„Verden fliegt“

Vom Kunstflieger bis zum Heißluftballon

Beim Tag der offenen Tür des Verdener Luftfahrt-Vereins können sich Interessierte über den Flugbetrieb informieren, die Wege zur Fluglizenz ausloten und den vereinseigenen Flugzeugpark unter die Lupe nehmen.
15.05.2019, 16:46
Lesedauer: 3 Min
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Von Lena Mysegades
Vom Kunstflieger bis zum Heißluftballon

Es sich auf einem Gastflug an der Seite eines erfahrenen Verdener Piloten gemütlich machen? Das ist beim Tag der offenen Tür auf dem Flugplatz am Sonntag möglich.

Björn Hake

Verden. Nach kurzer Flugdauer auf einer der Nordseeinseln landen, lautlos unter weißen Wolken gleiten oder einfach nur die frühsommerliche Landschaft aus der Höhe genießen: Das ganze Spektrum der Faszination Luftsport stellt der Verdener Luftfahrt-Verein bei seinem Tag der offenen Tür an diesem Sonntag, 19. Mai, auf dem Flugplatz in Scharnhorst vor. „Ob Motor- oder Segelflug – wer mag, kann gleich zu einem Schnupperflug einsteigen“, sagt der Organisator von „Verden fliegt“ und Ausbildungsleiter im Segelflug, Daniel Dibbern. Von 11 bis 17 Uhr besteht die Möglichkeit, sich umfassend über den Flugbetrieb zu informieren, die Wege zur Fluglizenz auszuloten und den vereinseigenen Flugzeugpark unter die Lupe zu nehmen.

Daniel Dibbern selbst ist vor 25 Jahren in den Flugsport eingestiegen. Dem Gymnasiallehrer hat die Fliegerei dann schnell viel Spaß gemacht, er intensivierte und ist dann sogar Ausbildungsleiter geworden. „Und genau das ist eben das Schöne am Tag der offenen Tür auf dem Verdener Flugplatz: Die Besucher sehen, dass wir Fluglehrer auch nur ganz normale Menschen sind und das Fliegen auch erst lernen mussten.“ Denn für viele sei die Fliegerei eben immer noch etwas ganz besonderes – etwas, das weit weg scheine.

Was erst einmal aber wirklich noch weit weg ist für Fluganfänger, ist das Kunstfliegen. Doch am kommenden Sonntag können die Besucher von „Verden fliegt“ einen geschulten Kunstflieger hautnah erleben. Der Wilhelmshavener Wilfried Möhle fliegt dann nämlich in die Allerstadt ein. Als frischgebackener Segelflieger sollte man noch mindestens 40 Flugstunden nach Erhalt der Lizenz für den Beginn der Kunstflugausbildung absolviert haben. Wilfried Möhle wird mit seiner Cap 10, einem zweisitzigen Trainingsflugzeug, das 1970 gebaut wurde und noch in Produktion ist, seine Zuschauer zum Staunen bringen.

Doch auch für die Gäste darf es hoch hinaus gehen. Interessierte können am Sonntag einen sogenannten Gastflug erleben. „Die Kosten hierfür liegen bei 40 Euro pro Person. In den zwanzig Minuten, in denen man fliegt, kann man dafür aber auch die ganze Region sehen“, sagt Dibbern – sei es die Allermündung, der Dom oder das eigene Zuhause. „Und Kinder zahlen nur die Hälfte“, so Dibbern.

Wer dann nach dem Tag erkannt hat, dass er eine Ausbildung zum Motor- oder Segelflieger absolvieren möchte, der kann von der ersten Stunde an selbst am Steuerknüppel sitzen. „Der Ausbilder kann auf seiner Seite mitsteuern, sodass er notfalls eingreifen kann“, erklärt Daniel Dibbern. Bis die Lizenz dann erworben sei, vergehe in der Regel eine Zeit von anderthalb bis zwei Jahren. „Anders als in der Führerschein-Ausbildung sind die Flieger dann aber auch schon auf sich alleine gestellt und fliegen ohne Lehrer.“ Um die Lizenz zu erwerben, sei übrigens ein Gesundheitszeugnis erforderlich. „Dieses muss alle zwei Jahre erneuert werden“, sagt Dibbern. Im Motorflug liege das Einstiegsalter bei 16 Jahren, im Segelflug sogar schon bei 14 Jahren.

Doch nicht nur werdende Hobby-Flieger können nach Angaben von Dibbern einen schönen Tag bei „Verden fliegt“ erleben. „Auch Familien sind willkommen, sie können im Familiensitzer bei einem Gastflug emporsteigen.“ Zudem stellt sich der Verdener Verein für Hundesport vor. Und am Nachmittag wollen Heißluftballone emporsteigen.

Daniel Dibbern hofft am Sonntag jedenfalls auf aerodynamisch gute Wetterbedingungen. Für die Mitfliegenden der Gastflüge ist ein klarer Himmel für eine gute Aussicht von Vorteil. „Segelflieger freuen sich aber auch über die eine oder andere Wolke, denn damit das Flugzeug möglichst lange in der Luft bleiben kann, wird ständig nach Thermik gesucht, also aufsteigenden Winden“, erzählt der Vorsitzende des Vereins, Heinrich Kracke. Am vergangenen Dienstag zum Beispiel seien die Bedingungen für die Segelflieger sehr gut gewesen. „Da haben sie 700 Kilometer zurückgelegt“, so Dibbern.

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