Kirchlintler Delegation hat Besuch in der tschechischen Partnergemeinde Letovice genossen Von den Punkva-Höhlen fasziniert

Kirchlinteln·Letovice. Kirchlinteln und Letovice wollen das zehnjährige Bestehen ihrer Freundschaft im Jahre 2013 gebührend feiern. Das ist jetzt beim Besuch einer Kirchlintler Delegation in der tschechischen Partnergemeinde vereinbart worden. Außerdem stellte Bürgermeister Wolfgang Rodewald seinem Amtskollegen Radek Prochazka eine stärkere finanzielle Förderung des Schüleraustauschs in Aussicht.
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Von Hermann Meyer

Kirchlinteln·Letovice. Kirchlinteln und Letovice wollen das zehnjährige Bestehen ihrer Freundschaft im Jahre 2013 gebührend feiern. Das ist jetzt beim Besuch einer Kirchlintler Delegation in der tschechischen Partnergemeinde vereinbart worden. Außerdem stellte Bürgermeister Wolfgang Rodewald seinem Amtskollegen Radek Prochazka eine stärkere finanzielle Förderung des Schüleraustauschs in Aussicht.

Gerade halten sich wieder acht Schüler und Schülerinnen der Lindhoop-Schule für zehn Tage in Letovice auf. Begleitet werden sie von den Lehrerinnen Kerstin Karius und Ingrid Berger, die sich seit Beginn der Partnerschaft um die jährlich zwei Austauschveranstaltungen kümmern.

Die offizielle Kirchlinteln-Abordnung ist inzwischen von ihrer Reise zurückgekehrt. Wie immer, hatten Bürgermeister Radek Prochazka und seine beiden Stellvertreter Bohuslav Kuda und Wladimir Stejskal ein umfangreiches Programm ausgearbeitet. Dazu zählten die Besichtigung von Kloster und Schloss sowie der berühmten Punkva-Höhlen. Aber auch sportlich mussten die Gäste ran: Bei einem Volleyballspiel traten Verwaltungsleute gegen eine Mannschaft des örtlichen Schulzentrums an, dass sein 30-jähriges Jubiläum feierte. Wolfgang Rodewald ließ sich nicht zweimal bitten und reihte sich in das Verwaltungsteam ein, wo er das ein oder andere Mal punkten konnte. Am Ende stand es Unentschieden.

Die umfangreiche Wiederherstellung des Schlosses von Letovice geht Stück für Stück weiter. Bohuslav Kuda berichtete, dass der Staat ein Programm zur Erhaltung tschechischen Kulturguts aufgelegt habe, von dem das Projekt profitiere. Unter dickem Putz ist eine Wandbemalung aus dem 16. Jahrhundert freigelegt worden. Die Renovierungsarbeiten sind inzwischen so weit fortgeschritten, das neuerdings frisch vermählte Ehepaare ihre erste Nacht in der fürstlichen Hochzeitssuite verbringen können. Als Restaurant wurde vor längerer Zeit schon die ehemalige Winterreithalle umgebaut. Im Keller des Schlosses ist ein Gruselkabinett eingerichtet worden, das vor allem für Kinder gedacht ist.

Im Kloster der barmherzigen Brüder aus dem 18. Jahrhundert ist die alte Apotheke erhalten geblieben. In mehr als 200 Fächern waren anfangs Grundsubstanzen für die Herstellung von Medikamenten enthalten, erläuterte Bruder Jan. Das Kloster dient noch heute als Krankenhaus. In der Krypta ist neben vielen anderen Gräbern auch das des Gründers Longinus Traub zu sehen, er starb am 30. Mai 1781. Die Besucher wurden anschließend durch die Sakristei in die Klosterkirche geführt. Bohuslav Kuda schwärmte von der Atmosphäre zu Weihnachten. Viele geschmückte Tannenbäume machten die Kirche dann zu einem ganz besonderen Ort, sagte er.

Vor der Abreise besichtigte die Gruppe noch eine von rund 2000 Höhlen in der Mährischen Karst - die Punkva-Höhlen mit der weltberühmten Macocha-Schlucht. Mächtige Dome und Gänge mit Tropfsteinverzierungen führen bis zum Grund der Schlucht. Neben den schönsten Höhlenräumen in der Mährischen Karst schließen die Punkva-Höhlen an das längste Höhlensystem der Tschechischen Republik an, deren Gänge mehr als 30 Kilometer messen. Ein faszinierendes Erlebnis für die Gäste aus Kirchlinteln, die nur eines bedauerten: 'Die vier Tage unseres Besuchs sind viel zu schnell verstrichen', meinten sie.

Am 15. und 16. Oktober finden in der Tschechischen Republik Kommunalwahlen statt. Ob Radek Prochazka (42), der 2006 für eine Bürgerinitiative kandidierte, Bürgermeister in Letovice bleiben wird, vermochte er nicht einzuschätzen. Dieses Mal stellen sich neun statt damals sieben Parteien und Wählerinitiativen zur Wahl. Aus der 21-köpfigen Stadtvertretung, vergleichbar mit dem Kirchlintler Gemeinderat, wird dann der Bürgermeister gewählt. Es gibt keine Direktwahl des Bürgermeisters wie in Deutschland. Wolfgang Rodewald wünschte seinem Gastgeber jedenfalls viel Erfolg. Prochazka hat von Anfang an die Partnerschaft mit Kirchlinteln begleitet.

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