Neue Corona-Verordnung

3G-Regel für den Kreis Verden in Sicht

Fünf Tage in Folge eine Inzidenz über 50, dann greift zwei Tage später die 3G-Regel. Die Kreisverwaltung glaubt, dass es nächste Woche soweit sein könnte. Dann wird der Zugang zu Einrichtungen neu geregelt.
25.08.2021, 15:43
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3G-Regel für den Kreis Verden in Sicht
Von Kai Purschke

Das Land Niedersachsen hat seine Corona-Verordnung am Mittwoch grundlegend erneuert. Danach werden mögliche Restriktionen nun nicht mehr auf alleiniger Grundlage der Sieben-Tage-Inzidenz erlassen. Auch die landesweite Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Fälle je 100.?000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen sowie der Anteil der Corona-bedingt belegten Intensivbetten fließen künftig in die Bewertung der Pandemielage mit ein.

Überschreiten mindestens zwei dieser drei Leitindikatoren ihren jeweiligen Schwellenwert oder wird an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen der Inzidenzwert von 50 überschritten, tritt in den betroffenen Landkreisen mit dem Erreichen der Warnstufe 1 und der Feststellung der stabilen Inzidenzwertüberschreitung die sogenannte 3G-Regel in Kraft. "Sie beschränkt den Zugang zu bestimmten Einrichtungen auf geimpfte, genesene und getestete Menschen (3G)", erklärt die Kreisverwaltung. Da die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Verden am Mittwoch laut RKI bei 49,6 lag, gilt die 3G-Regel aktuell im Landkreis noch nicht. Die Kreisverwaltung rechnet aber im Laufe der kommenden Woche damit, dass die 3G-Regel mit einer entsprechenden Allgemeinverfügung in Kraft gesetzt wird. 

Kinder unter sechs von 3G-Pflicht befreit

3G heißt, dass neben Menschen, die gegen das Coronavirus vollständig geimpft oder kürzlich genesen sind, nur getestete Personen Zugang zu bestimmten Einrichtungen und Dienstleistungen haben. Das gilt für den Besuch von Gaststätten, Bars und Restaurants im Bereich der Innengastronomie sowie für Übernachtungen in Hotels und Pensionen. Auch bei körpernahen Dienstleistungen wie dem Friseurbesuch, in Kosmetik-, Massage- oder Tattoo-Studios oder bei medizinischen Dienstleistungen wie Fußpflege oder Physiotherapie sei ein negativer Testnachweis erforderlich, wenn man nicht vollständig geimpft oder genesen ist. Befreit von der 3G-Pflicht sind Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder noch nicht eingeschult sind, sowie Schüler, die im Rahmen eines verbindlichen schulischen Testkonzepts regelmäßig getestet werden.

„Fünf Tage in Folge eine Inzidenz über 50, dann greift zwei Tage später die 3G-Regel“, fasst Landrat Peter Bohlmann zusammen. Vor dem Hintergrund der aktuell steigenden Fallzahlen im Landkreis rechne er damit, dass zum nächsten Donnerstag, 2. September, die 3G-Regel kommen könne. „Wir beobachten, dass sich das Infektionsgeschehen zunehmend schwieriger auf bestimmte Cluster wie Betriebe und Pflegeheime eingrenzen lasse und wieder mehr in die Fläche geht.“ So würden beispielsweise die Infektionen, die auf Reiserückkehrer zurückgehen, beständig zunehmen. Der Landrat hält es für richtig, dass das Land jetzt die reine Inzidenzbetrachtung zugunsten der Berücksichtigung weiterer Indikatoren erweitert. Die neue Verordnung bedeute weniger Beschränkungen für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Nachweise sind erforderlich

Die 3G-Regel greift zudem bei Zusammenkünften von mehr als 25 und bis zu 1000 Besuchern in geschlossenen Räumen wie im Theater, Kino oder auf Konzerten. Betroffen von der Regelung sind auch Fitnessstudios und Kletterhallen, Schwimm- und Spaßbäder, Thermen, Saunen sowie die Nutzung von Sporthallen. Unabhängig vom Infektionsgeschehen gilt die 3G-Regel generell bei Besuchen in Kliniken und Pflegeheimen, bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmenden oder in Diskotheken und Shisha-Bars.

Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht einen maximal 24 Stunden alten negativen Schnelltests oder einen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. "Auch amtlich zugelassene Tests zur Eigenanwendung, so genannte Selbsttests, sind gestattet, wenn sie im Beisein des Dienstleisters oder Veranstalters durchgeführt werden. Die Nachweise müssen von den Betreibern und Veranstaltern kontrolliert werden", informiert die Kreisverwaltung.

Generell gilt nach wie vor die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung in geschlossenen Räumen etwa in Geschäften, öffentlichen Einrichtungen, auf Veranstaltungen sowie im öffentlichen Nahverkehr. Außerdem gilt, soweit einhaltbar, das Abstandsgebot. Veranstaltungen mit mehr als 1000 gleichzeitig anwesenden Teilnehmenden sind genehmigungspflichtig.


Weitere Informationen gibt es online unter www.landkreis-verden.de/coronaverordnungen.

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Im Landkreis Verden gab es bis Mittwochmorgen 4218 (plus 21 zum Vortag) laborbestätigte Coronavirus-Fälle. 4036 (plus 4 zum Vortag) Covid-19-Patienten sind laut Kreisverwaltung inzwischen wieder genesen und aus der häuslichen Quarantäne entlassen. 122 Personen - mehr als Hälfte von ihnen allein in der Stadt Achim - im Landkreis sind aktuell infiziert, weitere 101 Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne. 7 Personen aus dem Landkreis sind aktuell stationär in der AWK aufgenommen. Eine weitere Person hat aufgrund der Folge von Corona stationären Behandlungsbedarf. Seit März 2020 sind 60 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Der Wert der kumulativen Inzidenz der vergangenen sieben Tage (bezogen auf 100.000 Einwohner) liegt nach Angaben Robert-Koch-Institutes bei 49,6.

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