Finanzamt Verden Hilfe bei der Grundsteuererklärung

Bis zum 31. Oktober müssen Eigentümer ihre Grundsteuererklärung einreichen. Bei einem Tag der offenen Tür im Finanzamt Verden gibt es Tipps zum Ausfüllen der Erklärung.
06.10.2022, 16:51
Lesedauer: 3 Min
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Hilfe bei der Grundsteuererklärung
Von Marie Lührs

Eigentlich sei sie gar nicht so schwer, die Grundsteuererklärung, versichert Marco Behrmann, Abteilungsleiter im Finanzamt Verden. Doch den einen oder anderen Fallstrick gebe es, räumt er ein. Insbesondere Menschen, die bisher nicht mit der Software Elster gearbeitete hätten, täten sich schwer. Hilfe soll nun ein Aktionstag im Verdener Amt bieten. Am kommenden Dienstag, 11. Oktober, gibt es an der Bremer Straße 4 gleich mehrmals Vorträge zu der Nutzung von Elster und der Erstellung der Grundsteuererklärung per Computer.

Anhand eines typischen Beispiels – ein Einfamilienhaus mit Garage – wird gezeigt, wie das digitale Formular auszufüllen ist, kündigt Diana Gothan vom Finanzamt an. Auch individuelle Fragen sollen im Laufe des Tages beantwortet werden. Dennoch bittet das Team seine Gäste, nicht mit einem Stapel Unterlagen unter dem Arm vorbeizukommen. "Das können wir hier nicht leisten", betont Behrmann.

Rücklaufquote bei rund 34 Prozent

Etwa jeder Zweite im Landkreis Verden muss seit Juli eine Grundsteuererklärung erstellen. Viele sind dieser Aufforderung noch nicht nachgekommen. Im Landkreis Verden liege die Rücklaufquote aktuell bei rund 34 Prozent, erzählt Amtsleitung Frank Hofmann. Damit liege der Kreis knapp über dem Landesschnitt von 33,4 Prozent. "Alle Finanzämter haben dasselbe Problem", sagt der Leiter. Bis zum 31. Oktober läuft die Frist. Davon, dass die Rücklaufquote bis dahin noch ordentlich steigt, ist das Team überzeugt. Je näher die Frist rückt, desto mehr Menschen schreiten zur Tat – so lautet auch die Erfahrung bei der Einkommenssteuererklärung.

Die Präsentationen im Finanzamt Verden beginnen um 9 Uhr, 10 Uhr, 11 Uhr und 12 Uhr. Eine Anmeldung für den Termin ist nicht erforderlich, Hofmann bittet die Gäste jedoch, möglichst eine FFP2-Maske zu tragen. Alle Teilnehmenden erhalten die Anleitungen für die Elster-Anmeldung und die Grundsteuererklärung auch ausgedruckt. Die Vorlage können sie für Notizen und als Hilfestellung für die heimische Grundsteuererklärung nutzen.

Fallstricke im Fragebogen

"Wie komme ich rein? Was muss ich anklicken?" – Fragen wie diese, sollen bei der Präsentation beantwortet werden. Und auch auf Fallstricke beim Ausfüllen weisen die Mitarbeiter hin. Denn die gibt es in der Tat auch. So müssen Garagen nur angegeben werden, wenn sie größer als 50 Quadratmeter seien, erklärt Gothan. Bei größeren Garagen müsse nur eingetragen werden, um wie viele Quadratmeter sie die Freigrenze von 50 Quadratmetern übertreffen. Die Abfrage in Elster sei für viele Nutzer tatsächlich missverständlich, räumt Behrmann ein. 

"Wir hoffen auf guten Zuspruch", sagt der Abteilungsleiter mit Blick auf den kommenden Dienstag. Mit dem Leitfaden, den die Besucherinnen und Besucher an diesem Tag an die Hand bekämen, könne nahezu jeder den Fragebogen innerhalb von Minuten ausfüllen, ist er überzeugt – vorausgesetzt, die erforderlichen Unterlagen liegen bereit. Benötigt werden: Aktenzeichen, Lage des Grundstücks, Angaben zu Grund und Boden, Angaben zu Gebäuden und zusätzlich Angaben zu den Eigentumsverhältnissen.

Zur Erinnerung: Die zuständigen Finanzämter haben den Eigentümern das Aktenzeichen und die Lage des Grundstücks bereits im Juni in einem Schreiben mitgeteilt. Für die notwendigen Angaben zu Grund und Boden steht der kostenlose Grundsteuer-Viewer unter www.grundsteuer-viewer.niedersachsen.de zur Verfügung. Angaben zu Gebäuden (Wohn- oder Nutzflächen) befinden sich üblicherweise in Mietverträgen, Kaufverträgen oder Bauplänen.

Aktivierungscode kommt per Post

Wer noch keinen Zugang zu Elster hat, muss sich ranhalten. Zwei Wochen brauche es, bis der dafür erforderliche Aktivierungscode per Post ankommt, mahnt die Amtsleitung. 

Theoretisch können Eigentümer für die Erklärung auch das grüne Formular der Finanzämter nutzen, das auch im Internet zum Herunterladen bereitsteht. Die Mitarbeitenden bitten jedoch, möglichst die Elster-Software zu nutzen. Denn die Digitalisierung eingereichter Unterlagen sei ein großer Arbeitsaufwand. 

Wer seine Erklärung nicht bis zum Stichtag erledigt hat, muss allerdings nicht sofort mit einer Strafzahlung rechnen. "Bei einem Tag Fristüberschreitung passiert noch nichts", versichert Gothan. Wer die Daten nicht pünktlich einreiche, werde noch einmal an seine Verpflichtung erinnert. Erst danach drohen kostspielige Konsequenzen.

Hotline steht nicht still

Dass die Grundsteuererklärung vielen nicht leicht von der Hand geht, zeigt auch der Ansturm auf die für Fragen geschaltete Hotline des Verdener Finanzamtes. "Ab 8 Uhr stehen die Telefone nicht still", erzählt Behrmann. Unter der Rufnummer 0 42 31/ 91 93 66 bieten fünf bis acht Mitarbeitende bereits seit Wochen telefonische Unterstützung an. Bei großem Ansturm dauere es manchmal ein wenig, jemanden ans Telefon zu bekommen. Dafür bittet das Team um Verständnis. 

"Wenn wir hier fertig sind, geht es erst richtig los", sagt Behrmann. Denn dann sei es an den Kommunen, neue Hebesätze zu errechnen. Und das sei gar nicht so einfach, ist er überzeugt. Schließlich dürfen die Grundsteuereinnahmen der Kommunen nicht steigen. Letztendlich werden allerdings auf viele Menschen höhere Steuern zukommen, andere dürfen sich hingegen über eine Entlastung freuen. 

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