Klever Kids Kita-Kinder als Multiplikatoren

Spielerisch lernen Kinder im Landkreis Verden, was es mit dem Klimaschutz auf sich hat. 35 Kitas haben sich für die Teilnahme am Projekt "Klever Kids" entschieden.
27.11.2022, 12:19
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Kita-Kinder als Multiplikatoren
Von Marie Lührs

Welches Gemüse ist zu welcher Jahreszeit reif? Was ist der Vorteil von regionalen Produkten? Und warum sollte man das Licht ausmachen, wenn man einen Raum verlässt? All das lernen Jungen und Mädchen beim Projekt Klever Kids. 35 Kindertagesstätten im Landkreis Verden nehmen an der über vier Jahre laufenden Aktion teil. Der Startschuss fiel nun in der Verdener Kita Jahnstraße.

Kalle, der Klima-Igel, ist das Maskottchen des Projekts und somit auch an der Jahnstraße im Einsatz. Gemeinsam mit den Kindern bereitet die Handpuppe zum Auftakt Müsli zu. Ein wenig Kraft ist gefragt, um Haferkörner zu Haferflocken zu verwandeln. Alle Zutaten kämen aus einem Unverpackt-Laden, erklärt Sonja Barth, deren Hand Kalle zum Leben erweckt, den Kindern. Durch das selbstgemachte Müsli, zu dem die Mädchen und Jungen nach Wunsch auch Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kokosflocken und Rosinen zufügen dürfen, entstehe weniger Müll als bei fertigem Müsli aus der Plastiktüte.

Kinder als Multiplikatoren

Abfall reduzieren, Energiesparen und nachhaltige Mobilität sind nur einige der Themen, mit denen sich die Kita-Kinder in den kommenden Jahren beschäftigen werden. "Die Kleinen werden gute Multiplikatoren", nennt Janine Schmidt-Curreli den Dreh- und Angelpunkt des Projekts. Was die Mädchen und Jungen in der Kita lernen, tragen sie mit nach Hause.

"Meine Oma hat mir noch beigebracht, immer das Licht auszuschalten", erzählt Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann beim Besuch in der Kita. Die Generation, die teils zwei Weltkriege erlebt habe, sei sparsamer gewesen. Viele der damals aus der Not geborenen Tugenden gerieten in Vergessenheit, schließlich gab es von allem scheinbar genug.

"Ich finde es sehr wichtig, dass die Kinder an diese Themen herangeführt werden", sagt Kita-Leiterin Andrea Kölber. Sie ist sich auch sicher, dass die Projekte bei ihren Schützlingen gut ankommen werden. Schließlich seien sie sehr wissbegierig und stolz, etwas beitragen zu können. Von dem Projekt sei sie schnell überzeugt gewesen. Dass die Kita Jahnstraße mitmachen würde, stand also außer Frage. 

Zum Start gibt es eine Box

Jede teilnehmende Kita hat zum Start der Kampagne eine Box mit ihrem ganz eigenen Klima-Igel Kalle, Büchern, Plakaten sowie Lern- und Spielmaterialien bekommen. Wie sie die verschiedenen Themen in ihren Alltag einbinden, bleibe ihnen überlassen, erklärt Sonja Barth. Die Kitas können den Klimaschutz regelmäßig zum Thema machen und Kalle fest in den Morgenkreis integrieren. Es können allerdings auch einzelne Thementage geplant werden. Auch Aktionen wie das gemeinsame Müllsammeln sind Bestandteil der Klever-Kids. 

Dass jede zweite Kita im Landkreis Verden zugesagt hat, freut Schmidt-Curreli und ihr Team. Aus jeder Kommune sei mindestens eine Einrichtung mit dabei. So viel Zuspruch habe allerdings auch viel Arbeit gekostet. Schließlich musste mit jeder Kita im Vorhinein ein persönliches Gespräch geführt werden. Von viel Vorbereitungsarbeit weiß auch Lisa Pischke, Klimaschutzmanagerin der Stadt Verden, zu berichten. Sie hat den Fördermittelantrag stellvertretend für die Kommunen und die Klimaschutzagentur gestellt. Kitas, die sich nachträglich noch anschließen möchten, haben übrigens schlechte Karten. Denn das wäre – falls es sie denn gäbe – erst in der nächsten Förderperiode möglich. 

Erfahrenes Unternehmen hilft

Für die Umsetzung hat die Klever das Unternehmen Beks Energie-Effizienz ins Boot geholt, das unter anderem in Bremer Kitas schon vergleichbare Projekte umgesetzt hat. Es ist eine Tochter der Bremer Klimaagentur Energiekonsens. Die Erfahrungen seien bisher sehr positiv, erzählt Barth. Auch wenn die Eltern manchmal ein wenig stutzen, wenn die Kinder sie auf den unbeobachtet laufenden Fernseher oder eine brennende Glühbirne in einem ungenutzten Raum aufmerksam machen, fänden sie die Arbeit gut.

Wieder mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schaffen, ist nur eines der Ziele, die das Projekt verfolgt. Zusätzlich sind Energiechecks in den Kitas geplant. Bei den Begehungen der Einrichtungen werde unter anderem nach Stromfressern fahndet, erklärt Janina Roder, die ab Dezember für die Kreisverdener Klimaagentur die Projektleitung übernimmt. Das Abschalten von Steckdosenleisten, der Einsatz von LEDs oder die Verwendung von Kaffeemaschinen mit Thermoskanne statt einer Warmhalteplatte seien nur einige Beispiele, wie der Energieverbrauch reduziert werden könne. Die Hälfte der eingesparten Betriebskosten sollen den Kitas ausgezahlt werden. "Zehn Prozent des Energieverbrauchs lassen sich durch Verhaltensänderungen einsparen", zitiert Brockmann eine Statistik.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+