Schüler des Domgymnasiums lernen Arbeitsweisen von Feuerwehr, Rotem Kreuz und DLRG kennen Theorie mit Anfassen beim Blaulichttag

Wie funktioniert ein Rettungseinsatz im Wasser? Welche Geräte benutzt die Feuerwehr? Oder wie wird ein gebrochenes Bein geschient? Diese und viele weitere Fragen bekamen die Fünftklässler des Domgymnasiums beim Blaulichttag von Einsatzkräften beantwortet. Die Schüler hatten sichtlich ihre Freude, dabei stets interaktiv eingebunden zu sein.
26.06.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Theorie mit Anfassen beim Blaulichttag
Von Marius Merle

Wie funktioniert ein Rettungseinsatz im Wasser? Welche Geräte benutzt die Feuerwehr? Oder wie wird ein gebrochenes Bein geschient? Diese und viele weitere Fragen bekamen die Fünftklässler des Domgymnasiums beim Blaulichttag von Einsatzkräften beantwortet. Die Schüler hatten sichtlich ihre Freude, dabei stets interaktiv eingebunden zu sein.

Verden. Wer am Dienstag zufällig am Schulhof der Pestalozzischule vorbeikam, dem konnte kurzzeitig Angst und Bange werden. Einsatzfahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Feuerwehr sowie zahlreiche Kinder mit Kopfverbänden, geschienten Beinen und blutenden Fleischwunden ergaben auf den ersten Blick ein schockierendes Bild. Erst bei genauerem Hinsehen wurde deutlich, dass es sich nur um Aktionen eines interaktiven Informationstages für Schüler handelte.

Die 160 Schüler der fünften Klassen des Domgymnasiums bekamen am Blaulichttag Gelegenheit, mehr über die Arbeitsweisen im Katastrophenschutz zu erfahren. Die Kreisverbände des DRK, der Freiwilligen Feuerwehr und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) waren mit Autos, Gerätschaften und rund 20 Einsatzkräften vor Ort. "Wir versuchen, den Kindern unsere Arbeit näherzubringen und ihnen auch die Angst davor zu nehmen", sagte Martin Fuchs, Leiter der Ausbildungsstelle für den Rettungsdienst des DRK-Kreisverbandes, über das Ziel der Veranstaltung. Diese wurde in dieser Form erstmals in Verden angeboten. Es sei aber durchaus denkbar, solche Informationstage bald auch an anderen Schulen anzubieten. Gleichzeitig dienten die Vorführungen auch der Nachwuchsgewinnung. "Natürlich wollen wir auch Werbung für unsere Arbeit machen, in der Hoffnung, dass einige Kinder dann in den nächsten Jahren bei uns einsteigen", sagte Sebastian Reinbott von der DLRG Verden.

Kinder begeistert bei der Sache

Ein Vorhaben, das an diesem Tag durchaus gelang. "Ich kann es mir definitiv vorstellen, später selbst in einem der Bereiche zu arbeiten", erzählte der elfjährige Jannis Sommer und war mit seiner Ansicht in guter Gesellschaft. "Besonders die Feuerwehr gefällt mir sehr gut, und es ist möglich, dass ich dort eintreten werde", sagte etwa sein Mitschüler Vincent Jüttner. Auch die anderen Jungen und Mädchen des Domgymnasiums waren begeistert bei der Sache, als es darum ging, im 45-Minuten-Takt von Station zu Station zu gehen und hautnah Einblicke in den Katastrophenschutz zu bekommen. "Theorie mit Anfassen", wie es Reinbott bezeichnete. Das DRK zeigte in einem Rettungswagen, wie verletzte Personen versorgt werden. An anderen Stationen konnten die Schüler nach Anleitung Verbände an Kopf und Armen anlegen und Gliedmaßen schienen. Zudem wurden sie in Erste-Hilfe-Maßnahmen wie der stabilen Seitenlage unterrichtet. Besonderen Spaß hatten die Kinder an der realistischen Unfalldarstellung, wo ihnen offene Wunden und andere Verletzung auf die Haut geschminkt wurden. "Das ist echt witzig, wie man danach aussieht", sagte Schülerin Hannah Behmer.

Viel auszuprobieren gab es auch an den Stationen der DLRG. Die Jungen und Mädchen hatten viel Freude bei der Benutzung von Geräten für das Einsatztauchen, wie einem Hebekissen und einem speziellen Funkgerät, das eine Verständigung mit Personen unter Wasser möglich macht. Außerdem konnten die Schüler gleich zwei Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr mit einer Vielzahl an Werkzeugen erkunden. Die Feuerwehrleute erklärten diese anschaulich, zum Beispiel, wie eine Rettungsschere funktioniert und wann sie benötigt wird. "Der Tag war auf jeden Fall besser als Schule", brachte Jannis Sommer das zur Sprache, was viele seiner Mitschüler wohl ebenfalls dachten. Bei allem Spaß, den die Kinder hatten, der Blaulichttag bot auch viel Lehrreiches. "Ich habe heute gelernt, wie ich mir selbst und anderen helfen kann", sagte die elfjährige Ronja Seidel stolz.

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