Ermittlungen vor dem Abschluss Gorch-Fock-Affäre: Ex-Vorständen der EW AG drohen Haftstrafen

Selbst die Ermittler sprechen von einem "Mammutverfahren": In der Affäre um das Schulschiff "Gorck Fock" stehen die Ermittlungen kurz vor dem Abschluss. Zwei beteiligten Ex-Vorständen drohen Haftstrafen.
17.01.2022, 09:50
Lesedauer: 1 Min
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Gorch-Fock-Affäre: Ex-Vorständen der EW AG drohen Haftstrafen
Von Patrick Reichelt

Nach fast drei Jahren Ermittlungen zu Geschäften des früheren „Gorch Fock“-Sanierers Elsflether Werft ist Anklage gegen die frühere Werftleitung und andere Beteiligte erhoben worden. Das haben die Polizeidirektion Oldenburg und die Staatsanwaltschaft Osnabrück am Montagmorgen mitgeteilt. 

Die Untersuchungen richten sich gegen einen Bediensteten des Marinearsenals Wilhelmshaven, ehemalige Vorstandsmitglieder und Mitarbeitende der Elsflether Werft AG (EW AG) sowie Personen von Subunternehmen. Laut eines Berichts des "Spiegel" drohen den beiden Ex-Vorständen der beteiligten EW AG mehrjährige Haftstrafen. Neben Untreue wirft ihnen die Staatsanwaltschaft demnach unerlaubte Bankgeschäfte, Insolvenzverschleppung und Verletzung der Buchführungspflicht vor. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens muss noch das Landgericht Oldenburg entscheiden. 

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Bereits seit Dezember 2018 wird in dem komplexen Fall ermittelt, den die Beamten selbst als "Mammutverfahren" bezeichnen. Bei 65 Durchsuchungen, unter anderem auch in Bremen, wurden Unmengen an Daten und Akten sichergestellt und ausgewertet. Gegen 98 Beschuldigte wird wegen diverse Straftaten ermittelt. Es geht um mögliche Amtsträgerkorruption, Betrug, Untreue und Insolvenzverschleppung. 

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Die Elsflether Werft AG war Hauptauftragnehmerin bei der Sanierung der „Gorch Fock“ und musste im Februar 2019 Insolvenz anmelden. Die zwei Vorstände hatten Millionen Euro in Nebengeschäfte gesteckt. Die Bremer Lürssen-Werft übernahm die Fertigstellung des Segelschiffs und gab es im Herbst 2021 an die Marine zurück. 

Auf der mehr als 60 Jahre alten „Gorch Fock“ bildet die Marine ihren Offiziersnachwuchs im Seemannshandwerk aus. Für die Generalüberholung des Dreimasters waren zunächst zehn Millionen Euro eingeplant gewesen – nach großen Steigerungen deckelte die frühere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Ausgaben dann auf 135 Millionen Euro.

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