1. Faustball-Bundesliga Nord der Frauen

Abstieg des Lemwerder TV steht fest

0:8 Punkte beim Doppelspieltag auf eigener Anlage und einen Tag später in Schneverdingen haben dazu geführt, dass der LTV bereits einen Spieltag vor Saisonende nicht mehr zu retten ist.
23.06.2019, 17:38
Lesedauer: 3 Min
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Von Jens Pillnick
Abstieg des Lemwerder TV steht fest

Die Abwehr des LTV, hier mit Darja Kohlwes, zeigte – in welcher Formation sie auch immer spielte – beim Heimspieltag erhebliche Abstimmungsprobleme.

Christian Kosak

Lemwserder. Das Abenteuer 1. Faustball-Bundesliga Nord der Frauen geht für den Lemwerder TV zu Ende. Nach 0:8 Punkten an diesem Wochenende ist der rettende drittletzte Rang in den beiden ausstehenden Partien nicht mehr erreichbar und damit steht der Abstieg fest. Beim Heimspieltag am Sonnabend gegen Leverkusen (1:3) und Kellinghusen (1:3) versäumte es der LTV, auf Tuchfühlung zu TK Hannover zu bleiben. Gestern erwiesen sich zudem Tabellenführer TV Jahn Schneverdingen und der SV Moslesfehn als eine Nummer zu groß. „Wir müssen in den sauren Apfel des Abstiegs beißen. Aber wir wussten ja, dass es schwer wird“, zeigte sich LTV-Trainer Arthur Dick gefasst.

Der achte und letzte Spieltag, an dem der Lemwerder TV am kommenden Sonntag (Beginn 11 Uhr) auf den gastgebenden Ohligser TV und TK Hannover trifft, hat somit für das Wesermarsch-Team nur noch statistischen Wert. Allerdings können die Ergebnisse des Lemwerder TV noch Einfluss darauf haben, welche Mannschaft ebenfalls den Weg in die 2. Liga antreten muss.

6. Spieltag: Lemwerder TV gegen Bayer 04 Leverkusen 1:3 (6:11, 12:14, 11:8, 7:11) und VfL Kellinghusen 1:3 (6:11, 11:9, 8:11, 3:11): Stimmung gut, Abstimmung weniger – so die Situation beim Heimspieltag, der die Hoffnungen nicht erfüllte. Den LTV-Frauen gelang es einmal mehr nicht, die gute Stimmung im Team und das ganze Potenzial auf das Feld zu bringen. Gegner Leverkusen nutzte die Abstimmungsprobleme in der LTV-Abwehr, in der verschiedene Formationen mit Janika Seemann, Kira Hoffmann, Saskia Gelhaus und Darja Kohlwes ausprobiert wurden, gnadenlos aus und punktete unter dem Motto: Ab durch die Mitte. "So hieß es immer wieder: meiner oder deiner"?, stellte Trainer Arthur Dick fest. Punktverluste dieser Art schmerzen besonders, hängende Köpfe sind die Folge. "Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir auch dafür kämpfen", forderte Dick 100-prozentigen Einsatz, den die Spielerinnen offensichtlich abrufen wollten, aber nicht konnten. "Der Kopf hat zugemacht, obwohl sie wissen, dass sie es können", suchte Dick nach Gründen für die Sperre bei seinen Spielerinnen: "Sie machen sich viel zu viele Sorgen um Kleinigkeiten.

An Kleinigkeiten lag es auch letztlich nur, dass nach dem ersten auch der zweite Durchgang verloren ging. Und das mit 12:14. Trotzdem berappelten sich die LTV-Frauen und verkürzten auf 1:2. Dann war gegen die Rheinländer aber Endstation. „Es war viel mehr drin“, bilanzierte Arthur Dick.

Gegen Kellinghusen holten sich die Gastgeber den zweiten Durchgang, doch das 8:11 im dritten erwies sich als Knackpunkt. Im vierten Satz war die Gegenwehr nur noch gering. „Ich war schon frustriert. Es war nicht unmöglich, die Spiele zu gewinnen“, gab Arthur Dick zu Protokoll. Nach dem bitteren sportlichen Ausgang hob das gute Miteinander (Dick: „Eine Topmannschaft“) im Anschluss aber schnell wieder die Stimmung. Dick: „Wir haben noch zusammengesessen, Pizza gegessen und gequatscht.“

7. Spieltag: Lemwerder gegen SV Moslesfehn 0:3 (6:11, 4:11, 6:11) und TV Jahn Schneverdingen 0:3 (5:11, 7:11, 5:11): Tabellenführer TV Jahn Schneverdingen kassierte an diesem Wochenende zwar seine erste Niederlage, aber nicht gegen den Lemwerder TV, sondern bereits am Sonnabend gegen Brettorf. Der LTV war weit davon entfernt, in den Bereich einer Überraschung zu kommen. "Es war schwer anzusehen, wie die Spielerinnen sich abgerackert haben", erklärte Arthur Dick, der die Belastung von vier Spielen binnen zwei Tagen als für seine Mannschaft zu hoch einstufte: "Die Energie war weg, unser Spiel war ohne Dynamik. Wir konnten den Gegnern nicht Paroli bieten.

Das galt auch für die erste Sonntagpartie, in der der LTV insgesamt 16 Bälle, und damit einen weniger als gegen Schneverdingen, holte. Vor den zwei Spielen am Stück hatten sich der LTV in der Zuschauerrolle befunden und ein Spitzenspiel auf hohem Niveau gesehen, das Schneverdingen mit dreimal 11:9 gewann. „Da haben wir gute Spielzüge gesehen und man hat gemerkt, dass beide Mannschaften da oben bleiben wollen“, urteilte Arthur Dick. Und er stellte auch fest, dass der Lemwerder TV mehr machen müsse, um in der 1. Bundesliga zu bestehen. Nun geht es aber in wohl unveränderter Formation in der 2. Bundesliga Nord in der Halle weiter, lediglich hinter dem Mitwirken von Kira Hoffmann steht wegen eines geplanten Auslandssemesters ein Fragezeichen. „In der 2. Bundesliga werden wir deutlich besser vorankommen“, klingt bei Arthur Dick durch, dass er sich irgendwie auf siegreichere Zeiten freut. Das Gute an der sportlich derzeit nicht so prickelnden Situation: Das Miteinander hat in dieser wenig erfolgreichen Erstliga-Saison nicht gelitten.

LTV: Suhren, Kohlwes, Gelhaus, Janika Seemann, Langpaap, Hoffmann, Besser.

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