Vier Standorte Ortsteilbüchereien in Achim als Ergänzung zur Stadtbibliothek

Zwei Jahre mussten die Ortsteilbüchereien in Achim wegen Corona geschlossen bleiben. Jetzt wird nach einem Weg gesucht, sie wieder zu öffnen. Denn sie erfüllen für die Stadtbibliothek eine wichtige Aufgabe.
26.04.2022, 15:35
Lesedauer: 3 Min
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Ortsteilbüchereien in Achim als Ergänzung zur Stadtbibliothek
Von Elina Hoepken

Zwei gehen, zwei Neue kommen direkt nach. Diesen Luxus gibt es bei der Besetzung von Ehrenämtern nicht häufig. Doch die Stadtbibliothek Achim hat genau diesen Glücksfall erst kürzlich erlebt – und zwar bei ihrer Ortsteilbücherei in Uesen. Ulrike Aucamp und Lilian Krohe haben die Leitung der Einrichtung nämlich zum Ende des vergangenen Jahres abgegeben –und haben ihre Nachfolgerinnen in dem Zuge gleich mitpräsentiert. Ab sofort sind Sandra Elmers und Melanie Haverland dafür verantwortlich, Kinder im Ortsteil mit Büchern zu versorgen.

"Das war für uns natürlich ein echter Glücksfall, dass wir gar nicht selbst aktiv werden mussten, um Nachfolger zu finden", sagt Iris Arndt von der Stadtbibliothek und erinnert sich an Phasen, in denen die Suche durchaus auch schon einmal etwas länger gedauert hat. Immerhin gibt es die Ortsteilbüchereien in Achim mittlerweile schon seit über 30 Jahren – vier an der Zahl sind es insgesamt: in Baden, Bierden, Uesen und Uphusen. Zu Beginn wurden die Büchereien noch von Lehrern betreut. "Sie gehörten dann eigentlich mehr zu den Schulen als zur Stadtbibliothek", erinnert sich Arndt. Irgendwann habe sich das dann geändert und die Arbeit hätten Ehrenamtliche übernommen.

Standort an den Schulen

"Die Ortsteilbüchereien sind sozusagen unsere Außenstellen", erklärt Valentine Schirmer, Leiterin der Achimer Stadtbibliothek. Und als solche übernähmen sie eine durchaus wichtige Funktion. "Wir wollen so versuchen, insbesondere Grundschülern mit einem kurzen Weg die Nutzung von Büchern zu ermöglichen", erklärt Arndt. Denn für einige sei der Weg in die Innenstadt und damit in die dortige Stadtbibliothek nicht ohne Weiteres umsetzbar. In Baden, Uesen und Uphusen sind die Ortsteilbüchereien daher direkt in einem Raum in den Grundschulen beheimatet, in Bierden befindet sie sich im Gebäude der Awo.

"Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für die Kinder besonders schön ist, dass sie die Bücherei ohne ihre Eltern nutzen können – zum Beispiel wenn sie während der Schulpausen vorbeikommen – und dann ganz alleine stöbern und sich ein Buch aussuchen können", sagt Elmers. Das sei auch ein Stück mehr Verantwortung für die Kinder, die diese sehr zu schätzen wüssten.

Welche Bücher die Kinder vor Ort in ihren Büchereien vorfinden, ist von Standort zu Standort unterschiedlich. Denn das Angebot können die Leitungen ganz individuell gestalten. Um neue Bücher anzuschaffen, haben sie im Jahr jeweils rund 800 Euro zur Verfügung, die vom Budget der Stadtbibliothek abgezwackt werden. "Die Leitungen können dann eigenverantwortlich die Bücher einkaufen", erklärt Arndt. "Immerhin sind die Kolleginnen ganz nah dran an den Kindern und kriegen mit, was bei ihnen vor Ort gut ankommt. Da würde es wenig Sinn ergaben, wenn wir das für sie entscheiden."

Hoffnung auf Öffnung

In den vergangenen zwei Jahren ist es wegen der Corona-Pandemie allerdings recht still geworden um all die Bücher. Denn die Ortsteilbüchereien hatten alle geschlossen. "Auf Zuruf waren wir für Lehrer da, denen wir dann Bücherkisten zusammengestellt haben", berichtet Anke Rummel, die gemeinsam mit Elke Meinken die Ortsteilbücherei in Uphusen betreut. "Aber wir waren eben nicht regelmäßig vor Ort." Das soll sich bald aber bestenfalls wieder ändern. "Wir überlegen aktuell, wie wir eine Öffnung der Ortsteilbüchereien wieder möglich machen können", kündigt Schirmer an. "Wir wollen unbedingt bald wieder öffnen, aber müssen auch schauen, wie wir es vor Ort umsetzen können." Immerhin seien in der Zeit vor Corona teilweise bis zu 30 Kinder gleichzeitig in den kleinen Räumen der Ortsteilbüchereien gewesen. Wie man das zukünftig coronakonform organisieren kann, müsse nun geklärt werden. "Es hängt natürlich auch von der jeweiligen Schule und den Ehrenamtlichen ab", weiß Schirmer. "Grundsätzlich wäre es aber ein schönes Signal, wenn wir wieder öffnen könnten."

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