EWE und Uniper mit gemeinsamem Projekt

Wasserstoffhub in der Wesermarsch

Langsam nimmt die Wasserstoffspeicherung in der Kaverne im Landkreis Wesermarsch immer konkretere Formen an. Außerdem hat Energieversorger EWE nun eine Kooperation mit Kraftwerksbetreiber Uniper geschlossen.
23.04.2021, 19:25
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Wasserstoffhub in der Wesermarsch
Von Lisa Boekhoff
Wasserstoffhub in der Wesermarsch

Die EWE will ihre Kaverne in Huntorf im Landkreis Wesermarsch in Zukunft für die Speicherung von Wasserstoff nutzen.

EWE AG

Die Energieversorger EWE und Uniper planen in Elsfleth im Landkreis Wesermarsch einen gemeinsamen Wasserstoffhub. Das teilten die Unternehmen am Freitag mit. Demnach soll am Standort in Huntorf mit erneuerbarer Energie aus Windstrom Wasserstoff erzeugt werden. Der Wasserstoff solle der Industrie und dem Mobilitätssektor angeboten werden. EWE und Uniper haben einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnet. Uniper betreibt in Huntorf ein Druckluft-Speicherkraftwerk, EWE besitzt dort Erdgas-Kavernenspeicher. Das seien beste Voraussetzungen mit Blick auf das Vorhaben, sagte der EWE-Vorstandschef Stefan Dohler. Die Kavernenspeicher sollen der Wasserstoffspeicherung dienen.

„Die Tatsache, dass Uniper am Standort Huntorf ein (CAES - Compressed Air Energy Storage) betreibt und EWE in unmittelbarer Nähe einen Erdgas-Kavernenspeicher, sind mit Blick auf das Vorhaben beste Standort-Voraussetzungen“, sagt Dohler. So könnten Kavernenspeicher perspektivisch auch für die Wasserstoffspeicherung nutzbar sein und vorhandene Erdgasleitungen dem Transport von Wasserstoff dienen. EWE sammelt dazu aktuell in verschiedenen Projekten umfangreiche Erfahrungen – beispielsweise im Forschungsprojekt HyCavMobil zur Nutzung von Salzkavernen zur Wasserstoffspeicherung. Mit HyWays For Future wird bereits ein erster Markt für grünen Wasserstoff im Verkehrssektor aufgebaut.

Das Ausbaupotential des Standortes wird zurzeit auf bis zu 300 Megawatt geschätzt. Die einzelnen Ausbaustufen werden sich am Wasserstoffabsatz orientieren. Ein Schwerpunkt der Projektentwicklung wird die enge Verzahnung der Kooperation mit den Wasserstoffkunden und deren Projekten vor Ort sein. Mitte des Jahrzehnts könnten erste Wasserstoffkunden versorgt werden.

„Die Kooperation profitiert auch von den Uniper-Erfahrungen aus Bau und Betrieb von Elektrolyseanlagen sowie der Vermarktung von Wasserstoff. Darüber hinaus verfügen wir als Uniper über die Netzanschlusskapazität, die erforderlich ist, um die für die Wasserstofferzeugung notwendigen Elektrolyseure in das Stromnetz einzubinden. Bereits heute ist das einzigartige Speicherkraftwerk über zwei Hochspannungsleitungen an das Netz angeschlossen, die in die windreichen Regionen nach Nordwesten und Nordosten führen“, sagt Uniper-Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Maubach.

Darüber hinaus bietet die Kooperation von Uniper und EWE am Standort Huntorf die Möglichkeit, Wasserstoff zukünftig auch im hoch-effizienten CAES zu nutzen und damit notwendige Entwicklungen zur Lösung der „Dunkelflauten-Problematik“ im zukünftigen Energiesystem – basierend auf überwiegend fluktuierender erneuerbarer Stromerzeugung – bereits heute vorzubereiten.

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