World Space Week Weltraumkonzern braucht Teamarbeiter

Landkreis Verden. Im Rahmen der World Space Week hatte Wolfgang Busch, Projektmanager bei EADS Astrium (Bremen), bei einem Besuch in der Realschule erstaunliche Fakten im Gepäck. Gleichzeitig machte er Werbung für verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten.
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Von Ulrich Tatje

Landkreis Verden. Das vielleicht teuerste Wasser ist das in der internationalen Raumstation ISS: Ein Kilogramm kostet 20000 Dollar. Wolfgang Busch, Weltraumbotschafter und Projektmanager bei EADS Astrium (Bremen), hatte noch eine Menge weiterer erstaunlicher Fakten auf Lager, als er gestern in der Realschule einen Vortrag hielt.

Er wolle über die Raumfahrt aufklären und versuchen, die Schüler für das Thema begeistern, beschrieb der Mitarbeiter von Europas Marktführer seine Mission für die etwa 65 Jungen und Mädchen aus den achten und neunten Klassen, der gleichzeitig auch Werbung für die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten bei dem Raumfahrtunternehmen machte. Katy Nikolai-Wilcke und Götz Mattes von der Fachbereichsleitung Wirtschaft der Realschule hatten den abwechslungsreichen Besuch des in Achim lebenden Raumfahrtmanagers vorbereitet. Der Auftritt in der Schule ist ein Teil der Öffentlichkeitsarbeit, die Astrium im Rahmen der laufenden World Space Week (Weltraumwoche) leistet.

Im Bremer Astrium-Werk sind Teile der internationalen Raumstation ISS entstanden. Die ISS, so Busch, sei ein 500 Tonnen schweres Gebilde, das so groß wie das Weserstadion ist. In 400 Kilometern Höhe rast die ISS mit 28000 Stundenkilometern auf seiner Umlaufbahn um die Erde. Wissenschaftler aus unterschiedlichen Nationen forschen dort im schwerelosen Raum. Unter anderem wollen sie herausfinden, wie Menschen an fremden Orten überleben können. Eines von vielen Problemen, mit denen Menschen im Weltall zu kämpfen haben, ist Knochenschwund, der auf Grund der Schwerelosigkeit eintritt und nicht geheilt werden kann. Deshalb, so Busch, sollten die Astronauten nicht länger als sechs Monate in der ISS arbeiten.

Faszination Schwerelosigkeit

Gleichwohl faszinierten die zahlreichen Filmsequenzen von den schwebenden Astronauten die Schüler. Oder auch der Apfelsinenschnitz, der mit einem kleinen Schubs in Richtung Mund befördert wurde. Die Apfelsine wie auch Wasser und Luft müssen per Rakete zur ISS geschafft werden. 30,6 Kilogramm Wasser, Luft und Nahrung brauche ein Astronaut pro Tag. Um die Entsorgung und Aufbereitung der Abfallstoffe kümmert sich die in Bremen gebaute Versorgungseinheit mit der Bezeichnung ATV. 1,1 Milliarden Euro habe die Entwicklung verschlungen, 700 Millionen Euro kostet jedes ATV. 'Und wir bauen noch vier weitere', sagte Busch. Jede Einheit ist acht Meter lang, etwa so groß wie ein Doppelstockbus, und wiegt 12,2 Tonnen.

Für die im kommenden Jahr beginnenden Ausbildungen liegen Astrium 800 Bewerbungen vor. 60 davon kommen im Auswahlverfahren weiter, benötigt werden etwa 15 bis 20 Auszubildende. Chancen haben die Realschüler, wenn sie nicht nur gute Noten in Mathematik, Deutsch und Englisch ('Englisch ist die Sprache im EADS-Konzern') sowie jede Menge Sozialkompetenz mitbringen, sondern obendrein auch noch kontaktfähig und kommunikativ sind. Teamarbeit wird groß geschrieben bei Astrium. 'Einzelkämpfer werden im Bewerbungsverfahren gnadenlos ausgesondert, so gut sie auch sein mögen', sagte Busch. Unter anderem Mechatroniker, Kaufleute, Feinwerkmechaniker und technische Zeichner werden im Bremer Astrium-Werk ausgebildet. Derzeit seien 43 Lehrlinge dort beschäftigt.

Wer einen Ausbildungsplatz bei Astrium ergattert, hat zumindest für das erste Jahr nach der Prüfung eine Beschäftigungsgarantie, warb Busch bei den Realschülern. Wer danach bleiben könne, müsse auf jeden Fall flexibel sein, denn der Arbeitsplatz könnte auch im Ausland liegen. Der Höhepunkt des Besuches war zweifelsohne der abschließende Raketenstart auf dem Schulhof. Projektmanager Busch hatte ein Rakete mitgebracht, die mit Hilfe von Luftdruck in die Höhe geschossen wurde.

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