Stunde der Wintervögel

Nabu ruft zum Zählen auf

Bei der Stunde der Wintervögel stehen neben Rotkehlchen und Amseln in diesem Jahr besonders die Blaumeisen im Fokus. An der Zählaktion können sich auch Interessierte aus dem Landkreis Verden beteiligen.
05.01.2021, 16:36
Lesedauer: 2 Min
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Von Marie Lührs

Meisen, Amseln, Rotkehlchen und Zaunkönige tummeln sich dieser Tage vielerorts in den Gärten. Bei der Stunde der Wintervögel können Interessierte dabei helfen, die Häufigkeit der verschiedenen Arten festzuhalten. Die Aktion, zu der der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland bereits zum elften Mal aufruft, findet von Freitag, 8. Januar, bis Sonntag, 10. Januar, statt. Auch der Naturschutzbund in Verden wirbt für das Vorhaben.

Bei den Tieren, die auch in der kalten Jahreszeit in Norddeutschland bleiben, handelt es sich um die sogenannten Standvögel, erklärt Peter Minkwitz von der ornithologischen Arbeitsgruppe des Verdener Nabu. Neben ihnen seien momentan allerdings auch Wintergäste aus nördlichen Breiten zu beobachten. Wo kommen die verschiedenen Vogelarten im Winter vor? Wo sind sie häufig, wo selten geworden? Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel aus? Fragen wie diese sollen die regelmäßigen Zählungen beantworten. „Die Stunde der Wintervögel soll über die schleichenden Veränderungen in der Vogelwelt Daten liefern“, fasst Minkwitz zusammen. Das könne allerdings nur gelingen, wenn möglichst viele Naturfreunde mitmachen. Im vergangenen Jahr hatten sich im Landkreis Verden fast 300 Freiwillige an der Aktion beteiligt. Sie zählten über 8000 Vögel.

„Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Winter der Blaumeise. Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen“, bedauert Leonie Jordan. Sie leitet die Regionalgeschäftsstelle Mitte-Weser des Nabu mit Sitz in Verden. Bei der jüngsten Vogelzählung, der Stunde der Gartenvögel im Mai 2020, seien dementsprechend weniger Blaumeisen beobachtet worden. „Für die Fachleute ist es nun spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch noch im Winter spürbar ist“, sagt Jordan.

Gezählt wird ausschließlich im Siedlungsbereich, nicht im Wald oder auf dem freien Feld, lautet eine Grundregel. Von einem ruhigen Plätzchen aus beobachten die Teilnehmenden eine Stunden lang ein Futterhäuschen, ihren Garten oder eine Stelle im Park. Von jeder Vogelart notieren sie in dieser Zeit die höchste anwesende Anzahl.

Die Zahlen werden in einem Meldebogen festgehalten. Dieser ist als Teil eines Flyers, der unter anderem in Verden bei der Kreissparkasse in Dauelsen, der Score-Tankstelle an der Hamburger Straße, Bullerbeeks Hofladen an der Achimer Straße und in der Apotheke am Rathaus erhältlich ist.

Bis zum 20. Januar haben die Teilnehmenden Gelegenheit, ihre Ergebnisse einzureichen. Die dafür erforderliche Adresse ist ebenfalls auf dem Flyer zu finden. Alternativ können sie ihre Zahlen am 11. und 12. Januar zwischen 10 und 18 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 08 00/ 1 15 71 15 durchgeben. Eine weitere Möglichkeit ist die Onlinemeldung unter www.nabu.de/onlinemeldung. Unter den Unterstützern verlost der Nabu zahlreiche Preise.

Rotkehlchen und Amsel spielen nicht nur bei der Stunde der Wintervögel eine große Rolle. Sie sind neben acht weiteren Arten auch in der engeren Auswahl für den Vogel des Jahres. Auch diesen Titel schreibt der Nabu aus. Im vergangenen Jahr wurde diese Ehre der Turteltaube zuteil, die als Liebessymbol schlechthin gilt. Ihr Schicksal ist allerdings nach Informationen der Naturschützer wenig romantisch: Seit 1980 hätten die Bestände hierzulande um fast 90 Prozent abgenommen. Auch im Landkreis Verden sei die Turteltaube so gut wie nie anzutreffen, weiß Christian Dibbern von der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft im Nabu Verden. Ab dem 18. Januar können Interessierte unter www.vogeldesjahres.de zwei Monate lang für ihren Favoriten stimmen. Am 19. März wird der gefiederte Sieger gekürt.

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