Rigolf Hennig soll erneut Holocaust verharmlost haben Verdacht auf Volksverhetzung: Wohnung in Verden durchsucht

Verden (zan). Wegen des Verdachts der Volksverhetzung und Verharmlosung des Holocaust ist am Donnerstag die Wohnung des 79-jährigen Verdener Arztes Rigolf Hennig durchsucht worden. Das bestätigte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Verden, Staatsanwalt Lutz Gaebel, auf Nachfrage unserer Zeitung.
14.02.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Verdacht auf Volksverhetzung: Wohnung in Verden durchsucht
Von Anna Zacharias

Wegen des Verdachts der Volksverhetzung und Verharmlosung des Holocaust ist am Donnerstag die Wohnung des 79-jährigen Verdener Arztes Rigolf Hennig durchsucht worden. Das bestätigte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Verden, Staatsanwalt Lutz Gaebel, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Im „Zuge einer größeren Aktion“ habe es gleichzeitig an fünf Orten, unter anderem auch in Thüringen, Sachsen und Hannover, derartige Durchsuchungen gegeben.

Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz seien entsprechende Artikel in einer rechtsextremen Zeitschrift erschienen, sagte Gaebel. Bei der Durchsuchung seien Unterlagen und elektronische Daten beschlagnahmt worden. „Die Ermittlungen werden fortgeführt“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

NPD-Politiker Rigolf Hennig saß bis 2012 im Verdener Stadtrat und im Kreistag und wurde dann von Markus Walter abgelöst. Bei den Kommunalwahlen im Jahr 2006 war die NPD mit einem Sitz in den Verdener Kreistag, in den Stadtrat sowie in den Dörverdener Gemeinderat eingezogen – zu einer Zeit, als Hennig im Achimer Gefängnis seine Strafe verbüßte und aus diesem Grunde seine Mandate mit Verspätung antreten musste. Hennig ist wegen Volksverhetzung vorbestraft und hat wegen schwerer Verunglimpfung des Staates eine Freiheitsstrafe von neun Monaten verbüßt. Noch im Gerichtssaal hatte er angekündigt, dass er weiterhin verfassungsfeindliche Schriften verbreiten werde. Damals ging es darum, dass Hennig in seinem Blatt „Der Reichsbote“ für die Abschaffung der deutschen Staatsordnung eingetreten war. Vom Verdener Amtsgericht wurde er wegen Volksverhetzung bereits 2004 zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er auf Flugblättern den Holocaust verleugnet hatte.

Hennig wurde 1935 in Augsburg geboren. Seine rechtsradikalen Ansichten wurden in Verden bereits 1989 zum Thema, als Eltern ihre Kinder bei Schulunfällen nicht mehr in seine Praxis schicken wollten. Dort lagen im Wartezimmer rechtsextreme Zeitschriften und rassistische Aufkleber aus. Hennig war damals Vertragsarzt der Berufsgenossenschaften und der Gemeinde-Unfallversicherung.

Hans-Walter Wacker vom Staatsschutz der Polizeiinspektion Verden hatte kürzlich gegenüber unserer Zeitung zur Bedrohung durch Rechtsextremismus im Landkreis gesagt, es seien hier nur noch Einzelpersonen aktiv, die der Staatsschutz im Visier habe.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+