Hans König und Helge Tramsen Therapeutisches Theaterspiel

In ihrem Theaterstück „Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?“ liefern Hans König und Helge Tramsen eine Performance aus Sprechtheater, Live-Musik und unvorhersehbaren Elementen.
03.04.2019, 16:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Lena Mysegades

Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts? Das ist eine Frage, über die sich schon Philosophen wie Immanuel Kant und René Descartes den Kopf zerbrochen haben. Nun fragen sich das auch die beiden Schauspieler Hans König und Helge Tramsen in ihrem gleichnamigen Theaterstück. Mit diesem kommen sie am Freitag, 3. Mai, ab 20 Uhr ins Verdener Domherrenhaus.

Die beiden Bremer König und Tramsen und nehmen diese philosophische Frage als Aufhänger für ein kabarettistisches und dadaistisches Zwei-Mann-Schauspiel. Und so schlüpfen die beiden Männer in weiße Kleidung und damit in die Rolle von metaphysischen Wesen. „Manche würden auf die Idee kommen, uns Engel zu nennen, so weit würden wir nicht gehen“, erklärt das Duo. Doch wie auch immer in ihrer übernatürlichen Gestalt sind die Schauspieler in 250 Minuten Spielzeit dazu in der Lage, die irdische Wirklichkeit zu beeinflussen. Sie sind verantwortlich für den Zufall oder auch die Fügung. Dem Publikum erklären sie ihr Fädenziehen dabei gerne und haben dabei immer eine tagesaktuelle-politische sowie auch philosophische Intention.

„Deshalb wird das Stück auch regelmäßig aktualisiert“, sagt Tramsen. Sie hatten sich nämlich über Trumps politische Partner lustig gemacht, die dann aber abserviert wurden – „sodass sich dieser Witz erledigt hatte“. Es sind szenisch umgesetzte Kurzgeschichten, die die Besucher erwarten. Einmal helfen die beiden „Engel“ zum Beispiel einer Dame aus Heilbronn, sich von ihrem Freund zu trennen. „Sie ist nicht mehr glücklich mit ihm und lernt dann, dass ihr Leben viel wertvoller ist“, lassen die beiden schon jetzt hinter den Vorhang blicken. Durch ihr metaphysisches Wesen nehmen sie eben einen Perspektivwechsel vor. Das ermöglicht ihnen auch, eine Parodie auf die Einstellungen zu Schauspielern abzuhalten. „Sobald man erzählt, dass man freier Schauspieler ist, fragen die Leute sofort, kannst du denn davon leben?“, sagt Hans König. Nun drehen die beiden den Spieß einfach um und fragen einen Unternehmer, der Förderbänder herstellt, wann er Gedichte schreibt. „Die Reaktionen bei diesem Wortwechsel sind total kurios.“ Kurios ist es auch, wenn ein Hip-Hop-Song in einer Fantasiesprache von den beiden performt wird – „in einer Art Eng(el)isch“, wie Tramsen und König schmunzelt hinzufügen.

Die Konklusion der eingangs gestellten Frage verraten die beiden Künstler noch nicht. Sicher sei aber, dass das Stück unheimlich positiv sei. Und das in einer Zeit, die von Abgrenzung und einem schlechten Menschenbild geprägt sei. „Das klingt therapeutisch und vielleicht ist es sogar so“, sagt König. Unterhaltsam wird das Stück auch durch die musikalischen Einlagen. Es wird die Gitarre, die fünfsaitige Banjo und die Melodica heraus geholt.

Hans König, ist unter anderem vom Theatre du pain bekannt, und Schauspieler Helge Tramsen hat schon in der Bremer Opernproduktion „The Fairy Queen“ mitgespielt und als Regisseur „Herr Lehmann“ am Schnürschuh-Theater inszeniert. Kennengelernt haben sich die beiden Freigeister in der Golden City. Tramsen sollte ein Stück für König inszenieren, sofort haben sich die beiden Männer geschätzt und festgestellt: „Wir sind auf einer Wellenlänge.“ Seit 2017 gibt es das Stück nun schon. Karten für das Gastspiel in Verden am 3. Mai sind ab sofort im Domherrenhaus für 16 Euro erhältlich.

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