Nachhaltiger Kreislauf Achimer Repair-Café kooperiert mit Wertstoffhöfen im Landkreis

Auf Wertstoffhöfen lässt sich der ein oder andere Schatz finden - zumindest für die Reparateure vom Repair-Café Achim. Die kooperieren jetzt mit den Abfallhöfen im Landkreis und dem Gebrauchtmöbellager.
10.05.2022, 17:08
Lesedauer: 2 Min
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Achimer Repair-Café kooperiert mit Wertstoffhöfen im Landkreis
Von Elina Hoepken

Alltagsgegenstände vor dem Müll bewahren. Das ist bereits seit mittlerweile knapp viereinhalb Jahren der Auftrag des Achimer Repair-Cafés. Doch das war dem Team offenbar noch nicht genug. Sie wollen jetzt noch einen Schritt weiter gehen und Gegenständen, die bereits auf dem Müll gelandet sind, wieder neues Leben einhauchen. Möglich ist das durch eine Kooperation, die das Repair-Café mit den Wertstoffhöfen und dem Gebrauchtmöbellager von "Arbeit im Landkreis Verden" (ALV) eingegangen ist.

"Alles fing damit an, dass ich im Internet davon gelesen habe, dass bei einem Repair-Café in Jena die Mitarbeiter auf den Abfallhof gehen durften, um sich dort Ersatzteile für ihre Reparaturen zu besorgen", berichtet Martin Staden, einer der ehrenamtlichen Reparateure im Repair-Café. "Da Abfallhöfe eine wahre Schatzgrube für uns Reparateure sind, haben wir versucht, eine solche Kooperation auch hier bei uns hinzukriegen." Das Okay vom Landkreis gab es relativ schnell, und so können die Ehrenamtlichen seit Ende vergangenen Jahres auf den Abfallhöfen in Achim, Oyten und Beppen auf Schatzsuche gehen.

Vieles noch intakt

Und was sie bisher dort fanden, hat sie mehr als überrascht und durchaus Schatz-Potenzial. "Es stellte sich heraus, dass die meisten Geräte, die auf den Abfallhöfen gelandet waren, eigentlich noch gut funktionierten", berichtet Staden. Ein Großteil von ihnen habe man lediglich reinigen müssen, andere Teile hätten kleinere, leicht zu behebende Schäden wie einen kaputten Antriebsriemen gehabt. Also haben sich die Reparateure kurzerhand entschlossen, die weggeworfenen Geräte zu reparieren und sie dann dem Gebrauchtmöbellager der ALV zur Verfügung zu stellen.

Am Dienstagnachmittag wurde nun die erste Ladung reparierter Geräte übergeben. Und die kann sich durchaus sehen lassen. Insgesamt rund 30 Geräte sind inzwischen zusammengekommen – darunter ein Notebook, ein Keyboard, ein Computermonitor, mehrere Radios und CD-Player, eine Bohrmaschine, ein I-Pad und auch ein Kaffeevollautomat. "Wir sind stolz, dass wir die Geräte nun übergeben können und hoffen, dass wir noch viele Nachahmer finden werden", sagt Staden. Denn die Reparatur der Geräte vom Abfallhof laufe beim Team natürlich nur neben dem normalen Geschäft. "Deshalb kommt keine große Menge zusammen, aber unser Engagement soll auch Ansporn für andere Repair-Cafés sein."

Innovative Idee

Dass dieses Engagement durchaus wertgeschätzt wird, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass Landrat Peter Bohlmann und Petra Schütte, Vorstand der ALV, beide persönlich ins Repair-Café gekommen sind, um die reparierten Geräte entgegenzunehmen. "Es ist eine tolle und innovative Idee und es ist schön, dass diese Kooperation zustande gekommen ist", sagt Bohlmann. "Ich freue mich sehr über den Kreislauf, der hier entstanden ist." Und auch Schütte war sichtlich erfreut. "Wir sind ja eigentlich hauptsächlich bekannt dafür, Möbel aufzubereiten", sagt sie. "Die Geräte des Repair-Cafés ergänzen nun aber optimal unser Angebot."

Staden selbst hofft, dass die Aktion des Achimer Repair-Cafés auch noch einmal zu einem Umdenken bei den Menschen beiträgt und sie davon abhält, vermeintlich alte Geräte gedankenlos wegzuwerfen. "Alte Geräte sind immer noch die besten und in 85 Prozent der Fälle kriegen wir sie auch wieder auf Vordermann gebracht", weiß er aus seiner bisherigen Repair-Café-Erfahrung. Immerhin kommt das Achimer Reparatur-Team seit der Gründung des Repair-Cafés auf mittlerweile über 2300 durchgeführte Reparaturen. Und wenn es nach Staden geht, kommen in nächster Zeit noch viele weitere gerettete Geräte hinzu – ob aus privaten Haushalten oder auch von den Abfallhöfen.

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