Stunde der Gartenvögel

Aufruf für Vogelfreunde

Der Naturschutzbund ruft wieder zur Stunde der Gartenvögel auf. Bei der jährlichen Aktion zählen Interessierte eine Stunde lang Vögel und leisten damit einen Beitrag zur Forschung.
06.05.2021, 06:00
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Von Marie Lührs
Aufruf für Vogelfreunde

Der Haussperling ist ein besonders häufiger Gast in den Gärten.

Marina Köglin

Amseln, Blaumeisen, Rotkehlchen und Elstern stehen ab kommenden Donnerstag, 13. Mai, wieder unter besonderer Beobachtung. Denn die Stunde der Gartenvögel steht bevor. Bis zum 16. Mai haben Interessierte die Möglichkeit, es sich im eigenen Garten oder auf dem Balkon gemütlich zu machen, um 60 Minuten lang Ausschau nach den gefiederten Gästen zu halten. Die Aktion geht auf eine Initiative des Naturschutzbundes (Nabu) zurück, der bereits zum 17. Mal zu der bundesweiten Zählung aufruft. Der Landkreis Verden ist seit 16 Jahren mit dabei.

„Die ermittelten Daten liefern wichtige Erkenntnisse über das Vorkommen von heimischen Vögeln und über den Zustand der Umwelt“, erklären Peter Minkwitz und Christian Dibbern von der Nabu-Arbeitsgruppe in Verden die Bedeutung der Aktion.

„Unsere Stunde der Gartenvögel hatte in den vergangenen Jahren starke Teilnehmerzuwächse zu verzeichnen. Über das große Interesse an der heimischen Natur freuen wir uns sehr“, sagt Leonie Jordan, Leiterin der Nabu-Regionalgeschäftsstelle Weser-Mitte mit Sitz in Verden. „Je mehr Menschen teilnehmen, umso aussagekräftiger sind die gewonnenen Ergebnisse.“ Im vergangenen Jahr beteiligten sich im Landkreis Verden 360 Menschen an der Aktion - fast 150 mehr als noch 2019. Rund 7300 Vögel hatten die Kreisverdener auf ihren Meldebögen festgehalten. Auch bundesweit brach die Stunde der Gartenvögel im ersten Corona-Jahr alle Rekorde: 150.000 Vogelfreunde machten mit. Nicht verwunderlich, denn die Pandemie schmälerte für viele das Beschäftigungsprogramm. In diesem Jahr hofft das Organisationsteam auf einen ähnlich großen Erfolg.

Häufigster Vogel in den hiesigen Gärten war auch im vergangenen Jahr der Haussperling, von dem 1226 Exemplare gezählt wurden. Auf ihn folgen Amsel und Kohlmeise. Mit deutlichem Abstand war die Blaumeise auf dem vierten Platz gelandet. Wie bereits im vergangenen Jahr steht sie auch aktuell bei Vogelexperten besonders im Fokus. Denn im Frühjahr 2020 waren beim Nabu vermehrt Berichte über kranke und tote Blaumeisen eingegangen. Als Ursache wurde schließlich das Bakterium Suttonella ornithocola identifiziert, das offensichtlich ausschließlich bei dieser Meisenart Lungenentzündungen verursacht. Bundesweit wurden laut Nabu 22 Prozent weniger Blaumeisen pro Garten gemeldet. So ergab sich der mit Abstand niedrigste Wert seit Beginn der Zählungen im Jahr 2005.

Beim Vergleich der Blaumeisenzahlen gegenüber 2019 mit der Anzahl gemeldeter kranker Meisen habe sich ein eindeutiger Zusammenhang ergeben. Je mehr Berichte erkrankter und toter Meisen aus einem Landkreis beim Nabu ankamen, desto größer waren dort auch die Bestandsrückgänge. Die Experten gehen daher davon aus, dass zumindest ein Teil des Rückgangs direkt auf das Blaumeisensterben zurückzuführen ist. Dass auch noch andere Faktoren eine Rolle gespielt hätten, sei allerdings nicht auszuschließen. Die diesjährige Zählung soll nun zeigen, wie gut sich die Blaumeisenpopulation wieder berappeln konnte.

Flyer, die alle Informationen zu der Aktion sowie einen Meldebogen für die Zählung enthalten, legen die Nabu-Mitglieder an verschiedenen Orten aus. Dazu gehören die Kreissparkasse in Dauelsen, das Touristiküro im Verdener Rathaus, die Apotheke am Rathaus, die Tankstelle Score an der Bremer Straße in Dauelsen, Bullerbeeks Hofladen an der Achimer Straße 38, Blume und Co. an der Lindhooper Straße 2 sowie die Druckertankstelle an der Ostertorstraße 1. Weitere Informationen gibt es außerdem im Internet unter www.stunde-der-gartenvögel.de. Die Ergebnisse können die Vogelzähler ebenfalls über die Internetseite übermitteln. Alternativ können sie die ausgefüllten Bögen an Peter Minkwitz (Sachsenstraße 34, 27283 Verden) senden.

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