Studie zur Innenstadtqualität Verden im Mittelfeld

Verden hat bei einer Studie zur Innenstadtqualität durchschnittlich abgeschnitten. 420 Interviews wurden dafür geführt. Die Ergebnisse der Studie waren jetzt Thema im Beirat Stadtmarketing.
08.02.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Verden im Mittelfeld
Von Anna Zacharias

Verden hat bei einer Studie zur Innenstadtqualität durchschnittlich abgeschnitten. 420 Interviews wurden dafür geführt. Die Ergebnisse der Studie waren jetzt Thema im Beirat Stadtmarketing.

47 Jahre ist sie alt, die typische Besucherin der Verdener Innenstadt. Und sie ist mit dem Auto unterwegs. So lautet zumindest eines der Ergebnisse einer Studie, die das Institut für Handelsforschung (IFH) aus Köln angefertigt hat. Mit der bundesweiten Umfrage, für die auch 420 Interviews in Verden geführt wurden, sollten die Wünsche der Bürger an ihre Stadtzentren erforscht werden. Das Ergebnis für die Reiterstadt ist durchschnittlich.

Die Resultate für Verden, im Herbst vorigen Jahres erhoben, wurden jetzt im Beirat Stadtmarketing vorgestellt. Die Interviews sind inzwischen ausgewertet und mit 30 deutschen Städten der Größenklasse 25 000 bis 50 000 Einwohner verglichen worden, teilt die Leiterin des Verdener Stadtmarketings, Nicole Halves-Volmer, mit. Innenstadtbesucher bewerteten die Attraktivität Verdens mit der Schulnote 2,8. „Damit liegt die Allerstadt genau im Durchschnitt der vergleichbaren Städte“, sagt Halves-Volmer.

Überdurchschnittlich fiel die Bewertung der Befragten bei der Erreichbarkeit mit dem Auto und dem Dienstleistungs- und Gastronomie-Angebot aus. Bei der Frage nach dem allgemeinen Ambiente, bei dem es vorrangig um Aspekte wie Sicherheit und Sauberkeit sowie die Ausstattung und Attraktivität der Wege und Plätze ging, wurde Verden sogar mit „gut“ bewertet. Mehr Auswahl wünschen sich die Befragten beim Einzelhandelsangebot in der Innenstadt. Besonders an Optikern mangelt es den Verdenern allerdings nicht. Zufrieden sind sie des Weiteren nur mit den Sparten Telekommunikation, Bücher und Drogeriewaren. Bei Einrichtungsgegenständen gab es eine „Vier“, auch Lebensmittel schnitten schlechter ab. Mit der Beratungsqualität in den Geschäften ist die große Mehrheit zufrieden. Ermittelt wurde auch das Besucherprofil. Viele der Befragten kommen demnach auch aus den umliegenden Gemeinden wie Langwedel, Dörverden, Kirchlinteln, Blender, Achim oder Walsrode.

Im Vergleich mit den Städten der gleichen Größenklassen sowie im Gesamtvergleich ist die Bedeutung des Autos für die Besucher der Verdener Innenstadt auffällig hoch. In dem Zusammenhang sei es gut, dass von den Besuchern eine gute Erreichbarkeit attestiert wurde. Die Parkplatzsituation in der Allerstadt war in der Vergangenheit des öfteren in der Kritik, und so bekam sie von den Befragten auch nur die Note drei. Im Städtevergleich, meint Halves-Volmer, halte Verden allerdings überproportional viele Parkplätze vor und habe sehr niedrige Parkgebühren. „Also alles richtig gemacht? Ja! Aber ausruhen kann sich die Stadt darauf nicht“, wertet sie die Ergebnisse aus. Auch Angelika Revermann, Leiterin der Tourist-Info, kann mit dem Ergebnis leben. Überrascht sei sie darüber gewesen, dass die meisten zum Einkaufen kämen, und nicht wegen Behördengängen oder Arztbesuchen, sagt sie. Um die Ergebnisse insgesamt noch zu verbessern müssten alle Beteiligten mithelfen.

Die Studie zeigt auch, dass gerade die jungen Besucher bis 25 Jahre die Innenstadt im Schnitt schlechter als die anderen Altersgruppen bewerten. Ihnen fehlen der Studie zufolge die Lebendigkeit, lange Öffnungszeiten, freies W-Lan und Angebote bei Bekleidung, Unterhaltungselektronik sowie Einrichtung. Wenn das Angebot in der Innenstadt in einem Segment umfangreich ist, wie etwa bei Büchern, dann werden Produkte aus diesem Bereich über alle Altersgruppen hinweg überwiegend in der Innenstadt eingekauft. Für die Altersgruppe der bis 25-Jährigen hat sich das Einkaufsverhalten am stärksten durch die Möglichkeiten des Online-Handels verändert, aber auch diese Gruppe gibt an, die Innenstadt gleich oft aufzusuchen.

„Hier besteht sicher eine Chance, diese Gruppe durch Angebote auch als Kunde zu gewinnen. Mit dem Online-Einkaufsführer, der Web-App, diversen Veranstaltungsformaten, wie der Open Stage, und dem Gastronomie-Angebot ist Verden sicher auf dem richtigen Weg“, sagt die Stadtmarketingleiterin, die die weiteren Entwicklungen Verdens allerdings nicht mehr begleiten wird: Sie tritt im März ihre neue Stelle bei der Stadt Delmenhorst an.

Hintergrund zur Studie: Wie die Zukunft der deutschen Innenstädte aussieht und was sich Innenstadtbesucher von ihren Stadtzentren wünschen – diese Fragen liegen der bundesweiten Untersuchung „Vitale Innenstädte 2016“ zugrunde, die das Institut für Handelsforschung (IFH) aus Köln im Herbst 2016 bereits zum zweiten Mal erstellt hat. Partner der Untersuchung sind die Bundesvereinigung City-und Stadtmarketing Deutschland (bcsd), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Handelsverband Deutschland (HDE). In 121 deutschen Städten aller Größen und Regionen wurden gleichzeitig Innenstadtbesucher zu ihren Einkaufsgewohnheiten und der Attraktivität der Innenstadt befragt. Die Datenerhebung erfolgte an zwei ausgewählten Tagen (Donnerstag und Sonnabend) im September 2016. 58 000 Interviews sind insgesamt zusammengekommen. Ziel der Studie ist es nach Angaben der IFH, Handel und Verwaltung Informationen über die Positionierung ihrer Stadt aus Sicht der Besucher als Planungsgrundlage für Aktionen liefern zu können.

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