Betriebserweiterung

Neubaupläne bei Fischer & Plath

Fischer & Plath möchte an der Industriestraße noch in diesem Jahr mit dem Bau eines mehrgeschossigen Gebäudes beginnen, um mehr Platz für verschiedene Abteilungen zu schaffen.
10.03.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Georg Jauken
Neubaupläne bei Fischer & Plath

So sehen die Architekturvisualisierungen aus: ein Neubau mit rund 1170 Quadratmeter Nutzfläche auf drei Etagen für rund drei Millionen Euro.

illustrationen: Fischer & Plath

Berne. Fischer & Plath möchte an der Industriestraße noch in diesem Jahr mit dem Bau eines mehrgeschossigen Gebäudes beginnen, um mehr Platz für die Abteilungen Einkauf, Qualitätssicherung, IT, Projektentwicklung, Arbeitsvorbereitung und Fertigungsleitung zu schaffen. Die Kosten für den Neubau mit rund 1170 Quadratmeter Nutzfläche auf drei Etagen werden mit drei Millionen Euro veranschlagt. Das Unternehmen sieht darin eine Investition in einen zukunftssicheren Industriestandort. Erst 2019 war das neue Verwaltungsgebäude und Logistikzentrum fertiggestellt worden.

Fischer & Plath bezeichnet sich selbst als einen der größten Hersteller und Zulieferer von metallischen Dichtungen in Europa. In elf Hallen mit 16.000 Quadratmeter überdachter Fläche direkt in der Weser werden Flanschdichtungen, Ausgleichsscheiben, Brennraumabdichtungen, Halteringe, Hitzeschutzscheiben, Sortimentskästen, Unterlegscheiben, Stanzteile und viele weitere Teile für Kunden in 75 Ländern hergestellt. Zu den wichtigsten Abnehmern gehört die Automobilindustrie mit ihren Zulieferern wie BMW, Daimler, Bosch und Continental. Aber auch Firmen wie der Flugzeugbauer Airbus zählen zu den Kunden. Die Zahl der jährlichen produzierten Dichtringe gibt das Unternehmen mit 1,39 Milliarden an, den Jahresumsatz mit 25 Millionen Euro (2018).

Das neue Funktionsgebäude soll vor der Halle 7 entstehen, die Fassade an das 2018/19 errichtete Verwaltungsgebäude angepasst werden. Neben der Architektur, die viel Licht ins Innere lässt, sieht Firmensprecher Mark Mumm vor allem die Integration von Meeting-, Sozial-, Sanitär- und Umkleideräumen in den Neubau als einen großen Qualitätsgewinn. Denn bislang ist ein Teil der Abteilungen, die den Neubau beziehen sollen, in Container-Bauten untergebracht. In denen war und ist für solche Annehmlichkeiten kein Platz. Die Container müssen nun zunächst an eine andere Stelle auf dem 70.000 Quadratmeter großen Werksgelände versetzt werden, damit die Fläche vor der Halle 7 für den Neubau frei wird. Weil mit dem Umzug der Container auch die Versorgungseinrichtungen (Strom, Wasser, IT) neu hergestellt werden müssen, wird nach Einschätzung des Unternehmenssprechers bis zum Baubeginn noch einige Zeit vergehen.

Abgeschlossen werden soll der Bau des neuen Funktionsgebäudes bis Juni 2022. Dann soll auch die Abteilung Drahterodieren (Drahtschneiden) auf das Werksgelände an der Industriestraße verlegt werden, wie Mark Mumm weiter berichtet. Bisher befindet es sich in Zeven. Fischer & Plath hatte die früher eigenständige Firma übernommen. Nach dem Umzug der beiden Mitarbeiter und der für das Präzisionsschneideverfahren für elektrisch leitende Materialien benötigten Maschinen soll der Standort Zeven aufgelöst werden. Vorher feiert das Unternehmen allerdings noch sein 60-jähriges Bestehen. Fischer & Plath wurde am 14. September 1961 von Friedrich Plath gegründet. Zusammen mit drei Mitarbeitern stellte er anfangs handgemachte Spezialdichtungen beispielsweise für Oldtimer her. Das Unternehmen etablierte sich am Markt und wuchs. 1983 übernahm der damals 25 Jahre junge Ralf Mertens das Unternehmen und stellte es neu auf. Seitdem stehen automatische Stanz-Produktionen und Massenfertigungen im Vordergrund, die Produktpalette wurde stetig erweitert. Nach wie vor sind allerdings auch maßgeschneiderte Dichtungslösungen nach kundenspezifischen Anforderungen in Kleinstserien erhältlich. Die dafür benötigten Stanzwerkzeuge werden in Eigenleistung entworfen und hergestellt.

Daran soll sich auch während der bevorstehenden Bauphase nichts ändern. „Der Betrieb muss weiter gehen“, sagt Mark Mumm. Es stünden ausreichend große Flächen für die Lagerung von Baumaterialien, Baucontainern und ähnliches zur Verfügung. Während der Bauphase werde es keine Beeinträchtigungen des laufenden Unternehmensbetriebs geben.

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Zur Sache

Farbenfrohe Wandbilder

Der Berner Dichtringhersteller Fischer & Plath erhält nicht nur ein neues Funktionsgebäude. Zwei der vorhandenen Hallen bekommen einen neuen Look. Der auf künstlerische Fassadengestaltung spezialisierte Peter Stöcker, der in der Bremer Speicherstadt die Gestaltungsagentur „Lucky Walls“ betreibt und deutschlandweit Flächen gestaltet, soll die Hallen mit großen Fassadenbildern verschönern. Ob er dafür zur Sprühdose, Airbrush oder zum klassischen Pinsel greift, wird sich noch zeigen. Nach einer Ortsbesichtigung erarbeitet er zurzeit einen Entwurf, berichtet Firmensprecher Mark Mumm. Vorgaben von Seiten des Unternehmen gebe es nicht. Umso gespannter sei man nun, welchen Entwurf ihnen Stöcker in den kommenden Tagen präsentieren werde.

In den zurückliegenden Jahren hatte Peter Stöcker unter anderem die Wände in der Fitnesshalle des TuS Huchting großflächig mit Graffiti sowie die Fassaden mehrerer Mehrfamilienhäuser in Bremen mit farbenfrohen Wandbildern gestaltet.

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