Die Vorbereitungen für die Werk-Kunst-Ausstellung im Verdener Rathaus sind in vollem Gange

Von der Werkstatt auf den Markt

Verden. Die Kisten, in denen sich ihre fertige Töpferware befindet, stapeln sich schon in der kleinen Kellerwerkstatt. Noch mehr Kisten mit den handgefertigten Tonwaren warten darauf, von Hannelore Schnitter mit Farbe und Glasur versehen zu werden.
17.03.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ivonne Wüsthof
Von der Werkstatt auf den Markt

Hannelore Schnitter in ihrer Werkstatt: Hier werden Ausstellungsstücke wie Vasen, Tassen und Töpfe hergestellt.

Björn Hake

Verden. Die Kisten, in denen sich ihre fertige Töpferware befindet, stapeln sich schon in der kleinen Kellerwerkstatt. Noch mehr Kisten mit den handgefertigten Tonwaren warten darauf, von Hannelore Schnitter mit Farbe und Glasur versehen zu werden. Bis zur Werk-Kunst-Ausstellung im Verdener Rathaus am Wochenende des 25. und 26. März hat die Töpferin noch gut zu tun.

Auf ihrem kleinen Wohnzimmertisch stehen auch schon die nächsten Vasen, Tassen und Schüsseln bereit – einige sind schon bemalt, andere warten noch auf ihren farbigen Anstrich. Aber nicht nur mit der Fertigstellung ihrer eigenen Porzellan- und Tonwaren ist Hannelore Schnitter beschäftigt. Denn nebenbei organisiert sie auch noch den gesamten Werk-Kunst-Markt.

Und das macht sie schon seit einigen Jahren, wie sie erzählt: „Ich hatte immer mal sporadisch dort auf dem Markt ausgestellt. Irgendwann wurde ich dann gefragt, ob ich nicht auch bei der Organisation mitmachen wolle.“ Damals sei gerade ein neues Werbekonzept für den Werk-Kunst-Markt erstellt worden, tatkräftige Hände wurden gesucht. Durch die vielen Kontakte, die Schnitter durch das Ausstellen auf Märkten gesammelt hat, bot sich eine Mitarbeit auch geradezu an. Mit der Zeit kamen neue Organisatoren dazu, und andere gingen.

Derzeit sind es neben Hannelore Schnitter noch drei weitere Frauen, die ebenfalls alle ein künstlerisches Händchen haben. Sie seien ein eingespieltes Team, betont Schnitter, denn immerhin müsse es für so eine Veranstaltung, für die die Besucher sogar aus Stade, Hannover und noch von weiter weg kommen, hinter den Kulissen laufen.

In diesem Jahr wird die studierte Künstlerin mit aufwendig gefertigtem Geschirrgut und Gefäßkeramik auf dem Markt anzutreffen sein. Ihre Töpferwaren sind zum Teil aus Ton gefertigt, den Schnitter selbst in den Weserniederungen gesammelt hat. „Hier gibt es überall Tonvorkommen. Dieser ist zwar nicht so hochwertig wie kaufbarer Ton und muss vorher noch gereinigt werden. Er lässt sich jedoch ganz anders ver- und bearbeiten.“

Und auch sonst macht sie allerlei anderes Zubehör selber. In ihrer Werkstatt sind die Regale voll mit kleinen und großen Dosen und Behältern, in denen Lavamehl, Knochenasche, Kupferoxid und andere Stoffe sind. Damit stellt die Töpferin ihre eigenen Glasuren für ihre Ton- und Porzellanwaren her. Neben der richtigen Glasur kommt es aber auch auf die Maltechnik an, mit der das Geschirr und Gefäße verziert wird. Im Moment stehen Blumenmotive und die Schwarz-Weiß-Malerei hoch im Kurs bei Hannelore Schnitter.

„Ich brauche immer etwas Neues und probiere auch viel aus. Im Moment haben es mir diese filigranen Mohnblumen angetan“, sagt sie und blickt dabei kurz in ihren Garten. Bereits in der Zeit an der Kunsthochschule habe sie viel gemalt und das in ihre Töpferarbeit mit einfließen lassen. „Vor einiger Zeit habe ich mir gedacht: ‚Warum nicht mal Blumen?‘ und habe mir eine passende Technik überlegt“, erinnert sie sich. Gerade die zarten und durchscheinenden Blüten und die unterschiedlichen Rottöne des Mohns waren eine Herausforderung.

Neben den Arbeiten von Hannelore Schnitter werden auch viele andere interessante Kunsthandwerker in den Hallen des Rathauses vertreten sein. Zum einen wären da Keramikarbeiten, wie die von Frauke Schlegelmilch aus Legden mit ihren handgefertigten griechischen Salzstreuern oder Ingrid Ripke-Bolinius aus Worpswede, die neben Gefäßen auch andere Objekte aus Porzellan anbieten wird.

Ebenfalls aus dem beschaulichen Künstlerdorf kommen Brigitta und Hans-Jürgen Fuchs, die sowohl mit Kleidung und Accesoires als auch mit Steinobjekten und Fotografie vertreten sind. Ein Highlight wird auf dem Markt der Stand des jungen Konditormeisters Nick van Heyningen sein. Der Bremer Konditor wird mit seinen handgefertigten Pralinen und Schokoladen den Gaumen der Besucher verzaubern.

Der erste Werk-Kunstmarkt in diesem Jahr findet am 25. und 26. März jeweils von 11 bis 17 Uhr statt. Der Erlös des Eintrittsgeldes von einem Euro kommt einer sozialen Kinder- und Jugendeinrichtung zu Gute. Weitere Informationen gibt es unter www.werk-kunst.de.

„Im Moment haben es mir die filigranen Mohnblumen angetan.“ Hannelore Schnitter
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