Grundsteuerreform Verden liegt knapp über dem Landesschnitt

Die Rücklaufquote bei der Grundsteuererklärung liegt im Kreis Verden bei etwas über 22 Prozent. In Ausnahmefällen werden auch Papiervordrucke ausgegeben.
16.09.2022, 14:49
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Verden liegt knapp über dem Landesschnitt
Von Jörn Dirk Zweibrock

Bis zum 31. Oktober dieses Jahres haben Bürger mit Grundbesitz in Niedersachsen noch Zeit, ihre Grundsteuererklärung abzugeben. Auch viele Kreisverdener brüten gerade über der Erklärung, rufen sich entweder Elster im Internet auf oder füllen Papierformulare aus. Dem niedersächsischen Landesamt für Steuern zufolge sind bereits über 800.000 Grundsteuererklärungen in den niedersächsischen Finanzämtern eingegangen. Damit bewege sich die Rücklaufquote nach zehn Wochen bei 22 Prozent. Seit dem 1. Juli können Grundbesitzer in Niedersachsen die entsprechende Erklärung abgeben. Ähnlich sieht es beim Finanzamt Verden aus. "Bis Mitte September sind bei uns 22,35 Prozent der Grundsteuererklärungen eingegangen", erläutert Frank Hofmann, Leiter des Verdener Finanzamtes. Damit liegt Verden also knapp über dem Landesdurchschnitt. 

Die niedersächsische Steuerverwaltung rechnet nach dem Ende der Sommer-und Ferienzeit mit einem Anstieg der Erklärungseingänge und geht davon aus, dass es eine starke Schlussphase geben werde. Dieser Effekt zeige sich auch regelmäßig bei anderen Steuererklärungen, beispielsweise der Einkommensteuererklärung. Im Interesse der Eigentümer habe sich Niedersachsen für ein verhältnismäßig einfaches Grundsteuermodell entschieden. Für die Grundsteuererklärung würden lediglich die folgenden Daten über das Grundstück benötigt: Aktenzeichen, Lage des Grundstücks, Angaben zu Grund und Boden, Angaben zu Gebäuden und zusätzlich Angaben zu den Eigentumsverhältnissen.

Hilfestellung aus dem Internet

Zur Erinnerung: Die zuständigen Finanzämter haben den Eigentümern das Aktenzeichen und die Lage des Grundstücks bereits im Juni in einem Schreiben mitgeteilt. Für die notwendigen Angaben zu Grund und Boden steht der kostenlose Grundsteuer-Viewer unter www.grundsteuer-viewer.niedersachsen.de zur Verfügung. Angaben zu Gebäuden (Wohn-oder Nutzflächen) befinden sich üblicherweise in Mietverträgen, Kaufverträgen oder Bauplänen.

Hilfe zum Ausfüllen der Erklärung gibt es unter anderem auf der landeseigenen Informationsseite zur Grundsteuerreform unter der Adresse www.lstn.niedersachsen.de/steuer/grundsteuer. Neben häufigen Fragen finden sich dort auch Video- und Klick-Anleitungen. Nach Angaben des Landesamtes für Steuern wurde die Informationsseite bereits mehr als 2,2 Millionen Mal aufgerufen.

In Langwedel haben gerade Lena Plücker, Marcel Ahrensfeld und Stefan Jörn die 12Steuer GmbH gegründet (wir berichteten). Das Trio hilft Eigentümern zu einem Festpreis beim Erstellen der Erklärung, ohne dass dafür extra ein Programm oder eine App heruntergeladen werden muss.

Niedersachsen geht eigenen Weg

Sind in Niedersachsen rund 3,5 Millionen Grundstücke von der Reform der Gemeindesteuer betroffen, entfallen davon rund 63.000 auf das Finanzamt Verden. Während Bremen dem Modell des Bundes folgt und sich Hamburg am Mietspiegel orientiert, hat Niedersachsen ein eigenes Grundsteuergesetz beschlossen, dem das selbst entwickelte Flächen-Lage-Modell mit dem Bodenrichtwert als Indikator zugrunde liegt. "Unser Modell ist wesentlich unbürokratischer, die Erklärung muss nicht alle sieben Jahre wiederholt werden und spart somit Personal", zählte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) Ende März bei seinem Besuch in Verden die Vorteile gegenüber dem Bundesmodell auf. 

Was ist eigentlich mit Grundbesitzern, die noch über keinen Internetzugang verfügen, Senioren zum Beispiel? In diesem Fall könnten die Kinder oder andere Angehörige laut niedersächsischer Steuerverwaltung ihre bestehenden Elster-Zugänge zur Eingabe der Daten für ihre Eltern nutzen

Regelung für "Härtefälle" 

Gibt es eigentlich auch die Möglichkeit, mit Papiervordrucken zu arbeiten? Laut Internetpräsenz des niedersächsischen Landeamtes für Steuern handelt es sich dabei um sogenannte "Härtefälle". Im Ausnahmefall könnten die Vordrucke auch unter der Adresse https://lstn.niedersachsen.de/steuer/steuervordrucke aufgerufen, am Bildschirm ausgefüllt und ausgedruckt an das zuständige Finanzamt gesendet werden. "Sollten Sie nicht über einen Internetzugang verfügen, ist eine geringe Anzahl an Steuererklärungsvordrucken in Papier bei Ihrem Finanzamt verfügbar. Auf einen gesonderten Härtefall-Antrag verzichtet die Niedersächsische Finanzverwaltung", teilt das Landesamt mit und bittet die Eigentümer, soweit es ihnen technisch und mit Unterstützung anderer möglich ist, die Erklärung elektronisch abzugeben. 

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Zur Newsletter-Übersicht