Zukunftsregion Zusage für Finanzspritze

Gemeinsam geht vieles leichter, da sind sich die Landkreis Verden, Diepholz und Nienburg einig. Für ihre Zusammenarbeit als Zukunftsregion "Mitte Niedersachsen" bekommen sie nun sieben Millionen Euro Förderung.
20.09.2022, 17:53
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Zusage für Finanzspritze
Von Marie Lührs

Über Fördermittel in Höhe von über sieben Millionen Euro darf sich die Zukunftsregion "Mitte Niedersachsen" nun freuen. Zu ihr haben sich die Landkreise Verden, Diepholz und Nienburg zusammengeschlossen. Der Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier brachte in dieser Woche die frohe Kunde in die Allerstadt – sehr zur Freude der drei Landräte. 

Im Bereich regenerativer Energie seien die drei Landkreise unter den Spitzenreitern, nannte Verdens Landrat Peter Bohlmann eine Gemeinsamkeit. 475.000 Einwohner gebe es in der Zukunftsregion, die auch schon vor der Zusage wiederholt zusammengearbeitet habe. "Das Programm 'Zukunftsregionen in Niedersachsen' unterstützt die kreisübergreifende Zusammenarbeit von Landkreisen und kreisfreien Städten, um die zentralen gemeinsamen Herausforderungen vor Ort mit regionalen Akteurinnen und Akteuren gemeinsam zu bewältigen und die regionale Zusammenarbeit zu stärken", erklärte Wunderling-Weilbier, der dem Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung angehört, ehe er den Landräten den Förderbescheid überreichte. 

Kompetenzen vor Ort nutzen

"Die Zukunftsregion 'Mitte Niedersachsen' legt mit ihren beiden Leitprojekten 'Bildungsoffensive Nachhaltiges Bauen' und 'Modellregion Wärmewende: Siedlungen CO2-neutral beheizen' gezielt den Fokus auf gegenwärtige und künftige Herausforderungen auf kommunaler Ebene", erläuterte Bohlmann. Beide Projekte seien nur in ihrer Kombination sinnvoll. Ziel sei es, die vorhandenen Kompetenzen im Bereich nachhaltiges Bauen zu stärken und zielgerichtet einzusetzen, um in drei verschiedenen Pilotsiedlungen die Wärmewende mit erneuerbaren Energien umzusetzen. Dabei werde das Augenmerk jedoch nicht ausschließlich auf die Art der Energieerzeugung gerichtet, sondern auch auf den Einsatz von nachhaltigen Baustoffen, die mit möglichst wenig CO2-Emissionen hergestellt würden. Die passenden Ansprechpartner habe man im Landkreis Verden beispielsweise mit dem Norddeutschen Zentrum für nachhaltiges Bauen und der Klimaschutz- und Energieagentur des Landkreises Verden in direkter Nachbarschaft.

Nicht nur auf Landkreisebene, sondern auch bei konkreten Bauprojekten sei es sinnvoll, zusammenzuarbeiten, sagte Bohlmann. So sei es beispielsweise nicht nötig, ein Quartier mit 20 Wärmepumpen auszustatten. Stattdessen könnten mehrere Gebäude von einer Tiefenbohrung profitieren. 

Ähnliche Herausforderungen

Die ländliche Lage stelle alle drei Landkreise vor ähnliche Herausforderungen, erklärt Diepholz Landrat Cord Bockhop. Dadurch falle die Zusammenarbeit leicht. Ein Anliegen für die Region könne es sein, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie die vorhandene Infrastruktur künftig für umweltfreundliche Alternativen zum Erdgas genutzt werden kann. "Wir haben viele gemeinsame Anliegen", sagte auch Nienburgs Landrat Detlev Kohlmeier. Die Aufgabenliste sei lang, die Fördermittel eröffneten jedoch neue Spielräume. "Wir setzen darauf, dass wir engagierte und motivierte Partner gewinnen." Denn das sei ein wichtiger Faktor für das Gelingen der Vorhaben. Er und seine Mitstreiter seien jedoch zuversichtlich, dass das gelingen werde, denn regional und fachlich sei die Gruppe gut aufgestellt. "Wir werden das Beste daraus machen", versicherte er dem Gast aus dem Niedersächsischen Ministerium. In seinem Landkreis gebe es bereits zwei Gemeinden, in denen Siedlungen geplant würden, die von den geförderten Projekten profitieren könnten.

Mit viel Elan haben die drei Landkreise an ihrem Konzept gearbeitet, versicherte Bohlmann und mit ebenso viel Elan solle die Arbeit nun auch weitergehen. Den Fokus haben die Kreise im Herzen Niedersachsens auf die Handlungsfelder Regionale Innovationsfähigkeit und CO2-arme Gesellschaft und Kreislaufwirtschaft gelegt. 

"Land der Energiewende"

"Niedersachsen ist das Land der Energiewende", betonte Wunderling-Weilbier. Es biete im Hinblick auf erneuerbare Energien die besten Voraussetzungen. Nun gelte es, diese zu nutzen. "Nicht wir aus Hannover sagen, was gut und richtig ist", ergänzte er. "Wir sehen uns eher als Dienstleister." In der Region werde sehr gut erkannt, was gebraucht werde, zeigte er sich bei seinem Besuch in Verden überzeugt. Genau auf diese Kompetenz setze daher auch das Förderprogramm. Aus der Perspektive der EU sei die Unterstützung ganzer Region sinnvoll. "Man kann Herausforderungen nur gemeinsam bestreiten." In der Mitte Niedersachsens seien die Bedarfe zudem anders als in anderen Regionen des Landes. Was bisher von den drei Landkreisen geplant worden sei, sei großartig, lobte der Staatssekretär das Engagement der Beteiligten. 

Das Landkreis-Trio ist eine von 14 Zukunftsregionen in Niedersachsen, die bis in das Jahr 2028 von Mitteln der Europäischen Union profitieren. Die Gelder – insgesamt sind es 96 Millionen Euro – stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie dem Europäischen Sozialfonds.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+