Planung im Verdener Zentrum Stadt sucht Grundstück für neue Kita

Die Stadt Verden geht von einer anhaltend großen Nachfrage nach Kindergartenplätzen aus. Und sucht deshalb nach einem Grundstück in Citynähe, um dort nach Bedarf eine neue Tagesstätte bauen zu können.
18.08.2016, 00:00
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Stadt sucht Grundstück für neue Kita
Von Andreas Becker

Die Stadt Verden geht von einer anhaltend großen Nachfrage nach Kindergartenplätzen aus. Und sucht deshalb nach einem Grundstück in Citynähe, um dort nach Bedarf eine neue Tagesstätte bauen zu können.

Er und Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Bohling gehen davon aus, dass dieser Trend auch in Zukunft anhalten wird. Davon hat Bohling in der vergangenen Woche auch den Verwaltungsausschuss unterrichtet. Postwendend gab es einen Arbeitsauftrag ans Rathaus, im Bereich der Innenstadt ein geeignetes Grundstück zu suchen, um dort nach Bedarf eine neue Kita bauen zu können.

City ist unterversorgt

„Das ist eine Suche, die wir mittelfristig angehen werden“, sagt Brockmann. Es könne zwei, drei oder vier Jahre dauern, bis eine geeignete Flächen gefunden sei. Tatsache sei aber, dass der Bereich der Innenstadt mit Kitas unterversorgt sei. Im Gegenzug strebten zunehmend Familien mit kleinen Kindern einen zentrumsnahen Wohnsitz an. Wer im Zentrum wohne und seine Kinder in die Kita schicke, müsse deshalb „relativ weite Wege“ in Kauf nehmen. So lautet das Fazit Bohlings nach der Analyse der vorhandenen Kita-Standorte.

Laut Brockmann hat die Stadt in dem Gebiet zwischen Nordertor, Bürgerpark und Brunnenweg zurzeit keine eigenen Flächen zur Verfügung. „Wir müssen auf die Suche gehen und wenn wir fündig geworden sind die Eigentümer ansprechen und gegebenenfalls das Grundstück erwerben, sofern die Voraussetzungen stimmen“, erklärt der Bürgermeister. Neben einer Größe von 2000 bis 2500 Quadratmetern müsse die Fläche noch andere Bedingungen erfüllen, um für eine Kita geeignet zu sein. So solle das Grundstück nicht direkt an der Bremer Straße liegen, aber trotzdem gut erreichbar sein. „Wir stehen aber ganz am Anfang unserer Überlegungen und müssen uns zunächst einen Überblick verschaffen“, betont Brockmann. Wichtig sei, überhaupt ein Grundstück zu finden und für die Stadt zu sichern. Es müsse ja nicht sofort bebaut werden. „Das würden wir natürlich erst tun, wenn die heutige Prognose tatsächlich eintritt“, sagt Brockmann.

Eltern bevorzugen kurze Wege

Nach der Analyse Bohlings ist bei den aktuellen Kinderzahlen zu erwarten, dass die Zahlen auch in Zukunft auf dem Stand bleiben oder sich leicht erhöhen. Dazu hat er die Geburtenzahlen in den vergangenen fünf Jahren ausgewertet und einen Mittelwert gebildet. Dabei kommt er auf einen Wert je nach Lage auf 25 bis 60 Neugeborene pro Jahr. Gerade im Innenstadtbereich, wo keine Kita vorhanden ist, liegt der Wert mit 60 Kindern besonders hoch. „Das ist ein Problem, weil die Eltern gerade bei der Kinderbetreuung kurze Wege bevorzugen“, hat Bohling erkannt. Zurzeit betreibt die Stadt sieben eigene Einrichtungen zur Kinderbetreuung, dazu kommen fünf Kitas freier Träger. Insgesamt gibt es damit in Verden 31 Gruppen im Kindergartenbereich, also für Mädchen und Jungen von 3 bis 6 Jahren. Für Kinder bis 3 Jahren gibt es etwa 18 Krippengruppen.

Nicht nur die städtischen Kitas, auch die freien Träger hätten ihre Einrichtungen in den vergangenen Jahren erweitert und damit zusätzliche Gruppen geschaffen. Damit hätten sich laut Bohling die Möglichkeiten erschöpft. Nicht nur bei den Gebäuden lasse sich nichts mehr erweitern, dies wäre auch für die Kinder aus pädagogischen Gründen nicht sinnvoll. „Zumal der Gesetzgeber eine Höchstgrenze von fünf Gruppen pro Einrichtung vorgibt“, sagt Bohling. Da sei es besser, einen neuen Standort zu finden als weiter aufzustocken.

Betreuungsquote von 60 Prozent

Im November wird an der Kita Hönisch in Modulbauweise eine Erweiterung eröffnet, die Platz für zwei zusätzliche Gruppen liefert. Damit sind in der Ortschaft sechs Gruppen untergebracht, was aber laut Bohling kein Dauerzustand werden soll. Allerdings würden zurzeit alle Plätze benötigt, um den Bedarf zu decken. „In Hönisch sind ab November alle Plätze belegt“, berichtet er. In ganz Verden gebe es noch einige wenige freie Plätze, für den Fall, dass eine Familie in die Stadt ziehe und ganz dringend noch ein bis zwei Plätze brauche.

Aktuell hat Verden eine Betreuungsquote von 60 Prozent, das sei eine hohe Quote für eine Stadt dieser Größe. Doch rechnet der Fachbereichsleiter damit, dass die Quote künftig auf 70 bis 80 Prozent steigen werde. „Immer mehr Eltern geben ihre Kinder in die Kita.“ Das sei ein positives Signal dafür, dass sich Berufstätigkeit und Familie durchaus vereinbaren lasse.

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