Freiwilligenprogramm Auf Umwegen ins Kinderhaus Eitze

Die Brasilianerin Samanta Winter arbeitet zurzeit als Freiwillige bei der Lebenshilfe Verden. Zuerst hatte ihr die Corona-Pandemie einen Strich durch ihre Pläne gemacht.
28.11.2022, 15:39
Lesedauer: 3 Min
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Auf Umwegen ins Kinderhaus Eitze
Von Andreas Becker

Aus Brasilien an die Aller: Die Südamerikanerin Samanta Winter absolviert zurzeit ein  Freiwilligenprogramm bei der Lebenshilfe Verden. Besonders gut gefällt ihr die Arbeit im Kinderhaus Eitze. „Ich bin hier sehr herzlich aufgenommen worden und fühlte mich von Anfang an als akzeptiertes Mitglied im Team. Außerdem helfen mir die Kinder, mein Deutsch zu optimieren. Das klingt vielleicht lustig, ist aber Tatsache“, erzählt die 21-Jährige lachend.

Im Kinderhaus beworben

Samanta Winter hatte sich für ein Jahr als Freiwillige bei der Lebenshilfe im Landkreis Verden und speziell im Kinderhaus Eitze beworben. Dann kam die Corona-Pandemie und warf alle Pläne über den Haufen, sodass die junge Frau aus Uberlândia, einer industriellen Großstadt mitten in Brasilien, zunächst ihr Studium aufnahm. Sie studierte bereits im zweiten Semester Umwelttechnik, als sie doch noch der Ruf aus Deutschland ereilte. Damit kam die Möglichkeit, ein Jahr im Kinderhaus Eitze zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln.

„Ich habe es nie bereut, diesen Schritt gegangen zu sein, eine neue Kultur, neue Menschen, ein ganz neues System kennenzulernen. Ich hatte mir keine Vorstellung davon gemacht, wie es wirklich in Deutschland sein würde, und bin positiv überrascht worden“, erklärt die junge Frau. Ihre Vorfahren stammen, wie schon der Nachnahme nahelegt, aus Deutschland, allerdings spricht in der Familie inzwischen keiner mehr die Sprache. Umso erstaunlicher ist es deswegen, dass sich die 21-Jährige nach nur sieben Monaten gut verständigen kann.

Land und Leute kennengelernt

„Ich habe mich natürlich schon in Brasilien auf meinen Aufenthalt hier vorbereitet und angefangen, die Sprache zu lernen, aber entscheidend für meine Fortschritte war sicherlich, dass wir in meiner Gastfamilie beschlossen haben, ausschließlich Deutsch zu sprechen. Natürlich wäre es für mich leichter gewesen, wenn man auf Englisch ausgewichen wäre. Das wäre auch möglich gewesen. Aber die Sprache lernen zu wollen, war eines meiner Hauptmotive für meinen Auslandaufenthalt“, erzählt Samanta Winter. Neben der Sprache hat sie mittlerweile auch Land und Leute kennengelernt. Dabei kam ihr in den ersten Monaten das Neun-Euro-Ticket zugute, denn damit bereiste sie mal allein, mal mit Freunden ganz Deutschland. Von München bis Flensburg konnte sie vieles sehen und vielfältige Eindrücke sammeln. Hamburg und Nürnberg hätten sie am meisten begeistert, wie sie sagt. 

Bohneneintopf und Sahne

Und was repräsentiert ihre Heimatregion kulinarisch? Für die Antwort muss die Südamerikanerin nicht lange überlegen. "Feigoada, ein typisch brasilianischer Bohneneintopf." Und was gefällt ihr an der deutschen Küche besonders gut? „Sahne, wir kochen in Brasilien so gut wie gar nicht mit Sahne. Das habe ich erst hier kennengelernt und es schmeckt wirklich lecker“, antwortet sie.

Samanta Winter lebt in Verden bei einer Gastfamilie, die neben zwei älteren Kindern, die inzwischen außer Haus wohnen, noch drei Töchter im Alter von 13, 15 und 17 Jahren hat. Dort fühlt sie sich so wohl, dass sie die Gastfamilie als „ihre“ Familie bezeichnet. „Bislang haben alle Gastfamilien sehr gute Erfahrungen mit unseren ausländischen Freiwilligen gemacht. Wie sie uns immer wieder bestätigen, ist die Zeit mit den jungen Menschen aus anderen Ländern und Kulturen immer sehr bereichernd für alle Seiten", erzählt Fabian Vogel, Einrichtungsleitung der Kooperativen Kindertagesstätte in Achim. Auch die Einrichtungen der Lebenshilfe profitierten von der engagierten Unterstützung der Freiwilligen, die auch die Arbeit der deutschen Teams bereichere.

Zum März 2023 bietet die Lebenshilfe im Landkreis Verden zwei Freiwilligen aus dem Ausland einen Platz an. In Verden-Eitze kommt eine 26-Jährige gelernte Optikerin aus Indien zum Einsatz und in Achim-Bierden ein 19-Jähriger Konditor aus Brasilien. Wer Interesse hat, für sechs oder zwölf Monate Gastfamilie zu werden, kann sich bei Jana Schmidt (Einrichtungsleitung Heilpädagogischer Kindergarten) unter Telefon 0 42 31/ 92 85 16 12 oder per E-Mail an j.schmidt@lebenshilfe-verden.de melden.

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