Notruf "Alarmierungszeit verkürzt sich"

Die standardisierten Notrufdialoge dauern länger als die bisherigen Gespräche. Warum die Alarmierung dennoch schneller vonstatten geht.
23.01.2023, 16:26
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Barbara Wenke

Michael Richartz, Sprecher der Bremer Feuerwehr, bestätigt die Aussage des Berner und des Lemwerderaner Gemeindebrandmeisters, Klaus Niekamp und Hartwig Sondag, dass die vor rund einem Jahr eingeführte standardisierte Notrufabfrage im Durchschnitt länger dauere als frühere Notrufdialoge. Die Kritik daran teilt er aber nicht, denn die Alarmierungszeiten seien mit dem System deutlich verkürzt worden.

"Das System erzeugt einen eindeutigen Einsatzcode, der freigegeben wird, sobald die wesentlichen Informationen im Notrufdialog abgefragt wurden. Das passiert in der Regel zu einem frühen Zeitpunkt im Notrufdialog", berichtet Richartz. Je kritischer das Ereignis, desto schneller werde der Einsatzcode erzeugt.

Lesen Sie auch

In der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle der Feuerwehr Bremen ist das identische Produkt eingeführt worden wie in der Großleitstelle Oldenburg Land. Der längere Notrufdialog hänge im Wesentlichen damit zusammen, "dass wir mit den Protokollen den Hilfesuchenden das Maximum an Hilfestellungen und Unterstützung zur Verfügung stellen wollen." Das Spektrum reiche von einfachen Anleitungen zur Wundversorgung, über Geburtsbegleitung bis hin zur telefonischen Anleitung von Wiederbelebungsmaßnahmen. Bei lebensbedrohlichen Situationen oder wenn es die Hilfesuchenden wünschten, blieben die Einsatzsachbearbeiter bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder der Feuerwehr in der Leitung.

"Die Dienstleistung der Leitstellen geht somit deutlich über das Erkennen der Notfallsituation und der Alarmierung der erforderlichen Einsatzmittel hinaus." Sie sei zudem nicht abhängig von individuellen Leistungen einzelner Einsatzsachbearbeiter. "Durch die Standardisierung führen identische Sachverhalte zu identischen Dispositionsentscheidungen und was für mich sehr wichtig ist, zu rechtssicheren Dispositionsentscheidungen", sagt der Projektleiter für die Einführung der standardisierten Notrufabfrage in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle der Feuerwehr Bremen. Im Bremer Stadtgebiet habe die Zahl der Notarzteinsätze trotz deutlich gestiegener Notrufeingänge reduziert und diese Einsatzwagen für dringende Notfälle bereit gehalten werden können. Im Bereich der Qualität bedeute die Standardisierung der Notrufabfrage einen Quantensprung für die Leitstellenarbeit, sagt Richartz.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+