Arbeitsgemeinschaft fördert Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in der Region Wissenstransfer abseits der Metropolen

Landkreis Verden. Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in der Region hat sich die Arbeitsgemeinschaft Regionales Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung (ARTIE) auf die Fahnen geschrieben. Seit Mai 2010 ist auch der Landkreis Verden Mitglied in der ARTIE. Es gibt inzwischen mehrere Beispiele für den Erfolg des Regionalen Netzwerkes.
19.07.2011, 05:00
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Wissenstransfer abseits der Metropolen
Von Ralf Michel

Landkreis Verden. Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in der Region hat sich die Arbeitsgemeinschaft Regionales Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung (ARTIE) auf die Fahnen geschrieben. Seit Mai 2010 ist auch der Landkreis Verden Mitglied in der ARTIE. Es gibt inzwischen mehrere Beispiele für den Erfolg des Regionalen Netzwerkes.

Neue Dienstleistungen, überraschende Erfindungen, Energiespartechnologien oder auch ambitionierte Produktentwicklungen gäbe es nicht nur in den Metropolen, heißt es in einer Pressemitteilung der ARTIE. Im Gegenteil: Betriebe auf dem Lande würden sich häufig als Ideenschmieden entpuppen. "Dennoch haben engagierte Betriebe aufgrund räumlich bedingter Standortnachteile oft das Problem, an Wissens- und Technologietransfers teilzuhaben."

Vor diesem Hintergrund hat sich 1999 die Arbeitsgemeinschaft Regionales Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung gegründet, die derzeit neun Landkreise sowie Städte und Gemeinden im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg verbindet. Die Betreuung der Unternehmen erfolgt dabei seit Mai 2006 durch das Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW).

In Kooperation mit den Einrichtungen der kommunalen Wirtschaftsförderung übernimmt das TZEW die Verzahnung zwischen den Unternehmen in der Region und geeigneten Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Als Serviceleistung der Wirtschaftsförderung vor Ort ist dieses Angebot für die Unternehmen kostenfrei.

Kostenloses Angebot für Firmen

Wie die Beratung in der Praxis aussieht, zeigen vier Beispiele aus Achim und Langwedel: Die Firma "Power Innovation" stellt seit 2005 Stromversorgungsanlagen für das VDSL-Netz eines großen deutschen Telekommunikations-Unternehmens her. Doch der Auftraggeber wollte mehr: Eine Batterie, die bei Stromausfall sicherstellt, dass die Telefonnetze weiterhin funktionieren. Das Achimer Unternehmen entwickelt in Zusammenarbeit mit der Firma Li-Tec eine "Intelligente Lithium-Ionen-Batterie" auf deren Basis ein Service-Koffer und ein Energiespeicher für regenerative Energiesysteme gebaut wird.

Das TZEW stellte einen Kontakt zur Technischen Universität Clausthal her und vermittelt einen Patentanwalt, um schutzrechtliche Fragestellungen abzuklären. Bernhard Böden, Geschäftsführer von "Power Innovation" ist von der Zusammenarbeit begeistert: "Durch den Kontakt zur Hochschule entstehen neue Synergien."

Die Firma "ficonTEC" aus Achim stellt Maschinen für die Produktion und den Test von mikrooptischen Systemen her. Auf diesen High-Tech-Robotern werden Kernkomponenten moderner Spielkonsolen oder Computertomographen gefertigt. Auf der Suche nach einem leichteren Werkstoff zur Konstruktion der Systeme wünschte sich der Technische Leiter Achim Weber Informationen über kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff (CFK). Das Transferzentrum vermittelt ein Expertengespräch mit dem CFK Valley, (Kompetenznetz für CFK-Leichtbau- und Fertigungstechnologien). "In kurzer Zeit wurde für mich genau der richtige Kontakt gefunden", freut sich Weber.

Das Achimer Unternehmen "Lifepark" vertreibt Wellness- und Freizeitprodukte, insbesondere Whirlpools und passendes Zubehör. Produktmanager Timo Kuntzky hatte einige Fragen hinsichtlich einer markenrechtlichen Beratung. Worauf ist bei der Platzierung einer Marke zu achten, und welche Fördermöglichkeiten gibt es? Auch in diesem Fall brachte das Transferzentrum den Produktmanager mit einem Patentanwalt zusammen, der in einer Kurzberatung die wesentlichen Fragen klären konnte und jetzt die weiteren Möglichkeiten von Lifepark prüft.

Mit innovativer Metallverarbeitung hat sich Nando Meyer aus Langwedel selbständig gemacht. Seit zwei Jahren leitet der 24-Jährige seine Firma "MR-Metalltechnik". Als der Jungunternehmer ein Schnappverschluss-System für Montageprofile entwickelt, benötigte er Hilfe, um seine Erfindung auf Patentfähigkeit prüfen zu lassen. Das Transferzentrum vermittelte ihm einen Patentanwalt und stellte den Kontakt zum Erfinderzentrum Norddeutschland her. Zudem hat das TZEW die Antragstellung für das Förderprogramm SIGNO mit auf den Weg gebracht.

Seit 1999 gab es durch das Transferzentrum mehr als 2200 Transferaktivitäten zu Unternehmen und mit Hochschulexperten vor Ort. Firmen aus dem Kreis Verden, die vor ungelösten technischen Fragen stehen, können Kontakt mit Maren Wülpern bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises (Telefon 04231/15491) aufnehmen oder unter 04141/787080 direkt ein Erstgespräch mit dem TZEW vereinbaren.

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