Anmeldungen für Gymnasien Alle wollen nach Achim

Fünf Gymnasien betreibt der Landkreis Verden. Doch die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr bereiten Sorgen, denn die Gymnasien in Achim sind überdurchschnittlich beliebt. Doch der Platz dort ist begrenzt.
03.08.2022, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Alle wollen nach Achim
Von Elina Hoepken

Seit einigen Wochen hat der Landkreis Verden Gewissheit darüber, wie viele Schüler sich für das kommende Schuljahr an welchen weiterführenden Schulen angemeldet haben. Und die Zahlen können zunächst einmal mit ein wenig Erleichterung betrachtet werden. Allerdings wirklich nur mit ein wenig. Im Frühjahr, nach der ersten Abfrage der Elternwünsche, musste man im Kreishaus nämlich noch befürchten, dass es am Achimer Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium aufgrund zu hoher Anmeldezahlen zu einer Auslosung der Schulplätze kommen muss. Das Problem: 140 Schüler hatten das Achimer Gymnasium am Markt als Wunschschule angegeben. Das ist jedoch aufgrund seiner räumlichen Gegebenheiten nur auf eine Dreizügigkeit ausgelegt. 50 Schüler hätten daher nicht aufgenommen werden können. Ein Großteil von ihnen sollte ans Cato-Gymnasium verwiesen werden. Doch das machte das Problem nicht kleiner. Denn einige Eltern waren zu diesem Zeitpunkt noch unentschlossen und der Landkreis musste damit rechnen, dass sich auch ein Teil von ihnen für das Cato-Gymnasium entscheidet.

Und so kam es auch. Nach Abschluss der Anmeldephase haben nun insgesamt 264 frühere Viertklässler das Cato-Gymnasium gewählt. Das bedeutet für die Schule eine Neunzügigkeit. Eine solche dürfe nach Angaben von Landrat Peter Bohlmann rein rechtlich allerdings nur vorübergehend bestehen. "In diesem Jahr ist der Landkreis als Schulträger also noch einmal haarscharf an einem Losverfahren am Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium vorbeigeschrammt." Möglich sei das allerdings auch nur, weil sich die Schulleitung und der Schulträger darauf verständigt hätten, dem Cato drei Klassenräume der KVHS zur Verfügung zu stellen, die dafür als Ersatz für die Sprach- und Integrationskurse Anmietungen in der Stadt Achim oder der Gemeinde Oyten vornehmen wird.

Alternativen attraktiver machen

Diese Lösung dürfe laut Bohlmann allerdings nicht über das Problem hinwegtäuschen, das auch in Zukunft vermutlich weiterhin bestehen wird: Die Gymnasien in Achim werden aktuell deutlich häufiger angewählt als die in Verden. Auffällig sei, dass die Schüler aus Thedinghausen ausschließlich in der Stadt Achim beschult werden wollen. Das sei in der Vergangenheit nicht so gewesen. Um dem entgegen zu wirken, sei es denkbar, dass die Vorstellung der Gymnasien in der Samtgemeinde zukünftig durch Vertreter der Verdener Gymnasien erfolge. Erstaunlich seien die hohen Anmeldewünsche an den Achimer Gymnasien laut Bohlmann auch, weil es ja etwa in der Stadt Achim und der Gemeinde Oyten gymnasiale Angebote in den Sek-I-Schulen gebe.

Dort bleiben die Anmeldezahlen nach Angaben des Landkreises aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Übergangsquote zu den Achimer Gymnasien sei auch so überdurchschnittlich hoch, weil die Anmeldungen in den Sek-I-Schulen in Achim und Oyten so unterdurchschnittlich seien. So verzeichnete die IGS Achim für das kommende Schuljahr 100 Anmeldungen und die IGS Oyten gar nur 71. Entscheidende Aufgabe sei es laut Bohlmann daher auch, die Attraktivität der Sek-I-Angebote zu erhöhen. Mittelfristig dürfe eine Sechszügigkeit eines Gymnasiums nämlich nicht überschritten werden.

Mobile Klassen nach Achim

Da der Landkreis aber damit rechnet, dass sich ab 2022 die Entwicklung hin zu über sechs Klassen pro Jahrgang am Cato-Gymnasium verfestigt, wurden seitens der Kreisverwaltung mittelfristige räumliche Lösungen vorbereitet. Diese sehen vor, dass die käuflich erworbenen mobilen Klassen am Domgymnasium zu Beginn des Schuljahres 2023/2024 in die Stadt Achim verlagert werden. "Zudem gibt es Vorüberlegungen, an den zu errichtenden Sporthallenneubau in Achim Unterrichtsräume für das Cato und die Erich Kästner-Schule zu bauen", teilt der Landkreis mit.

Viele Alternativen zu diesen Plänen gibt es allerdings auch nicht. "Alle anderen Neubauüberlegungen würden auf eine räumlich höchstproblematische Erhöhung der Zügigkeit des Gamma oder ein viertes Gymnasium im nordwestlichen Teil des Landkreises hinauslaufen." Beides sei aus Sicht der Kreisverwaltung nicht darstellbar und könne auch nicht kurzfristig zur Entspannung der Lage beitragen. Für den Landkreis bestehe auch deshalb keine Notwendigkeit für umfassende Erweiterungsinvestitionen, weil in der Stadt Verden noch Aufnahmemöglichkeiten an den beiden Gymnasien bestehen. Hier haben sich für das kommende Schuljahr sowohl am Domgymnasium als auch am Gymnasium am Wall jeweils nur 136 Schüler angemeldet, was einer Fünfzügigkeit entspricht. Insgesamt seien im Landkreis Verden also genügend gymnasiale Plätze vorhanden.

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