Erster Teilabschnitt des A1-Ausbaus Verkehr rollt jetzt auf sechs Spuren

Bremen. Seit Freitagvormittag rollt der Verkehr zwischen dem Bremer Kreuz und Oyten auf sechs Spuren: Lutz Hoffmann, Chef der Ausbaugesellschaft A1, ist mit dem Verlauf der Arbeiten zufrieden - obwohl es in den vergangenen zwei Jahren Unfallserien gegeben hatte.
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Von Alexander Klay

Bremen. Freie Fahrt auf der Autobahn 1 zwischen dem Bremer Kreuz und Oyten: Nach zwei Jahren Dauerbaustelle ist gestern der erste sechsspurige Abschnitt freigegeben worden. Lutz Hoffmann, Geschäftsführer der privaten Ausbaugesellschaft A1-Mobil und Baustellenkoordinator Peter Schreiber haben am Vormittag die letzten Absperrungen von der Fahrbahn geräumt. Die nächste Freigabe soll es schon heute zwischen Rade und dem Buchholzer Dreieck geben, in den kommenden zwei Wochen folgen weitere fünf Strecken.

1,4 Millionen Quadratmeter Asphalt- und Betonfahrbahnen, 122 Kilometer Schutzplanken und 58 Brücken haben die Bauarbeiter seit dem Baustart 2008 errichtet, jetzt ist Halbzeit beim Ausbau der Hansalinie zwischen dem Bremer Kreuz und dem Buchholzer Dreieck. Nachdem gestern der erste sechs Kilometer lange Abschnitt freigegeben worden ist, sollen in den kommenden zwei Wochen weitere sechs Ausbaustrecken folgen. Dort sind noch letzte Arbeiten zu erledigen - an einigen Stellen müssen Schutzplanken installiert und Markierungen auf die Fahrbahnen gesprüht werden.

Dabei geht der Autobahn-Ausbau schneller voran, als gedacht: Fast zwei Monate liegen die Autobahn-Ausbauer momentan vor ihrem Zeitplan. Eigentlich sollte der Abschnitt an der Landesgrenze zwischen Bremen und Niedersachsen erst kurz vor Weihnachten fertig sein. Ähnlich sehe es auf den anderen Baustellen aus. A1-Mobil-Geschäftsführer Lutz Hoffmann ist deswegen mit dem Verlauf der Marathon-Baustelle insgesamt sehr zufrieden, wie er sagt. 'Durch die vielen parallel laufenden Baustellen ist der Ausbau sehr anspruchsvoll, aber das Konzept hat sich bewährt', meint Hoffmann.

Das Projekt sei deutschlandweit ein Novum - 72,5 Kilometer Autobahn in nur vier Jahren sechsspurig auszubauen, das habe es noch nicht gegeben. Von Zwischenfällen wie bröselnden Asphalt und vielen Unfällen auf schmalen Baustellen-Fahrbahnen abgesehen sei das Projekt bislang relativ reibungslos verlaufen. Die Fachwelt lobe bereits die gute Qualität der neuen Betonfahrbahnen, so Hoffmann.

Aus den Fehlern der ersten zwei Baustellenjahre haben die Planer den Nachholbedarf erkannt und nachgebessert: Viel zu enge Fahrbahnen in den Baustellenbereichen, die 2009 täglich zu mehreren Unfällen führten, soll es nicht noch einmal geben: Der Bund hat als Auftraggeber eingelenkt, umgeplant und einen Zusatzvertrag mit A1-Mobil abgeschlossen. Nun sollen die alten Fahrbahnen provisorisch um bis zu einem Meter verbreitert werden. Durch fünf der insgesamt sechs bevorstehenden Baustellenbereiche werde der Verkehr über die breiteren Spuren geleitet. Nur in einem Bereich sei das Provisorium nicht möglich, sagt Lutz Hoffmann. Dort würden schmale Brücken und der Untergrund Probleme bereiten. Für die zusätzlichen Kosten kommt der Steuerzahler auf. Den Aufwand beziffert Hoffmann auf einen einstelligen Millionenbetrag.

Auf den jetzt fertiggestellten Streckenabschnitten ist vorläufig Tempo 100 erlaubt. Schneller sollen Autos fahren dürfen, wenn eine sogenannte Verkehrsbeeinflussungsanlage aufgestellt ist. Dabei handelt es sich um digitale Anzeigetafeln, wie sie im weiteren Verlauf der A1 im Bremer Stadtgebiet zu finden sind. 'Das ist in Vorbereitung, wird aber noch einige Zeit dauern', sagt Lutz Hoffmann. In den Baustellenbereichen soll das Limit weiterhin bei 80 Stundenkilometern liegen.

Nicht mehr lange warten müssen die Autofahrer, bis sie auf den sanierten Parkplätzen für eine Pause anhalten können: Geht es nach den Plänen von A1-Mobil werden die Rastanlagen zeitnah zu den sechsspurigen Autobahnabschnitten in Betrieb genommen. Die beiden Parkflächen bei Oyten sollen noch diese Woche zur Verfügung stehen. Im Gegenzug werden alte Parkplätze für den Umbau geschlossen und können die nächsten zwei Jahre nicht angefahren werden.

Der weitere Ausbau der Autobahn 1 soll ohne große Unterbrechung fortgesetzt werden. Wenn das Wetter mitspiele, werde die nächste Baustelle zwischen Bockel und Elsdorf bereits Ende kommender Woche oder Anfang November eingerichtet, sagt Verkehrskoordinator Peter Schreiber. Weitere fünf Baustellen folgen in den nächsten Wochen. In zwei Jahren soll der sechsspurige A1-Ausbau abgeschlossen sein.

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