Kommunales Kino Doku, Dramen und Romanverfilmung

Mit der Dokumentation "Mein fremdes Land" beginnt das Februar-Programm des Kommunalen Kinos in Verden. Cineasten dürfen sich außerdem auf Dramen und eine Romanverfilmung freuen.
24.01.2023, 15:42
Lesedauer: 3 Min
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Doku, Dramen und Romanverfilmung
Von Marie Lührs

Mit der Dokumentation "Mein fremdes Land" beginnt am Mittwoch, 1. Februar, das neue Monatsprogramm des Kommunalen Kinos (Koki) in Verden. Cineasten dürfen sich außerdem auf zwei Dramen ("Emily" und "Zeiten des Umbruchs") sowie die Roman-Verfilmung "Die stillen Trabanten" freuen.

"Mein fremdes Land" begleitet den 31-jährigen Manuel Phillip Sosnowski, der sich auf die Spuren seiner leiblichen Familie begibt. In einem abgelegenen Bergdorf in Bolivien kam er auf dem Boden einer Lehmhütte zur Welt. Er trug den Namen José Noé Estrada und war das vierte Kind einer Ziegenhirtin, die ihn nach wenigen Monaten aufgrund ihrer Armut zur Adoption freigab. Eine Familie aus Deutschland nahm ihn auf. In seiner Kindheit wollte er nichts von seiner Geschichte wissen. Die einzigen Hinweise auf seine Herkunft liegen in einem Aktenordner. "In kryptischer Behördensprache verfasste Zeilen zeichnen ein lückenhaftes, widersprüchliches Bild", heißt es in der Ankündigung.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Als Erwachsener begibt sich Sosnowski schließlich auf die Spuren seiner Vergangenheit und lässt sich dabei von den Zuschauern des Films begleiten. Warum hat seine Mutter ihn weggegeben? Wer war diese Frau? Mit den spärlichen Informationen aus seinen Unterlagen macht er sich auf eine Suche, die ihn weit über sein persönliches Schicksal hinaus führt. Die Region, in der er zur Welt kam, ist für ihr Silbervorkommen sowie für den rücksichtslosen Abbau des Edelmetalls bekannt. 

Bei der Filmschau Baden-Württemberg wurde der anderthalbstündige Film in der Kategorie Dokumentation ausgezeichnet. 

Biografisch ist auch das britische Drama, das das Koki am 8. Februar zeigt. "Emily" bringt das Leben der Autorin Emily Brontë (1818-1848) auf die Leinwand. Als Tochter eines Pfarrers wächst sie im ländlichen Yorkshire auf und führt mit ihrer Familie ein ruhiges eben. Doch immer wieder fällt sie als störrische Rebellin und Außenseiterin auf. Gemeinsam mit ihren Geschwistern denkt sie sich zum Zeitvertreib gerne Geschichten aus. Mit diesem Hobby Geld zu verdienen, scheint für Emily (Emma Mackey) zu dieser Zeit allerdings kaum möglich. Wie ihre Schwester Charlotte (Alexandra Dowling) soll sie stattdessen Gouvernante werden. Nur ihr ebenso rebellischer Bruder Branwell (Fionn Whitehead) scheint zu verstehen, wie sehr sie das bedrückt. Doch dann bekommt Emily unverhofft Rückendeckung von ihrem neuen Hauslehrer William Weightman (Oliver Jackson-Cohen). 

New York in den 80er-Jahren

In die 1980er-Jahre entführt "Zeiten des Umbruchs" die Kinogängerinnen und -gänger am 15. Februar. In dem halb-autobiografischen Drama verarbeitet Regisseur James Gray seine Jugend im New Yorker Stadtteil Queens. Im Mittelpunkt des Films steht Paul (Banks Repeta), der in einer wohlhabenden jüdischen Familie in New York aufwächst. Seine Mutter Esther (Anne Hathaway) ist stets beschäftigt und Vater Irving (Jeremy Strong) bemüht sich zwar, ein guter Vater zu sein, ist dabei allerdings oft sehr streng. Darunter leidet der sensible Paul, der sich neben seinem frechen Bruder Ted (Ryan Sell) oft alleingelassen fühlt. Nur sein Großvater Aaron (Anthony Hopkins) scheint den Jungen zu verstehen. 

Im neuen Schuljahr schließt Paul Freundschaft mit Jonathan (Jaylin Webb), einem schwarzen Jungen, der aus ganz anderen Verhältnissen kommt. Er ist etwas älter und lebt bei seiner kranken, ärmlichen Großmutter. Trotz der schwierigen Lebensbedingungen schafft es Jonathan an Werten wie Ehrlichkeit und Loyalität festzuhalten. Im Laufe der Zeit stellt Paul fest, dass nicht jeder im Leben die gleichen Chancen bekommt. 

Liebe als Oberthema

Das Monatsprogramm endet am 22. Februar mit einer deutschen Komödie, die allerdings auch nicht ganz ohne Drama auskommt. "Die stillen Trabanten" erzählt die Geschichte von drei Menschen auf der Suche nach etwas, das ihnen Hoffnung schenkt. Da wäre Imbissbesitzer Jens (Albrecht Schuch), der sich bei einer nächtlichen Zigarette im Treppenhaus in seine Nachbarin Aischa verliebt. Die junge Frau ist zum Islam konvertiert und führt mit ihrem Freund Hamed ein sehr traditionelles Leben. Der einsame Wachmann Erik (Charly Hübner) entwickelt während seiner Nachtschicht im Ausländerwohnheim Gefühle für die junge Marika. Und Reinigungskraft Christa (Martina Gedeck) ist unglücklich über ihre prekäre Arbeitssituation und sucht Trost an der Seite von Friseurin Birgitt (Nastassja Kinski). Grundlage für den Film ist der gleichnamige Roman von Clemens Meyer. 

Die Koki-Filme sind jeweils mittwochs ab 20 Uhr im Cine City Verden (Zollstraße 1) zu sehen. Karten gibt es im Vorverkauf unter www.koki-verden.de.

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