Stallbrand in Berne Zwei Helfer verletzt, einige Tiere verendet

Diverse Tiere sind Opfer eines Stallbrandes in den frühen Morgenstunden in Berne geworden. Als das Dach einstürzte wurden auch zwei Brandhelfer verletzt. Geschätzter Schaden: 250.000 Euro.
07.04.2021, 17:02
Lesedauer: 2 Min
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Von Georg Jauken

Es war eine lange Nacht. Als sich Jens Tychsen und die Einsatzkräfte der Feuerwehr Weserdeich am Mittwoch gegen 11.30 Uhr auf den Weg zum Feuerwehrgerätehaus machen, sind sie seit mehr als neun Stunden im Einsatz. Das Feuer in einem Stall in der Nähe der Deichstraße im Berner Ortsteil Ranzenbüttel ist gelöscht, das angrenzende Wohnhaus gerettet. Doch von dem Stall ist kaum etwas übrig und auch zahlreiche Tiere konnten nicht rechtzeitig vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden.

Der Alarm war in der Nacht zum Mittwoch gegen 2.15 Uhr eingegangen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte steht das Gebäude bereits lichterloh in Flammen. Unmittelbar danach beginnen die Löscharbeiten. Wenig später sind bis zu 120 Einsatzkräfte im Einsatz. Die Feuerwehren aus Lemwerder und Bardewisch haben ihre Atemschutzträger geschickt, die Feuerwehren aus Brake und Ganderkesee unterstützen die Löscharbeiten mit ihren Drehleitern. Auch die Feuerwehr Elsfleth und die Polizei sind vor Ort.

Während ein Teil der Feuerwehrkräfte zwischen dem Stall und einem nahen Wasserlauf Schläuche verlegt und die Pumpen in Stellung bringt, um die Löschwasserversorgung für den absehbar langen Einsatz sicherzustellen, versuchen andere Feuerwehrleute zusammen mit den Bewohnern des Hofs so viele Tiere wie möglich aus dem Stall zu holen. Für drei oder vier Pferde und etwa 30 Schafe kommt jede Hilfe zu spät, berichtet Jens Tychsen. Wie viele Lämmer in den Flammen ums Leben gekommen sind, vermag er nicht zu sagen.

Tychsen und Gemeindebrandmeister Klaus Niekamp sind froh, dass sie noch Schlimmeres verhindern konnten. So wie ein Übergreifen der Flammen auf das unmittelbar mit dem Stall verbundene Wohnhaus und die teilweise ebenfalls mit dem brennenden Gebäude verbundenen weiteren Ställen. Vor allem die Milchkühe können gerettet werden, freut sich Jens Tychsen.

Zwei Feuerwehrleute tragen bei dem Einsatz allerdings Verletzungen davon, als sie bei der Rettung der Tiere von herabfallenden Trümmerteilen einer einstürzenden Giebelwand getroffen werden. Später werden sie in ein Krankenhaus gebracht, können es aber nach kurzer ambulanter Behandlung ihrer Prellungen wieder verlassen.

An der Einsatzstelle wird in den frühen Morgenstunden mit Hilfe eines Baggers der ausgebrannten Stall eingerissen, um das Heu aus dem Stall zu holen und die Glutnester zu löschen. Die Kadaver der in den Flammen verendeten Tiere werden verladen und abtransportiert. Bevor Niekamp den Brandort am Mittwochmittag zusammen mit den letzten Einsatzkräften verlässt, sperren sie die Brandruine ab. Die Polizei hat die Einsatzstelle beschlagnahmt. Am Nachmittag werden die Brandermittler erwartet, um nach Hinweisen auf die Brandursache zu suchen.

Etwa zur gleichen Zeit werden die beteiligen Feuerwehren wieder bereit sein für ihren nächsten Einsatz, erwartet Niekamp. Ihre Einsatzkleidung ist da schon teilweise auf dem Weg zur Wäscherei in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Brake. Rauch, Ruß, Löschwasser und der nasse Marschboden haben aber nicht nur deutliche Spuren auf der Ausrüstung der Feuerwehrkräfte hinterlassen. „Die Autos sehen aus, das können Sie sich nicht vorstellen“, sagt Jens Tychsen während der Rückfahrt und stellt sich auf die fällige Autowäsche ein.

Ein vollständig niedergebrannter Stall, verendete Pferde und Schafe: Die Polizei schätzt den Schaden noch in der Nacht auf 250.000 Euro. An dem durch eine Brandmauer geschützten Wohnhaus sind lediglich Rußablagerungen entstanden. Es kann weiter bewohnt werden. Gelitten hat bei dem stundenlangen Einsatz auch die Stimme von Gemeindebrandmeister Niekamp. Sie hört sich heiser an, als er an den beim Eintreffen der Feuerwehrkräfte sehr weit fortgeschrittenen Brand zurückdenkt und sich fragt, ob das Feuer womöglich wegen der Ausgangssperre nicht eher bemerkt worden ist.

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