Stadt Verden sucht nach Anlagemöglichkeiten Wohin mit dem vielen Geld?

Verden. Verdens Kämmerer hat ein Luxusproblem. Im vergangenen Jahr flossen Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen mehr als erwartet in die Stadtkasse. Jetzt sucht die Stadt nach lukrativen Anlagemöglichkeiten.
19.03.2010, 05:20
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Von Rolf-Dieter Vogeler

Verden. Verdens Kämmerer Wolfgang Leseberg hat ein Problem, das ihm die meisten seiner Berufskollegen mit Kusshand abnehmen würden. Während bundesweit in den Kommunen die blanke Finanznot herrscht, muss Leseberg nach Anlagemöglichkeiten suchen. Im vergangenen Jahr flossen 45 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen in die Stadtkasse, mit der Folge, dass Verdens Kämmerer zum Jahresende über flüssige Mittel in Höhe von annähernd 50 Millionen Euro verfügte.

Das Geld ist zwar unter anderem durch die für die nächste Zukunft anstehenden Investitionen weitgehend gebunden. Doch bis es tatsächlich benötigt wird, will es möglichst lukrativ angelegt sein - was nicht so einfach ist. Dank der andauernden Niedrigzinspolitik kommen die Banken derzeit so billig an Geld, dass sie für Einlagen kaum noch etwas zahlen. Ende des Jahres bekam die Stadt laut einer Mitteilung der Kämmerei gerade mal 0,5 Prozent Zinsen. Daher holte sich Leseberg vom Verwaltungsausschuss die Zustimmung, Geld, das noch nicht benötigt wird, in Inhaberschuldverschreibungen anzulegen. Die brächten bei einer einjährigen Anlagezeit immerhin 1,1 Prozent, so der Kämmerer. Insgesamt seien zwei Beträge über jeweils fünf Millionen Euro für je etwa 15 Monate angelegt worden. Gegenüber der bisherigen Anlage ergebe das einen Zinsmehrertrag von immerhin 60000 Euro.

Nach dem Rekordergebnis des vergangenen Jahres rechnet Leseberg für 2010 weiterhin mit einem deutlich verringerten Gewerbesteueraufkommen von 27 Millionen Euro, wie er in seinen Zwischenbericht zur Haushaltslage im Finanzausschuss sagte. Auch an dem auf 1,7 Millionen Euro veranschlagten Haushaltsdefizit werde sich nichts ändern, da dürfe man sich keine falschen Hoffnungen machen. Er erwarte keine Verschlechterung, aber auch keine Verbesserung: 'Die guten Jahre sind vorbei.'

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