Modellprojekt in Uesen Ganztag und Hortangebot werden verknüpft

An der Grundschule in Uesen soll ab Februar kommenden Jahres ein Modellprojekt starten, bei dem Hort und Ganztagsangebote verzahnt werden. Es könnte Vorbild für alle Grundschulen der Stadt werden.
15.09.2022, 16:00
Lesedauer: 3 Min
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Ganztag und Hortangebot werden verknüpft
Von Elina Hoepken

Bleibt er bestehen? Wird er ersetzt? All diese Fragen rankten sich in den vergangenen Jahren um den Hort in Uesen. Groß war damals die Sorge vieler Eltern, dass mit der Einrichtung des Ganztagsschulangebotes in Uesen auch das Ende des Hortes eingeläutet werden würde. Zum Schuljahr 2021/2022 startete die Schule dann mit einem offenen Ganztagsmodell. Das Hortangebot allerdings blieb weiter bestehen. Und bleibt es noch. Zumindest vorerst. Eine Arbeitsgruppe, der unter anderem Vertreter aus der Achimer Verwaltung und Schulleitungen angehören, arbeitet seit einiger Zeit nämlich an einem Modell, wie Ganztags- und Hortangebot bestmöglich verzahnt werden können.

Herausgekommen ist dabei nun das Modell des kooperativen Hortes. Als Pilotprojekt soll das nach aktuellen Planungen zum kommenden Halbjahr an der Grundschule Uesen starten. "Wir haben uns hier für die Grundschule Uesen entschieden, weil diese bereits ein Ganztagsangebot im offenen Modell anbietet und der angrenzende Hort der einzige ist, der sich in städtischer Trägerschaft befindet", erklärte Jessica Gödeke vom zuständigen Fachbereich im Rahmen der jüngsten Schulausschusssitzung. Aktuell ist die Situation an der Schule so, dass Eltern zusätzlich zum Ganztagsangebot die Möglichkeit haben, einen Hortplatz zu beantragen, um die Betreuung ihrer Kinder in der Schulzeit bis 17 Uhr sowie eine Betreuung in den Ferien sicherzustellen. Für das Hortangebot stehen 40 Plätze zur Verfügung.

Auch personelle Verzahnung

Das Modellprojekt soll laut Gödeke nun eine Möglichkeit darstellen, Hort- und Ganztagsangebot besser zu verzahnen – inhaltlich, räumlich, aber eben auch personell. "Es bietet uns die Möglichkeit, dass unser langjähriges städtisches Personal auch nach Einführung des Rechtsanspruchs und dem eventuellen Wegfall des Hortes in dem Bereich eingesetzt werden könnte." Durch den Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/2027, haben Grundschulkinder bekanntlich den Anspruch auf eine Betreuungszeit von acht Stunden an fünf Tagen in der Woche. Ausgenommen sind vier Wochen Ferien.

Derzeit werden den Kindern über den offenen Ganztag in Uesen montags bis mittwochs Angebote zwischen 12.45 Uhr und 15.30 Uhr zur Verfügung gestellt. Die Hortbetreuung findet täglich von 12 bis 17 Uhr statt. Momentan sind die Angebote des schulischen offenen Ganztages also noch getrennt von denen des Hortes. 

Zusammen statt getrennt

Beim Modell des kooperativen Hortes wäre das anders. "Der Plan sieht vor, dass die Hort-Mitarbeiter an drei Tagen für 1,5 sogenannte ,Überlappungsstunden' – also von 15.30 bis 17 Uhr – im schulischen Kontext mitarbeiten", berichtete Gödeke. In dieser Zeit gebe es Angebote, die die Kinder dann frei wählen können. "Die Hort- und Ganztagskinder sind dann nicht mehr getrennt", sagte Gödeke.

Da das Ganztagsangebot für die Eltern kostenlos, die Hortbetreuung aber gebührenpflichtig ist, arbeitet die Verwaltung aktuell noch ein entsprechendes Konzept aus. Fest stehe aber bereits, dass für die Überlappungszeit, in der die Hort-Kinder nicht mehr „exklusiv“ betreut werden, sondern
eine Zusammenlegung mit den Kindern im Ganztagsbereich erfolgt, der Elternbeitrag reduziert
werden soll.

Hort um ein Jahr verlängert

Um das Modellprojekt des kooperativen Hortes Uesen umzusetzen, plant die Verwaltung eine
Verlängerung des Hortes um ein weiteres Jahr und damit bis zum 31. Juli 2024. Ein weiterer Grund
sei, dass der Bedarf der Eltern nach einer entsprechenden Betreuungszeit – also nachmittags sowie in
den Ferien – noch nicht über die Schule abgedeckt werden könne.

Zunächst einmal soll das Modellprojekt ausschließlich an der Grundschule in Uesen starten. Die Kooperation von Hort und Ganztag soll dann in der Arbeitsgruppe evaluiert werden. Bei einem erfolgreichen Verlauf könnte das Konzept anschließend auch eine Option für alle Grundschulen der Stadt Achim sein.

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