Energieengpass Stadtwerke Achim reagieren auf Alarmstufe

Zwar sehen die Stadtwerke Achim die Gasversorgung in Achim, Oyten und Ottersberg derzeit nicht gefährdet. Dennoch rufen sie die Verbraucher zum Sparen auf. Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde hilft.
28.06.2022, 16:59
Lesedauer: 3 Min
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Von Felix Gutschmidt

Die Stadtwerke Achim sehen die Versorgungssicherheit mit Gas im eigenen Gebiet zum aktuellen Zeitpunkt weiter gewährleistet und sich selbst gut für kommende Schritte gerüstet. Das teilt das Unternehmen als Reaktion auf das Ausrufen der Alarmstufe als zweite Knappheitsstufe im Notfallplan Gas durch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am vergangenen Donnerstag mit. 

"Mit der ausgerufenen Alarmstufe wird die Marktbeobachtung intensiviert und koordiniert", erklärt Sven Feht, Vorstandssprecher der Stadtwerke Achim. "Gleichzeitig können jetzt Maßnahmen eingeleitet werden, um die Einspeicherziele der Gasspeicher für den kommenden Winter zu sichern." Aktuell sei die Versorgungssicherheit in Achim, Oyten, Ottersberg und Langwedel – also dem Versorgungsgebiet der Stadtwerke Achim – gewährleistet. Ob es zukünftig tatsächlich zu einer Mangellage komme, lasse sich derzeit nicht prognostizieren, sagt Feht. Haushaltskunden und Einrichtungen wie Krankenhäuser seien aber in jedem Fall durch gesetzliche Regelungen besonders geschützt.

Unternehmenseigener Gas-Notfallplan

Die Stadtwerke Achim sehen sich für die Bewältigung der aktuellen Situation wie auch für noch nicht absehbaren Entwicklungen gerüstet. "Wir greifen auf einen unternehmenseigenen Gas-Notfallplan zurück, der verschiedene Szenarien und damit einhergehende Maßnahmen genau beschreibt", sagt Feht. Zu den Optionen, auf die die Stadtwerke vorbereitet sind, gehört demnach auch eine übergeordnete Gasmangellage. Basis dafür sind nach Angaben es Vorstandssprechers klare gesetzliche Regelungen, die für die Knappheitsstufen 1 und 2 – also die sogenannte Frühwarn- und Alarmstufe – im Energiewirtschaftsgesetz und für die dritte sogenannte Notfallstufe im Energiesicherungsgesetz sowie der Gassicherungsverordnung festgelegt sind.

Die Achimer Stadtwerke weisen darauf hin, dass aktuell jeder Haushalt mit einer Reduzierung des Gasverbrauchs zur Entschärfung der Lage beitragen kann. Jede Kilowattstunde Gas, die jetzt eingespart werde, trage dazu bei, dass mehr Gas für die kalte Jahreszeit eingespeichert werde. Beispielsweise könne die Raumtemperatur gesenkt werden oder die Dauer und Temperatur des Duschens.

Energiespartipps für Haushalte

Weitere Tipps zum Energiesparen haben die Stadtwerke auf ihrer Internetseite zusammengetragen. Das Unternehmen rät dazu, die automatische Temperaturabsenkung der Heizungsanlage zu nutzen, auf richtiges Lüften achten – mehrfach täglich fünf bis zehn Minuten Stoßlüften statt dauerhaft das Fenster auf Kipp zu stellen, undichte Fenster und Türen mit selbstklebenden Dichtungsbändern aus Schaumstoff oder Gummi abzudichten, die Heizungsanlage regelmäßig warten zu lassen und Heizkörper zu entlüften, wenn sie ungleich warm werden oder gluckernde Geräusche von sich geben.

Mit Beginn des Ukraine-Kriegs waren die Preise für Gas deutlich angestiegen. Nach der Ankündigung Russlands, die Liefermengen nach Deutschland zu reduzieren, droht ein Versorgungsengpass. Die Stadtwerke Achim hatten Mitte Mai die monatlichen Abschlagszahlungen für etwa 16.000 Erdgas- und Fernwärmekunden erhöht. Grund waren die gestiegenen Einkaufspreise an der Gasbörse. Je nach Tarif müssen Kunden seither bis zu 32 Prozent mehr bezahlen als in den ersten Monaten des Jahres. "Auf diese Weise wollen wir verhindern, dass die Haushalte erst bei der nächsten Jahresverbrauchsabrechnung das wahre Ausmaß der Preissteigerungen erfassen und mit den dann fälligen Nachzahlungen überfordert sind", sagte Feht.

Eine Erhöhung der Abschlagsanpassung in dieser Größenordnung habe es zwar auch in der Vergangenheit schon gegeben, sagte Sven Feht. Allerdings nicht im laufenden Jahr. Weitere Anpassungen schloss er im Mai nicht aus. "Da die weitere Entwicklung der Energiepreise nicht prognostizierbar ist, können wir auch keine weiteren Anpassungen für den weiteren Jahresverlauf ausschließen."

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