Regionale Landesentwicklung Weser-Ems

Pferdefreunde sind nun anerkannte Stiftung

Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems hat in dieser Woche die 800. Stiftung als rechtsfähig anerkannt. Die Urkunde ging an die Stiftung „Pferdefreunde Sandfeld 8“.
18.07.2021, 05:00
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Von Georg Jauken
Pferdefreunde sind nun anerkannte Stiftung

Auf dem Hof des verstorbenen Werner Günter Brusch im Elsflether Ortsteil Sandfeld dreht sich in Zukunft alles um eine artgerechte Pferdehaltung.

Georg Jauken

Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems hat in dieser Woche die 800. Stiftung als rechtsfähig anerkannt. Die Urkunde durfte der Vorstand der Stiftung „Pferdefreunde Sandfeld 8“ in Empfang nehmen.

Die neue Stiftung hat ihren Sitz in Elsfleth. Ihr Zweck ist die Förderung des Tierschutzes, insbesondere der artgerechten Pferdehaltung. Erreicht werden soll der Zweck durch die Aufnahme von Pferden auf einem Hof am Rande Elsfleths, wo ältere Pferde in Würde ihre letzten Jahre verbringen sollen. Außerdem sind Angebote geplant, um Kindern und anderen interessierten Gästen den Kontakt mit Pferden zu ermöglichen und ihnen auf diese Weise die Voraussetzungen für eine artgerechte Pferdehaltung zu vermitteln. Mittelfristig ist eine weitere Öffnung des Hofes vorgesehen, unter anderem als außerschulischer Lernort. Weiterhin sind spezielle Angebote etwa für Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen oder auch für die Kinderkrebshilfe vorgesehen.

Werner Brusch hatte ein großes Herz für Tiere

Die Gründung der Stiftung geht auf das Testament des im Mai verstorbenen Werner Günter Brusch zurück. „Werner Brusch hatte ein großes Herz für Tiere, besonders für Pferde“, sagt seine Schwägerin Uschi Holz, die zusammen mit Eske Marquardt und Edgar Ziemke den Stiftungsvorstand bildet. „Wir freuen uns, dass wir durch die Stiftungsgründung auch nach seinem Tod etwas für das Tierwohl tun können." Brusch selbst hatte bereits ältere Pferde bei sich aufgenommen und auf dem Reitplatz gegenüber von seinem Hof in der Ortschaft Sandfeld Westernreiten für Kinder angeboten.

Der Hof bildet nun den Kern des Stiftungsvermögens. Dazu gehören das Wohnhaus, die Stallungen und 3000 Quadratmeter Land. Hinterlassen hat Brusch außerdem zwei Pferde und einige Kutschen, die für Ausfahrten und für Therapiestunden genutzt werden können. Um die laufenden Kosten zu decken, ist die Vermietung des Wohnhauses geplant. Das benötigt allerdings zuerst eine Sanierung.

„Wir haben lange überlegt, machen wir das oder nicht“, sagt Uschi Holz, die als Rentnerin in Bad Zwischenahn etwa eine Autostunde von dem Hof entfernt lebt. „Mittlerweile sind wir motiviert und guter Dinge.“ Zusammen mit Eske Marquardt und Edgar Ziemke plant sie inzwischen das Entrümpeln und die Sanierung des Wohngebäudes. Bis zum Winter würden außerdem neue Pferdeboxen gebraucht.

Bestand der Stiftungen in Niedersachsen hat sich in 20 Jahren verdreifacht

Bis es alle geplanten Angebote gibt, kann es daher noch etwas dauern. „Da sind noch ein paar Hausaufgaben zu machen“, weiß auch Olaf Klaukien vom Amt für regionale Landesentwicklung. Bei neuen Stiftungen käme das jedoch öfter mal vor. Die Vermögenswerte, um die Stiftungszwecke zu erfüllen, seien auf alle Fälle vorhanden. „Sonst hätte es keine Anerkennung gegeben.“

Der Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung im Weser-Ems-Gebiet, Franz-Josef Sickelmann, wünschte dem Stiftungsvorstand anlässlich der Urkundenübergabe viel Erfolg und dankte ihm für die Übernahme der ehrenamtlichen Vorstandsaufgaben. „Ein solches Amt ist nicht nur Ehre, sondern immer auch Verpflichtung. Es ist daher nicht selbstverständlich, dass Sie dem Wunsch von Herrn Brusch, seine Stiftung zu führen, entsprochen haben."

Trotz solcher Verpflichtungen hält der Trend zur Stiftung ungebrochen an. „Alleine im ersten Halbjahr 2021 wurden vierzehn neue Stiftungen als rechtsfähig anerkannt“, erläuterte Sickelmann die Zahlen für die Region Weser-Ems. „Der Stiftungsbestand hat sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als verdreifacht."

Zur Sache

Zahl der Stiftungen steigt

Nicht nur im Weser-Ems-Gebiet, sondern bundesweit: Die Zahl der Stiftungen steigt seit zwei Jahrzehnten kontinuierlich an. Wies die Statistik des Bundesverbands Deutscher Stiftungen für das Jahr 2001 noch 10.503 Stiftungen aus, waren es Ende 2020 mit 23.876 Stiftungen mehr als doppelt so viele.

Allein in Niedersachsen stieg die Zahl der Stiftungen im Jahr 2020 um 53 auf 2421, eine Zunahme um 1,7 Prozent. In Bremen gab es zum Jahresende 2020 337 Stiftungen. Das sind 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bezogen auf die Bevölkerungszahl lag Niedersachsen mit 30,3 Stiftungen pro 100.000 Einwohner allerdings deutlich hinter Bremen mit 49,5. Als Stiftungshochburgen gelten Darmstadt (152), Würzburg (101) und Oldenburg mit 85 Stiftungen pro 100.000 Einwohner.

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