Unterstützung für Infrastruktur-Projekte

Wesermarsch profitiert von Fördermitteln

Allein für die Infrastrukturförderung wurden rund 2,6 Mio. Euro bereitgestellt. Geld ist auch nach Berne und Lemwerder geflossen.
20.05.2021, 17:00
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Von Björn Josten
Wesermarsch profitiert von Fördermitteln

Die Firma Fischer und Plath profitierte von Fördermitteln.

Wirtschaftsförderung Wesermarsch

Eine positive Bilanz der ablaufenden Förderperiode zieht die Wirtschaftsförderung für die Wesermarsch. „Neben anderen ehemaligen GRW-D-Fördergebieten wurde auch für den Landkreis Wesermarsch aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung eine Fördermöglichkeit für kleine und mittlere Unternehmen und hochwertige wirtschaftsnahe Infrastruktur eröffnet“, erläutert Johann Gelder von der Wirtschaftsförderung Wesermarsch. „Konkret ergingen daraus bislang Zuwendungsbescheide von insgesamt über 4,4 Millionen Euro in den Landkreis“, resümiert Gelder, der Betriebe zu Fördermitteln berät.

Allein für die Infrastrukturförderung wurden rund 2,6 Millionen Euro bereitgestellt und flossen in Projekte wie das neue Gewerbegebiet Edenbüttel 2 in der Gemeinde Lemwerder oder in den Ausbau der Industriestraße in Berne. „Der Förderansatz von 1,2 Millionen Euro war die Grundlage dafür, um den Gewerbestandort infrastrukturell stärken zu können“, so Bernes Bürgermeister Hartmut Schierenstedt im Rückblick. Dank der Förderung sei das Vorhaben realisierbar und die knappen kommunalen Mittel könnten in Kombination mit der Förderung zielgerichtet für die Gemeinde und die lokalen Betriebe eingesetzt werden.

Im Bereich der Investitionsförderung wurden insgesamt rund 1,9 Millionen Euro bewilligt. Aus Sicht von Ralf Mertens, Inhaber von Fischer und Plath, war der Förderbescheid ein wichtiger Baustein für die betriebliche Weiterentwicklung. „Wir haben 2018 am Standort rund 7,5 Millionen Euro investiert. Die Fördermittel von 750.000 Euro haben uns geholfen, die Unternehmensstruktur
zu entwickeln, Arbeitsplatzbedingungen zu verbessern und zusätzliche Wachstumsimpulse am Standort Berne zu ermöglichen.“

Wichtiges Element für die Wirtschaftsförderung in Deutschland ist die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Es geht dabei um Möglichkeiten zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in Regionen mit Strukturschwäche. Grundlage für die Einstufung als Fördergebiet sind bestimmte statistische regionale Indikatoren. Aus dieser Förderkulisse und ihren Möglichkeiten war der Landkreis Wesermarsch vor einigen Jahren herausgefallen; 2014 war er in der neuen Fördergebietskarte nicht mehr vertreten. Sehr positiv sei deshalb vor Ort eine 2017 im Rahmen der EU-Förderperiode in Niedersachsen geschaffene Chance aufgenommen.

Seit 2020 laufen die politischen Beratungen zwischen dem Bund und den
Ländern über die Förderprogramme der neuen EU-Förderperiode von
2021 bis 2027. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Nils Siemen,
hofft, dass die Wesermarsch zukünftig bei der GRW-Förderung berücksichtigt wird: „Die Entscheidung ist von weitreichender Bedeutung, weil mit der Definition als GRW-Fördergebiet zugleich die Voraussetzung für die Nutzung weiterer Förderprogramme geschaffen wird.“

Das sieht Landrat Thomas Brückmann genauso: „Die bisherigen Erfahrungen
zeigen, dass der Landkreis, trotz positiver Wirtschaftsentwicklungen,
auch weiterhin ein schlagkräftiges Finanzinstrument braucht, um die
Kommunen und Unternehmen gleichermaßen zu unterstützen“. Der
Landrat setzte ebenfalls darauf, dass die lokalen Vertreter der Landes- und
Bundespolitik die Wesermarsch im Wettbewerb der Regionen im
Auge behalten.

Nach den Worten von Astrid Grotelüschen (CDU), Mitglied im Wirtschaftsausschuss, wird die Wesermarsch wieder ins GRW-Programm zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen aufgenommen.  Dies sei möglich geworden, weil zukünftig „neben den üblichen Parametern der Arbeitslosenquote oder Wirtschaftskraft einer Region auch so elementare Faktoren wie die demographische Entwicklung oder auch die Zu- und Abwanderung gewichtet werden", so Grotelüschen.

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