Altes Schulhaus Dauelsen Motive auf Papier treffen Skulpturen aus Stein

Auf ihrer Gemeinschaftsausstellung präsentieren Carsten Heuer und Herbert Ueltzen unterschiedliche Werke. Heuer malt vor allem mit Aquarellfarben, Ueltzen arbeitet mit Speckstein und fertigt daraus Skulpturen.
21.09.2022, 08:00
Lesedauer: 3 Min
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Motive auf Papier treffen Skulpturen aus Stein
Von Emil Stock

Die Skulpturen von Herbert Uelzen und die Bilder von Carsten Heuer könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Uelzen kleine Skulpturen aus Speckstein im Alten Schulhaus Dauelsen ausstellt, präsentiert Heuer an der Schulstraße 10 seine meist farbenfrohen Bilder. Viele davon sind mit Aquarellfarben gemalt. Die beiden Männer finden, ihre Kunst würde sich dennoch gut ergänzen. "In der Ausstellung können wir eine große Bandbreite abdecken", erklärt Heuer. "Papier und Stein" ist die erste gemeinsame Ausstellung der Hobby-Künstler. Für Heuer ist es die erste Präsentation seiner Werke in der Öffentlichkeit überhaupt. Zu einer Zusammenarbeit sei es gekommen, weil sich Heuer nicht sicher war, ob er genug Werke habe. Er suchte daher nach einem Ausstellungspartner und fand Ueltzen. "Nachdem wir uns kennengelernt hatten, waren wir schnell beim 'Du' und haben gesagt: Wir machen das zusammen", meint der Hobby-Bildhauer.

"Gefallen die Werke den Menschen? Wie kommen die Bilder an?", fragt sich der Ausstellungsdebütant. Der gelernte Maschinen- und Anlagenführer besuchte vor rund neun Jahren einen Zeichenkurs in Verden. Seit dem malt er als Ausgleich. "In der Corona-Zeit habe ich dann immer mehr gemalt, da habe ich einen richtigen Schub bekommen", berichtet er. Das Aquarellpapier und die Farben könnte man gut zu Hause verwenden und verstauen. Das erleichtere vieles. Den Malstil mache Heuer vom Motiv abhängig. Mal reduziert er Landschaften und auf die wesentlichen Formen und fertig Holz- oder Linolschnitte an, mit denen er dann die Werke druckt. Von anderen Landschaften macht er Skizzen und Fotos und bringt diese mit Aquarellfarben auf Papier. "Die Farben auf dem Papier sind nicht unbedingt die Farben der Natur", erklärt er. Es geht Heuer vor allem um das Zusammenspiel der Farben und Kontraste und die Stimmung. Inspirieren lasse er sich dabei gern von expressionistischen Künstlern wie Emil Nolde und Max Pechstein. Das gilt auch für sein emotionalste Bild in der Ausstellung: das Motiv der Ostseesteilküste. "Ich liebe es an der Ostsee, die Stimmung und das Licht ist immer etwas Besonderes für mich", sagt er. Es spiegeln sich aber auch Themen seiner Arbeit in den Bildern wider. Eines von Heuers Werken zeigt einen alten Messschieber. "Technik darzustellen ist mal etwas anderes", findet er.

Berufserfahrung zunutze machen

Herbert Ueltzen schnitze als Kind zwar viel, die Leidenschaft zum Kunsthandwerk, begann aber auch bei ihm mit einem Kursus. Im Jahr 2010 nahm er als Rentner an einem Seminar über Specksteinskulptur teil. Im Gegensatz zu Heuer arbeitet der ehemalige Matrose vor allem draußen. "Wenn ich drinnen arbeiten würde, wäre alles voller Staub", erklärt er. Ueltzen besuchte immer mal wieder Kurse, hätte sich das meiste aber autodidaktisch beigebracht. Einen großen Vorteil zieht der Rentner auch aus seinem Lehrberuf: Zahntechniker. Noch heute bearbeitet er die Steine mit Werkzeugen des Handwerkes. "Gerade für die kleinen Details braucht man die feinen Werkzeuge aus der Zahntechnik", erzählt Ueltzen. Jedes Fotomotiv, das ihm gefällt, interpretiert er in eine dreidimensionale Figur und verwandelt diese dann in eine detaillierte Specksteinskulptur. Ob in Zeitschriften, Fotobüchern oder auf Urlaubsfotos – "ich bediene mich da eigentlich überall", sagt er. Während eines Urlaubs am Nil entdeckte Ueltzen eine Pharaonenbüste und fotografierte sie. Die eigene Kopie ist nun in der Ausstellung zu sehen. Für eine seiner Skulpturen brauche der Hobby-Bildhauer meistens zwischen 15 und 50 Stunden. "Das hängt ganz vom Detailgrad ab", erklärt er. Die größte und schwerste sei rund 40 Kilogramm schwer und 40 Zentimeter hoch gewesen.

Horizonte erweitern

Mit Blick auf die Zeit nach der Ausstellung seien beide, Heuer und Ueltzen, auch bereit, neue Techniken und Motive auszuprobieren. "Ich habe angefangen, Skulpturen aus Gasbetonsteinen anzufertigen", erzählt Ueltzen. Die Art von Steinen ist vor allem unter dem Markennamen Ytong bekannt. Heuer hadert noch mit neuen Techniken in naher Zukunft. "Ich habe noch viel Material für die Aquarellmalerei." Das müsse er erst noch verbrauchen. "Ich bin aber offen für alles", meint er. Besonders die Porträtmalerei reize ihn. Um diese zu erlernen, werde Heuer wieder mit einem Kursus starten. "Da bin ich als Mann meistens etwas Besonderes", sagt der Hobby-Künstler. Auch in seinem Bekanntenkreis seien viele überrascht über das Hobby gewesen. "Aber eins nach dem anderen." Jetzt freuen sich beide zunächst auf ihre erste gemeinsame Ausstellung.

Info

Die Ausstellung "Papier und Stein" wird am Sonntag, 25. September, mit einer Vernissage um 14 Uhr eröffnet. Besucht werden kann die Ausstellung außerdem am Mittwoch, 28. September, Sonntag, 2. Oktober, Montag, 3. Oktober, Mittwoch, 5. Oktober und Sonntag, 9. Oktober, jeweils von 14 bis 17 Uhr. Einige der Werke sind käuflich. 

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