Schnellbremsung in Berne Mann spaziert auf Gleisen

Seelenruhig spaziert ein 23-Jähriger auf den Bahngleisen in Berne. In letzter Sekunde verhindert der Triebfahrzeugführer einen Unfall. Die Polizei hat anschließend ihre liebe Müh und Not mit dem jungen Mann.
26.09.2022, 12:52
Lesedauer: 1 Min
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Mann spaziert auf Gleisen
Von Barbara Wenke

Ein 23-jähriger Mann spazierte am Sonnabend gegen 15.30 Uhr auf den Bahngleisen in Berne. Er zwang dadurch den Triebfahrzeugführer der nahenden Regionalbahn RS 4 zu einer Schnellbremsung. Der mit rund 150 Reisenden besetzten Zug kam noch rechtzeitig zum Stehen. Der Mann spazierte derweil unbeirrt weiter, bis ihn eine Streife der Bundespolizei aufgriff. Allerdings hatten die Beamten Mühe, den Mann vom Gleiskörper zu bekommen. Er wehrte sich so heftig, dass die Polizisten ihn schließlich fesselten.

Weil der Mann ohne Ausweis unterwegs war, wurde er zur Dienststelle der Bundespolizei nach Oldenburg gebracht und dort erkennungsdienstlich behandelt. Bei der Feststellung seiner Personalien fanden die Beamten heraus, dass der 23-Jährige, der in Deutschland über keinen festen Wohnsitz verfügt, bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten ist. Die zuständige Staatsanwaltschaft Oldenburg entschied, ihn festzunehmen und ein beschleunigtes Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte durchzuführen. Beschleunigte Strafverfahren werden häufig angewendet, wenn neben einer klaren Beweislage der auf frischer Tat betroffene Täter ohne festen Wohnsitz ist.

Das Amtsgericht Oldenburg ordnete am Sonntag an, dass der Mann die Zeit bis zur Hauptverhandlung in Haft verbringt. In den kommenden Tagen wird die Entscheidung über das Strafmaß fallen.

Die Bahnstrecke zwischen Hude und Brake war wegen des Vorfalls 40 Minuten lang für den Zugverkehr gesperrt. Vier Züge der Nordwestbahn verspäteten sich dadurch um insgesamt 189 Minuten.

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