Verden geht online Surfen unter freiem Himmel

Rund um das Rathaus, im Allerpark, im Jugendzentrum und am Bahnhof soll es zukünftig kostenlose WLAN-Hotspots geben.
08.11.2017, 16:58
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie Lührs

Verden. In großen Städten sind sie fast die Regel. An vielen öffentlichen Orten, in Cafés und an Bahnhöfen weist ein Punkt mit drei Bögen auf ein WLAN-Netz hin. Selbst Bahnen und Fernbusse werben mit dem Angebot von kostenlosem Internet. Nun regt sich auch in Verden und dem Umland etwas in Sachen WLAN. Eine Gesetzesänderung und die Chance auf eine Förderung der Europäischen Union machen die Einrichtung eines freien Internetanschlusses deutlich attraktiver.

Bereits vor fünf Jahren hatte die Verdener SPD-Fraktion angeregt, einen WLAN-Hotspot am Rathaus einzurichten. Das Problem trägt den Namen Störerhaftung. Denn greift ein Nutzer auf illegale Inhalte zu, konnte bisher der Betreiber des WLAN-Netzes zur Rechenschaft gezogen werden. Eine Änderung des Telemediengesetzes gibt ihm nun verstärkt Sicherheit und diese Novellierung nimmt unter anderem die Stadt Verden zum Anlass, um sich erneut dem Thema zu verschreiben.

„Die Störerhaftung ist nun ein bisschen abgeschwächt“, fasst es Jens Steigerwald, der EDV-Experte der Stadt, zusammen. Am Bahnhof beim Warten auf den Zug, beim Spaziergang im Allerpark, rund um das Jugendzentrum, auf dem Rathausplatz und entlang der Fußgängerzone – überall sollen die Verdener künftig online gehen können. Doch auch, wenn dieser Vorstoß bei vielen auf Zustimmung stößt, ist es noch ein weiter Weg.

Mit 18 000 Euro beziffert die Vorlage, die bereits im Ausschuss für Stadtentwicklung sowie im Verwaltungsausschuss diskutiert wurde, die Investitionskosten. Denn mit dem Einstöpseln eines Routers ist es in diesem Fall nicht getan. Zu dieser Summe kommen monatliche Fixkosten von 50 Euro. Zumindest das Geld für die Einrichtung soll optimalerweise durch Fördermittel des EU-Programms „Wifi4EU“ finanziert werden.

Die Bewerbung für eine Förderung wird vermutlich ab Anfang 2018 möglich sein. Ab dann heißt es „wer zuerst kommt, malt zuerst“, Gutscheine für die Einrichtung von WLAN-Hotspots werden nämlich in Reihenfolge der Anträge vergeben. „Unsere Hoffnung ist natürlich, dass wir die Förderung bekommen“, sagt Steigerwald. Andernfalls werde geprüft, ob sich die Einrichtung auch anderweitig finanzieren ließe. Im Bereich des Rathausplatzes soll die Versorgung über die bestehende DSL-Leitung gesichert werden. Über drei Zugangspunkte sollen Passanten am Rathaus-Vorplatz, am Carl-Hatzky-Weg und an der Großen Straße in Richtung Nordertor künftig online gehen können.

Die Access-Points, wie sich die Signalsender nennen, werden an der Außenfassade des Rathauses angebracht. Die Denkmalschutzbehörde hat die Installation bereits abgesegnet. 2400 Euro kostet die Einrichtung. Da entlang der Verdener Fußgängerzone jedoch noch keine ausreichende Infrastruktur besteht, sollen örtliche Geschäfte mit einbezogen werden. Ein entsprechendes Konzept hierfür ist beim Stadtmarketing in Arbeit.

Größere Bauarbeiten sind im Allerpark nötig. An beiden Enden des Carl-Hatzky-Wegs werden Tiefbauarbeiten fällig, die den Allerpark mit dem städtischen Glasfasernetz verbinden. Auch dort sollen im Anschluss drei Access-Points eingerichtet werden. Bereits vorhandene Laternenmasten sollen ihnen als Stützpunkt dienen. Die Bauarbeiten schlagen hier mit 9600 Euro zu Buche. Um den Internetzugang am Bahnhof zu ermöglichen, wird ebenfalls ein Anschluss an das Glasfasernetz ermöglicht. Dank vorhandener Leerrohre kosten die Arbeiten hier 3500 Euro. Am preiswertesten fällt der Weg zum WLAN-Hotspot am Jugendzentrum aus. Für 1100 Euro sollen im Inneren zwei Zugänge entstehen. Ein weiterer im Außenbereich soll den Platz in Richtung Bahnhof abdecken.

Auch in Kirchlinteln wurde die Einrichtung von WLAN-Hotspots zuletzt heiß diskutiert. Dort hatte ein Antrag der CDU-Fraktion den Anstoß gegeben. Im Rathaus, im Tourismusbüro, in der Bücherei der Oberschule und an weiteren öffentlichen Orten wünschen sich die Christdemokraten freies WLAN. Eine Abstimmung wurde jedoch vorerst vertagt. „Es sind erhebliche Fragen offen geblieben“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Rodewald, und die gelte es zu beantworten, bevor über den Antrag abgestimmt werden kann. Unter anderem soll noch über den Anbieter und die künftige Bandbreite debattiert werden. Mit der Einrichtung von WLAN-Hotspots geht auch Dörverdens Bürgermeister Alexander von Seggern schwanger. Die Planungen dafür laufen, lässt er wissen.

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