Ollen-Überführung für Fußgänger Brücke aus Aluminium bevorzugt

Ob 2022 tatsächlich ein neuer Fußgängerübergang über die Ollen gebaut werden kann, hängt von den Gemeindefinanzen ab. Der Berner Gemeindeentwicklungsausschuss hat jetzt eine erste Vorentscheidung getroffen.
23.04.2021, 06:00
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Von Georg Jauken

Berne. Fünf Jahre nach Abriss der Ollen-Brücke in der Ortschaft Hekeln gibt es eine erste Vorentscheidung über einen Ersatzneubau. Nachdem die Vor- und Nachteile verschiedener Varianten diskutiert wurden, sprach sich der Gemeindeentwicklungsausschuss am Dienstagabend für den Neubau einer Aluminium-Brücke aus. Für die Vorplanung einer solchen Brücke in diesem Jahr steht ein Betrag in Höhe 7660 Euro zu Verfügung, sodass zu den Haushaltsberatungen für das Jahr 2022 im kommenden Herbst eine „realistische“ Bausumme eingeplant werden könnte, wie es hieß. Der Verwaltungsausschuss muss diesem Vorschlag allerdings noch zustimmen.

Bislang war der Ersatz-Neubau für die Fußgängerbrücke zwischen B 212 und Lechterstraße in Hekeln am fehlenden Geld gescheitert. Wie viel Geld für einen Brückenneubau benötigt wird, war jetzt auch das Thema im Ausschuss. Für die vor mehreren Jahren von der Firma SGL Rotec (Lemwerder) ins Gespräche gebrachte Variante Carbonbrücke rechnet die Gemeinde nach den bislang vorliegenden Angeboten mit Kosten in Höhe von 254.000 Euro. Da SGL Rotec inzwischen nicht mehr existiert, würde die 25,50 breite und 1,75 Meter breite Carbonbrücke samt Geländer und einfacher Bodenbeschichtung von der Firma Geradts aus Bremen fertiggestellt und geliefert. Das Problem: Der Brücke fehlt die Zulassung für die Verwendung im öffentlichen Raum. Für den Fall, dass die Gemeinde Berne die Brücke doch nicht mehr möchte, hat die Firma daher wissen lassen, den „Rohbrückenkörper“ entsorgen zu wollen. Zwischenzeitlich soll der Brückenkörper bei Ebay für einen Euro zum Verkauf angeboten worden sein.

Als Alternative galt bislang die Idee, ein 24,50 Meter langes und zwei Meter breites Stahlsegment einer alten Pierbrücke aus dem Jahr 1972 als Fußgängerbrücke in Hekeln wiederzuverwenden. Aktuell liegt es bei N-Ports im Hafen Brake. Ein Ingenieurbüro aus Oldenburg hat das Segment vor Ort begutachtet und einige Mängel festgestellt, die jedoch behoben werden könnten. Das elf Tonnen schwere Stahlsegment selbst wäre zum Schrottwert von 2750 Euro zu haben. Zusammen mit den Kosten für die Ausbesserungsarbeiten, Korrosionsschutz, einen zusätzlichen Handlauf, Tiefgründung, Baugenehmigung, Wiederherstellung des Schotterwegs und ähnliches würde daraus ein Gesamtbetrag in Höhe von 185.000 Euro. Da die 49 Jahre alte Stahlbrücke aller Voraussicht nach auch in Zukunft wieder Rost ansetzt, müsste sie regelmäßig unterhalten werden.

Als deutlich günstiger in der Unterhaltung gilt deshalb die jetzt vom Ausschuss favorisierte Aluminiumbrücke. Dafür liegen die Anschaffungs- und Baukosten ersten Angaben nach etwas über denen für die Stahlbrücke. Dafür bekäme die Gemeinde dann allerdings eine Brücke in der Normbreite für Radwegbrücken (2,50 Meter) mit einer Lebensdauer von etwa 80 Jahren. Die Gemeindeverwaltung soll jetzt erkunden, ob sich einer der örtlichen Industriebetriebe in der Lage sieht, eine solche Brücke zu bauen, und wie viel sie genau kosten würde. Außerdem soll die Verwaltung die Chancen auf eine finanzielle Förderung des Brückenneubaus erkunden. Ob die Brücke dann tatsächlich im Jahr 2022 realisiert werden kann, hängt vor allem von der Entwicklung der Gemeindefinanzen ab. In diesem Jahr fehlen Berne rund zwei Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen. Weitere finanzielle Einbußen als Folge der anhaltenden Corona-Krise werden erwartet.

Die alte Holzbrücke über die Ollen war von einem aggressiven Pilz befallen und jahrelang aus Sicherheitsgründen gesperrt, bevor sie 2016 abgerissen wurde. Seitdem müssen Fußgänger und Radfahrer einen Umweg über Hiddigwarden oder Harmenhausen in Kauf nehmen, wenn sie die Ollen überqueren wollen.

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