Führungen durch den Dom und die Andreaskirche / Auch der jüdische Friedhof kann besichtigt werden Viele Denkmale sind am Sonntag geöffnet

Landkreis Verden. Seit 1993 gibt es in Deutschland den Tag des offenen Denkmals. Am zweiten Sonntag im September sind in den vergangenen Jahren bundesweit jedes Jahr etwa viereinhalb Millionen Menschen auf den Beinen gewesen, um sich am Denkmaltag mit der Geschichte und der Architektur zu befassen. Am kommenden Sonntag sind auch in Verden und der hiesigen Region zahlreiche Gebäude und Einrichtungen geöffnet.
09.09.2011, 05:00
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Von Ulrich Tatje

Landkreis Verden. Seit 1993 gibt es in Deutschland den Tag des offenen Denkmals. Am zweiten Sonntag im September sind in den vergangenen Jahren bundesweit jedes Jahr etwa viereinhalb Millionen Menschen auf den Beinen gewesen, um sich am Denkmaltag mit der Geschichte und der Architektur zu befassen. Am kommenden Sonntag sind auch in Verden und der hiesigen Region zahlreiche Gebäude und Einrichtungen geöffnet.

Im Verdener Dom - der ältesten gotischen Hallenumgangskirche auf deutschem Boden - können Interessierte an drei Führungen teilnehmen. Diese dauern zwischen einer und anderthalb Stunden und starten um 11.30, 14 und 16 Uhr. Treffpunkt ist vor dem Nordeingang am Lugenstein. Unter bestimmten Bedingungen kann auch das Gewölbe unter Anleitung begangen werden.

Auch der jüdische Friedhof am Verdener Ahornweg öffnet von 11 bis 16 Uhr seine Pforten. Günter Schmidt-Bollmann bietet um 11 und 14 Uhr Führungen über das Gelände an und übersetzt dabei auch die Grabinschriften. Schüler der Klasse 6b des Gymnasiums am Wall organisieren einen Kuchenverkauf. Der Erlös soll für die Sanierung der Friedhofsmauer verwendet werden. Außerdem bieten die Gymnasiasten einen Nachdruck des Buches "Urgroßvaters Tagebuch" zum Preis von zwei Euro an. Für die männlichen Besucher wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie beim Besuch eine Kopfbedeckung tragen müssen.

In der St. Andreaskirche beginnt der Tag um 10 Uhr mit einem Gottesdienst mit der Kantorei sowie einem Kindergottesdienst, Von 11 bis 17 Uhr ist die Kirche für Besucher geöffnet. Zusätzlich gibt es zwischen 14 und 16 Uhr jeweils zur vollen und halben Stunde die Möglichkeit zur Turmbesteigung. Eine spezielle Kirchenführung bietet Walter Jarecki um 16 Uhr ein.

Das älteste Gebäude Achims, die St.-Laurentius-Kirche im Bauernviertel, beteiligt sich auch. Von 10 bis 18 Uhr ist sie am Sonntag geöffnet. Um 11.15 Uhr beginnt eine Führung durch die Kirche, die 1257 erstmals erwähnt wurde, wobei es auch schon davor eine Kirche an dieser Stelle gab, wie die Reste des romanischen Baus am Turm und an der Südwand bezeugen.

Nicht weit davon entfernt steht das Haus Clüver, ein Zweiständer-Niedersachsenhaus aus dem 17. Jahrhundert. Das ehemals einem reichen Bauern gehörende und nach einem Brand 1823 neu errichtete Haus ist heute unter anderem ein Café und beherbergt Heimatverein und Geschichtswerkstatt. Am Sonntag ist es ab 13 Uhr geöffnet, Elke Gerbers führt um 14 und um 15 Uhr Gäste durch das Haus. Von dort geht die Gästeführerin jeweils weiter zur ehemaligen Hofstelle Meislahn, wo es unter anderem eine Scheune aus dem 18. Jahrhundert zu sehen gibt, deren Gefache in der ursprünglichen Art und Weise mit Staken und Weidengeflecht ausgefüllt sind.

Der 250 Jahre alte Galerie-Holländer mit seinem reetgedeckten Turm ist an diesen Sonntag ebenfalls geöffnet (10 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr). Die Windmühle, die bis 1965 in Betrieb war, ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Der jüdische Friedhof an der Straße An der Eisenbahn ist am Denkmaltag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Schon zwei Stunden eher öffnet die Ausstellung "Auf den Spuren jüdischen Lebens" im Achimer Rathaus. Dort beginnt um 16 Uhr ein Stadtrundgang, der um 17 Uhr auf dem Friedhof endet. Hebräischlehrer Günter Schmidt-Bollmann wird die Besucher über den Friedhof führen. Gästeführerin Dörte Borzek-Claus ist zwischen 14 und 16 Uhr bei der Ringwallanlage der Hünenburg im Stadtteil Baden (Schwedenschanze 29) und plaudert über Geschichte und Sinn dieser Anlage.

Führung durch das Künstlerdorf

Zwei Kirchen in der Umgebung Achims sind am Tag es Denkmals ebenfalls geöffnet und bieten Führungen an. Dabei handelt es sich um die St.-Cosmas-und-Damian-Kirche im Thedinghauser Ortsteil Lunsen (14 bis 18 Uhr), deren Geschichte bis ins Jahr 977 zurückgeht, und um die St.-Sigismund-Kirche in Daverden (11 bis 18 Uhr). Während in Lunsen Gästeführerin Margret Stockmann ab 14.30 Uhr eine Führung durch die Kirche anbietet, zeigt Ralf Hartmann um 15 Uhr den Turm der Daverdener Kirche.

Im Flecken Ottersberg gibt es ab 14 Uhr eine Führung mit Rosemarie Rohde durch das Bauern- und Künstlerdorf Fischerhude mit einem Besuch des Heimathauses Irmintraut. Dieses ist ein für die Landschaft Fischerhudes typisches Zweiständerhaus für Mensch und Tier. Hier gibt es ein Backhaus und einen Kornspeicher ("Spieker"), der nun als Wohnung genutzt wird. Außerdem erinnert ein Bootsschuppen ("Scheppschuer") daran, dass früher jeder Hof über Wasserläufe mit der Wümme verbunden war. Eine echte Sehenswürdigkeit, und in dieser Form nur noch selten anzutreffen, ist das historische Flett - der Lebensmittelpunkt des Bauernhauses. Hier kamen die Menschen zusammen, wärmten sich an der Kochstelle, stopften Strümpfe oder flochten Körbe. Das Herdfeuer war die wichtigste Licht- und Wärmequelle im Haus. Treffpunkt für die Führung ist der Parkplatz an der Straße nach Oyten.

In der Samtgemeinde Sottrum sind ebenfalls Aktionen geplant. Der Heimatverein Sottrum um Hanna Hildebrandt, Hans-Georg Wiedemeyer und Erich Schnackenberg bietet auf dem Heimathausgelände von 11 bis 17 Uhr stündlich Führungen an.

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