschen die deutsche Sprache lernten.

Interessierte, die sich ehrenamtlich als Sprachmittler engagieren wollen, gute Deutschkenntnisse haben und zugleich ein oder mehrere Fremdsprachen verhandlungssicher sprechen, können sich direkt bei der Kreisvolkshochschule melden: Sabine Wahba, Telefon 0 42 31 / 1 51 44, oder Tomma Ahlers, Telefon 0 42 31 / 1 51 21.

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