Energieeinsparung Stadt Achim schaltet nachts die Straßenbeleuchtung ab

Um Energie einzusparen, wird in Achim voraussichtlich ab Mitte Oktober die Straßenbeleuchtung nachts abgeschaltet. Die entsprechenden Vorbereitungen dazu laufen bereits.
30.09.2022, 15:22
Lesedauer: 3 Min
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Stadt Achim schaltet nachts die Straßenbeleuchtung ab
Von Elina Hoepken

Reduzierte Wassertemperatur im Hallenbad, fehlende Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden und reduzierte Temperatur in deren Innenräumen: All das sind Maßnahmen, die die Stadt Achim bereits seit einiger Zeit umgesetzt hat, um möglichst viel Energie einzusparen. Nun kommt noch ein weiterer, für alle weithin sichtbarer Punkt hinzu. Die Verwaltung hat sich nämlich gemeinsam mit den Ratsfraktionen dazu entschlossen, die Straßenbeleuchtung in der Stadt nachts abzustellen. Das solle so kurzfristig wie – technisch – möglich passieren, heißt es von der Stadt. Damit folge Achim dem Beispiel anderer Städte, die diesen Schritt bereits vollzogen haben.

Und die Stadt erhofft sich von eben diesem Schritt einiges. Sie kalkuliert nach eigenen Angaben in diesem Bereich mit Einsparungen von etwa 46 Prozent. Auf ein ganzes Jahr gerechnet verringerten sich die Betriebsstunden um über 2000 Stunden, die Energieersparnis belaufe sich auf rund 317.000 Kilowattstunden und damit auf 66 Tonnen CO2.

Fußgängerüberwege bleiben beleuchtet

Die Pläne der Stadt sehen vor, nahezu sämtliche Straßenleuchten in ganz Achim sonntags bis freitags in der Zeit von 23 Uhr bis 5 Uhr morgens auszuschalten. In den Nächten von Freitag auf Sonnabend und von Sonnabend auf Sonntag erfolgt die Abschaltung dann ab 1 Uhr nachts bis 5 Uhr morgens. Beleuchtet bleiben im öffentlichen Raum aber weiterhin wie vorher alle Fußgängerüberwege und auch der Tunnel am Bahnhof. Das Lichtmanagement an den Bahnhöfen selbst obliegt der Deutschen Bahn. Für dieses und andere Unternehmen gilt bundesweit nach wie vor die Einsparverordnung, nach der sicherheitsrelevante Beleuchtung auf privaten Grundstücken nicht ausgeschaltet werden muss. Wie es um die Beleuchtung an den Kreisverkehren, etwa am Gieschen-Kreisel steht, werde laut Stadt noch getestet. 

„Uns, der Politik und der Verwaltung, ist auch klar, dass die Entscheidung zur Abschaltung kontrovers gesehen werden kann", sagt Bürgermeister Rainer Ditzfeld. "Aber sie ist in bester Absicht getroffen und leistet in dieser Form einen größtmöglichen Beitrag."

Die Vorbereitungen laufen

Die Koordinierungsgespräche für die Abschaltung der Straßenbeleuchtung, die unter anderem mit den Stadtwerken Achim, in deren Eigentum sich die Straßenbeleuchtung der Stadt seit 2012 befindet, geführt werden müssen, sind bereits erfolgt. In Kürze würden nun die für alle sichtbaren Vorbereitungen beginnen. Aus haftungsrechtlichen Gründen müssen die Straßenlampenmasten nämlich vorher mit reflektierenden Banderolen beklebt werden, damit die Bürger erkennen können, dass eine Nachtabschaltung erfolgt und sie ihr Verhalten darauf ausrichten können.

"Wer sein Auto vor einer so markierten Laterne parkt – selbst wenn sie noch leuchtet – und es auch nach dem Zeitpunkt der Abschaltung dort stehen lassen will, ist nach der Straßenverkehrsordnung gesetzlich dazu verpflichtet, das Parklicht einzuschalten", informiert die Verwaltung. Diese Verpflichtung greife auch innerhalb geschlossener Ortschaften.

Abschaltung ab Mitte Oktober

Das Bekleben der Laternenmasten wird laut Verwaltung etwa 25.000 Euro kosten. Da die reflektierenden Banderolen allerdings nur bei trockener Witterung an die Laternenmasten geklebt werden können und ob der Vielzahl der Straßenlaternen in der Stadt, wird die Montage noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Abschaltung der Straßenlaternen erfolgt erst, wenn alle Straßenlaternen beklebt sind. Die Stadt geht aktuell davon aus, dass das Mitte oder Ende Oktober der Fall sein wird.

Ab diesem Zeitpunkt gilt nach Angaben von Rainer Ditzfeld dann besondere Vorsicht. "Wenn es nachts auf Geh- und Radwegen in Achim nach der Abschaltung dunkel bleibt, ist es umso wichtiger, dass die Bürger ihre Mülltonnen erst morgens herausstellen – und zwar auf den Gehweg", rät er. Denn auf Radfahrwegen seien die dunklen Tonnen für Radfahrer kaum bis gar nicht rechtzeitig zu erkennen, bis die Lampen um 5 Uhr morgens wieder eingeschaltet werden.

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