32 Kitaplätze fehlen Berne braucht einen neuen Kindergarten

Der Mangel an Kitaplätzen macht auch vor Berne nicht halt. 32 Kinder stehen auf der Warteliste für einen Platz, die Gemeinde braucht dringend ein weiteres Gebäude
18.06.2019, 20:52
Lesedauer: 3 Min
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Von Barbara Wenke

Jedes Kind, das einen Rechtsanspruch auf einen Kindergarten- oder Krippenplatz hat, soll einen bekommen. Das ist in Berne nicht anders als in anderen Gemeinden. Nur: In der 6800-Seelen-Gemeinde fehlen diese Plätze.

52 sind es zurzeit. Allein im Krippenbereich werden mittelfristig vermutlich drei neue Gruppen benötigt, teilte Fachbereichsleiterin Anke Egenhoff am Dienstagabend im Schul- und Sozialausschuss des Berner Gemeinderates mit. Ihr Fazit: "Wir brauchen einen neuen Kindergarten."

Für das kommende Kindergartenjahr hofft die Fachbereichsleiterin, das Problem aus Bordmitteln lösen zu können, mit einer zeitlich befristeten Kleingruppe für zehn Kinder im Dachgeschoss der Kita Berne sowie einer Außenstelle der Kita Ganspe für acht Kinder im evangelischen Gemeindehaus an der Möwenstraße. 19 auf dem Papier vorhandene freie Plätze in der Kita Berne kann die Gemeinde dagegen nicht vergeben, die sind nur am Nachmittag verfügbar. Ein neues Gebäude muss also her. Egenhoff kam aber nicht umhin zu betonten: "Mir fehlt der Platz." Weder stünden Grundstücke noch kommunale Gebäude zur Verfügung.

Zuspitzung durch Baugebietsausweitung

Mit der Ausweitung des Baugebietes am Schwarzen Weg werde sich die Situation zuspitzen, schwant Egenhoff. Sie ist sich sicher, bislang mit falschen Zahlen operiert zu haben. So habe sie sich an dem vom Landkreis vorgeschlagenen Deckungsgrad von 35 Prozent für Krippenkinder orientiert. Für Berne würde dies rechnerisch 45 Plätze bedeuten. Real zur Verfügung stehen allerdings nur 30. Beantragt wurden hingegen 50. Anke Egenhoff geht von einem noch viel höheren Bedarf aus. "Wir können langfristig wohl von einem 80-prozentigen Bedarf ausgehen." Verteilt auf die im Gemeindegebiet vorhanden Krippen und Tagespflegeplätze blieben dann 42 Jungen und Mädchen unversorgt.

Anhand einer Powerpoint-Präsentation veranschaulichte Egenhoff den Lokalpolitikern und zahlreichen Zuhörern, nach welchen Kriterien die Gemeinde derzeit ihre Betreuungsplätze vergibt. Nach einer Sozialauswahl werden vorrangig Kinder von Alleinerziehenden, die berufstätig oder arbeitssuchend sind, bedacht. Nächste auf der Liste sind Kinder von zwei berufstätigen Eltern. Es folgen Kinder im Vorschulalter. Vorrang vor Kindern zweier nicht-berufstätiger Eltern haben zudem Kinder, bei denen ein Elternteil berufstätig und ein Elternteil arbeitssuchend ist. Bei Kindern mit gleichen Voraussetzungen werden ferner familiäre Belastungen, die Wartezeit sowie die Tatsache, ob Geschwisterkinder bereits eine Kindertagesstätte besuchen, betrachtet.

Sozialauswahl

"Durch die Sozialauswahl soll verhindert werden, dass Eltern ihren Arbeitsplatz für die Betreuung ihres Kindes aufgeben müssen. Es soll sichergestellt werden, dass die Plätze bedarfsgerecht verteilt werden", sagte Egenhoff. Eine junge Zuhörerin erzählte von ihren Problemen. Sie berichtete, dass ihr Mann selbstständig und somit den ganzen Tag außer Haus sei. Sie selbst sei in den Vormittagsstunden berufstätig. Sie brauche den Platz dringend. Ein Nachmittagsplatz, von denen in Berne im Kindergartenbereich immerhin noch 19 zur Verfügung stehen, helfe ihr nicht im Geringsten, so die Besucherin. Eine ausschließliche Betreuung am Nachmittag gehe in Berne am Bedarf der Eltern vorbei, untermauerte auch Egenhoff.

Der Gemeinde stehen derzeit 204 Kindergartenpätze und 30 Krippenplätze zur Verfügung. Eine kommunale Tagespflegestelle befindet sich im Aufbau, eine weitere ist vor wenigen Tagen an den Start gegangen. Selbst die dort bis voraussichtlich 1. September zur Verfügung stehenden zwölf Plätze werden nicht ausreichen, alle Ein- bis Zweijährigen zu versorgen. Acht von ihnen bleiben unversorgt.

Bei den Platzvergaben der kommunalen Tagespflegestellen werden dieselben Kriterien angewendet wie bei der Kindergarten- und Krippenbelegung. Ob bei der Platzvergabe der privaten Tagespflegepersonen soziale Kriterien ebenfalls eine Rolle spielen, ist der Verwaltungsmitarbeiterin nicht bekannt. Seit 1996 gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, seit dem Jahr 2013 auf einen Krippenplatz.

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