Ackerbürgerhaus Pure Lebensfreude

Ein Hauch Rio weht ab Februar durch das Ackerbürgerhaus an der Strukturstraße in Verden. Der Schwarmer Fotograf Uwe Jöstingmeier stellt dort seine Bilder vom Bremer Samba-Karneval aus-
25.01.2023, 15:24
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Pure Lebensfreude
Von Jörn Dirk Zweibrock

Uwe Jöstingmeiers Augen beginnen zu leuchten, wenn er vom bunten Spektakel in der Hansestadt erzählt – vom Bremer Samba-Karneval. Bereits seit Jahren hält der begeisterte Hobbyfotograf aus Schwarme in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen die Traditionsveranstaltung mit seiner Kamera fest. Ausgewählte Motive stellt er ab Mittwoch, 1. Februar, in der Regionalgeschäftsstelle des Naturschutzbundes (Nabu) für den Bereich Weser-Mitte an der Strukturstraße 7 in Verden aus. Vielleicht ein kleiner Vorgeschmack für alle Närrinnen und Narren, denn bis zum geplanten Straßenkarneval im Bremer Viertel (22. April) ist es ja noch ein bisschen hin.

Heißes Rio-Feeling

Zehn große und 20 kleinere Aufnahmen hat Jöstingmeier im gemütlichen Ausstellungsraum des historischen Ackerbürgerhauses platziert. Auch wenn es in Verden und umzu keine Samba-Schulen gibt, verbreiten Jöstingmeiers Motive dennoch ein wenig heißes Rio-Feeling im wettertechnisch gerade ziemlich kühlen Nordwesten. Doch was fasziniert den Schwarmer so am Karneval? – Bruchhausen-Vilsen ist ja schließlich nicht gerade als Karnevalshochburg bekannt. "Es ist einfach die Stimmung. Verkleidete Menschen, die sich des Lebens freuen", verrät der Mann hinter der Kamera. Ganz besonders angetan habe ihm das Lichtertreiben in den kleinen Gassen des Bremer Milchquartiers, das am Vorabend des Karnevals die Besucher verzaubert habe.

So finden die Betrachtenden in seinen Bildern viele mystisch beleuchtete, verkleidete Stelzenläufer, Lichtgestalten, die sich leise zu romantischen Klängen bewegen. "Mir war es wichtig, diese besondere Stimmung einzufangen", erzählt der passionierte Fotograf. Rotraud Scholz von der Nabu-Regionalgeschäftsstelle findet, dass ihm dies mehr als gelungen ist – pure Lebensfreude, bildlich eingefangen. Andere Aufnahmen bilden hingegen das nur so vor Energie strotzende Leben auf dem Bremer Marktplatz und im Viertel ab. Jöstingmeier versetzt das Auge des Betrachters damit in einen schier nicht enden wollenden Samba-Rausch. Einige seiner Bilder wurden bereits vom Karnevalsverein prämiert und im Kulturzentrum Lagerhaus Bremen ausgestellt. 

Arbeit im Fotolabor

Bereits als Teenager, im zarten Alter von 15 Jahren, entdeckte Jöstingmeier seine Liebe zur Fotografie. In einer Schul-AG habe er sich die technischen Grundlagen der Fotografie angeeignet. "Damals haben wir noch im Fotolabor unsere Bilder von Hand vergrößert", blickt er ins Zeitalter der Schwarz-Weiß-Fotografie zurück. "Mein erstes selbst verdientes Geld habe ich dann in eine Spiegelreflexkamera investiert", erinnert er sich schmunzelnd.

Sein liebstes Hobby – das Fotografieren – habe ihn über die Jahre hinweg begleitet. Nicht nur auf dem europäischen Kontinent hat Uwe Jöstingmeier den Auslöser gedrückt, auch in Asien, wohin es ihn beruflich oft verschlagen hatte. Später habe er sich dann autodidaktisch mit dem Thema Digitalfotografie vertraut gemacht.

Auch in Verden ist der Schwarmer längst kein Unbekannter mehr. Schon oft hat er dort die Puppen tanzen lassen und die Fäden gezogen, und zwar für die Ausstellungen und Kalender von Marionetten-Künstlerin Rotraud Scholz. Ein weiteres fotografisches Steckenpferd von Jöstingmeier ist neben der Reisefotografie auch die Bandfotografie. Oft begleitet er die Auftritte von Pago Balkes Zollhausboys mit der Kamera.

Besondere Atmosphäre 

Zum ersten Mal stellt Jöstingmeier nun im Verdener Ackerbürgerhaus aus. "Mir gefällt einfach das Ambiente dieses Hauses, die offene, willkommene Atmosphäre", schwärmt er. Für Rotraud Scholz ist das historische Gebäude sogar "das meistfotografierte Haus Verdens". Das Gebäude wurde nur unweit der Andreas-Kirche errichtet und zählt zu den prächtigsten mittelalterlichen Baubeispielen eines niederdeutschen Hallenhauses im nördlichen Weserraum. In der warmen Jahreszeit werfen immer viele Radfahrer einen Blick in das Haus, verweilen im Garten oder stöbern im Nabu-Shop. Derzeit wird im Fachwerkhaus an der Strukturstraße auch eine Ausstellung über Wildbienen, im Frühjahr dann voraussichtlich eine Schau über Mauersegler gezeigt.

Uwe Jöstingmeier liegt es am Herzen, mit seinen Bildern Geschichten zu erzählen. Seine Impressionen vom Bremer Samba-Karneval sind zu den regulären Öffnungszeiten der Nabu-Regionalgeschäftsstelle Weser-Mitte zu sehen und zwar dienstags von 13.30 bis 16 Uhr, mittwochs von 10 bis 13 Uhr, freitags von 13.30 bis 16 Uhr sowie sonnabends in der Zeit von 14 bis 16 Uhr.

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