Städtebau-Förderung des Bundes Verden hofft auf Millionen Euro

50 Millionen Euro vergibt der Bund beim Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ in den Jahren 2017 bis 2022. Die Stadt Verden möchte sich ein großes Stück vom Fördermittelkuchen sichern.
20.09.2016, 00:00
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Verden hofft auf Millionen Euro
Von Andreas Becker

50 Millionen Euro vergibt der Bund beim Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ in den Jahren 2017 bis 2022. Die Stadt Verden möchte sich ein großes Stück vom Fördermittelkuchen sichern.

Denn die Stadt Verden bewirbt sich um Fördermittel, die der Bund für „Nationale Projekte des Städtebaus“ ausgelobt hat. Dabei geht es um eine Gesamtsumme von insgesamt 50 Millionen Euro, die in den Jahren 2017 bis 2022 zur Auszahlung kommen soll. Jetzt hatte sich der Fachausschuss für Stadtentwicklung einstimmig dafür ausgesprochen, dass Verden zunächst eine Skizze für den Projektaufruf 2017 einreicht.

„Das Verfahren ist zweistufig. Zunächst müssen wir eine Projektskizze einreichen. Ist das erfolgreich, beantragen wir, die Zuwendung zu gewähren“, schilderte Fachbereichsleiterin Birgit Koröde den organisatorischen Ablauf. Die Bewerbungsfrist für die erste Stufe endet am 30. November, vorher muss der Stadtrat über die Teilnahme entscheiden. Das Vorhaben, für das sich die Stadt eine finanzielle Unterstützung erhofft, ist die Neugestaltung der sogenannten Stadtkante.

Arbeitstitel "Neue Stadtkante"

Nach Auffassung der Verwaltung erfüllen die im Bereich der ehemaligen Grundstücke der Stadtwerke am Allerufer und der heutigen Kaufhalle sowie die in ihrem unmittelbaren Umfeld geplanten umfangreichen baulichen Veränderungen mit einem in der Gesamtheit ausgeprägt städtebaulichen Bezug die genannten grundlegenden Fördervoraussetzungen. Die Bezeichnung „Neue Stadtkante – Verden an der Aller“ soll dabei als Arbeitstitel dienen. Im Einzelnen hält die Verwaltung folgende Arbeiten für förderfähig: Beseitigung von Altlasten, Abriss von Gebäuden, Straßenumbau Blumenwisch, Straßenausbau Reeperbahn-Nordertor, der dritte Bauabschnitt des Allerparks inklusive Verlängerung des Alleruferwegs, Verlegen des Schiffanlegers, Bau des Verbindungswegs am Syndikatshof sowie Sanierung und Umbau Syndikatshof, unter anderem für das Stadtarchiv. Und schließlich der Umbau des ehemaligen Gaswerks Am Allerufer 8 zu einem Kreativzentrum.

„Gefördert werden besondere Projekte im Städtebau, und wir haben sehr viel vor“, sagte Birgit Koröde und nannte eine mögliche Summe von vier bis sieben Millionen Euro aus Bundesmitteln, die im Falle einer finanziellen Unterstützung realistisch sei. Das sah Frank Medenwald (CDU) deutlich skeptischer. „Es ist gut, dass wir uns bewerben. Aber mit dieser Summe zu kalkulieren, halte ich für sehr optimistisch. Das wären rund zehn Prozent des gesamten Fördertopfes“, rechnete Medenwald vor.

SPD-Sprecher: "Aufruf zur Selbstkontrolle"

Für SPD-Sprecher Michael Otten ist die Beteiligung an dem Programm vor allem ein „Aufruf zur Selbstkontrolle“ und ein Anreiz, um über den Tellerrand zu sehen. „Es ist gut, dass wir uns dabei an bestimmten Vorgaben orientieren müssen“, sagte er. Und Rasmus Grobe (Grüne) betonte, dass die Förderung der Stadt sehr helfen würde. „Wir sollten selbstbewusst an die Sache herangehen und unsere Schaffenskraft in den Antrag stecken“, forderte er. Die Stadt habe schließlich mit der Nähe zum Fluss und mit ihren Plänen für die Neugestaltung des Allerufers und der Stadtkante eine ganze Menge zu bieten.

Frank Medenwald stimmte zu, dass die Stadt die Beteiligung an der Ausschreibung mit Engagement verfolgen solle. Allerdings warnte er davor, mit zu hohen Erwartungen und Hoffnungen an den Wettbewerb heranzugehen. „50 Millionen Euro sind, auf vier Jahre und zahlreiche Projekte verteilt, auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.“

Die Projektskizze will die Verwaltung gemeinsam mit der Ingenieurin Christa Reicher erarbeiten. Diese verfüge aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit und als Vorsitzende der Jury im Erwerberauswahlverfahren „Grundstück in der Verdener Innenstadt“ über „umfangreiche projektbezogene Fachkenntnisse“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Reicher habe bereits das Verdener Projekt „Stadtkante“ als national bedeutsam bezeichnet.

Sollten tatsächlich vier bis sieben Millionen Euro Fördersumme fließen, könnte die Stadt alle geplanten Projekte in guter Qualität umsetzen, so die Verwaltung. Damit werde auch der Haushalt entlastet.

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