Außendeichsiedlung Spielplatz wird umgestaltet

Er ist mit zwei Geräten minimalistisch ausgestattet. Außerdem muss Lemwerders Außendeichsiedlung für den Hochwasserschutz fitgemacht werden. Wie der Spielplatz künftig aussehen kann, wird jetzt vorgestellt.
13.11.2021, 12:00
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Spielplatz wird umgestaltet
Von Barbara Wenke

Mütter und Väter haben ihn im Sommer zu Lemwerders Spielplatz mit der schönsten Aussicht gekürt: den Bolzplatz samt Spielgeräten am Vereinsheim der DJK Wasserwanderer in der Außendeichsiedlung. Der Blick über die Spundwand auf die Weser verkürzt den betreuenden Eltern die Wartezeit. Für den spielenden Nachwuchs ist die Anlage mit zwei Schaukeln und zwei Federwippen allerdings sehr übersichtlich. Jetzt plant der Gemeinderat eine Umgestaltung.

Im Juli hatten sich zahlreiche Eltern und Kinder auf den Weg gemacht, um Spielplätze im Gemeindegebiet zu testen. Ihr Urteil zur Anlage an der Weserstraße: Mit den Hallen der Lürssen-Werft im Hintergrund wäre es genau das richtige Ambiente für einen Wasserspielplatz. Der wird es aber wohl nicht werden.

Die Gemeindeverwaltung plant, zusätzlich zu den vorhandenen Geräten ein für Rollstuhlfahrer geeignetes, barrierefreies Karussell sowie ein Fitnessgerät zu installieren. Beide Geräte seien bereits bestellt worden. Kostenpunkt rund 18.300 Euro. Das Karussell schlägt mit 8185 Euro zu Buche, das Fitnessgerät mit 10.126 Euro.

Bolzplatz wird kleiner

Aufgebaut werden sie nicht mehr neben den vorhandenen Geräten an der Stirnseite des Bolzplatzes, sondern an der Längsseite. Auch der jetzige Spielplatz muss wohl spätestens im Jahr 2024 von seinem angestammten Platz weichen, denn dann sollen Arbeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Außendeichsiedlung beginnen. Der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beabsichtigt, die Spundwand um einen Meter zu erhöhen. In Zuge der Maßnahme muss das gesamte Areal baulich verändert werden. "Das bedeutet, dass die Spielgeräte mit Einsetzen der Bautätigkeit von ihrem jetzigen Standort entfernt werden müssen", teilt die Gemeindeverwaltung in ihrer Einladung zum Ausschuss für Bauen und Straßen mit, der am Donnerstag, 18. November, öffentlich tagt.

Die neuen Geräte sollen zwischen dem neu anzulegenden, ansteigend verlaufenden Weg von der Weserstraße zur Spundwand und dem Bolzplatz angeordnet werden. Der Bolzplatz wird durch die Baumaßnahme und die Anordnung der Spielgeräte von zwei Seiten her verkleinert. Statt 33 mal 28 Meter wird er 30 mal 23 Meter messen. Damit ist er aber immer noch mehr als doppelt so groß, wie es Bolzplatz-Empfehlungen vorsehen. Experten raten zu einer Mindestgröße von 24 mal zwölf Metern. Die vorhandenen Spielgeräte sollen bis zum Einsetzen der Bautätigkeit weitergenutzt werden. Dann werde entschieden, ob eine Umsetzung noch lohnt oder ob eine Ersatzbeschaffung erforderlich ist, so die Gemeindeverwaltung.

Baum muss weichen

Planen soll das Bauamt auch an einer anderen Stelle im Ort. Die FDP hat beantragt, einen Fuß- und Radweg zu verlegen – und zwar dort, wo die Wiesenstraße in die Stedinger Straße mündet. Grundsätzlich spreche nichts gegen eine Verlegung, teilt die Verwaltung in der Sitzungsvorlage mit. Es gelte aber vier Punkte zu beachten: Ohne die Kosten im Detail ermittelt zu haben, geht die Verwaltung von einem erheblichen Kostenaufwand aus. Zudem würde ein Baum mit circa 25 Zentimeter Stammdurchmesser weichen müssen. Das Land Niedersachsen als Eigentümerin der Fläche müsse einbezogen werden. Und mit der Straßenbauverwaltung seien rechtliche Fragen zu klären, da der Streifen im rechtlichen Sinne kein Fuß- und Radweg mehr sei. Seit die Beschilderung entfernt wurde, die den Weg als Fuß- und Radweg auswies, dürften Radfahrer bereits ebenso die Straße nutzen. Als Sofortmaßnahme bietet das Bauamt an, durch Stutzen einer Hecke ein optimiertes Sichtdreieck herstellen zu lassen.

Des Weiteren wird die Verwaltung in der Sitzung über Veränderungen auf dem Betriebshof informieren. Dabei geht es um Auftragsvergaben in Höhe von rund 23.500 Euro, die Bestellung zweier Fahrzeuganhänger sowie die Vorstellung der neuen Werkstattausrüstung. Die Planung einer Regenwassernutzungsanlage sei wegen des Nachtragshaushaltes und notwendiger Einsparungen noch nicht in Angriff genommen worden, teilt die Verwaltung mit. Seitens der Wohnungsbau Wesermarsch wurden allerdings Lärmschutzwände für den Betriebshof bestellt. Mit deren Aufstellung rechnet das Rathaus noch in diesem Jahr.

Brandruine im Fokus

Auf der Tagesordnung stehen ferner die Überschriften "Haushaltsberatung 2022", "Straßen- und Wegebau 2022" sowie "Situation an der Deichshauser Straße 8 (Brandruine)". Am ersten Novemberwochenende 2018 waren an der Deichshauser Straße im Ortsteil Altenesch zwei Reetdachhäuser Bränden zum Opfer gefallen. 

Die Gemeindeverwaltung weist darauf hin, dass für Teilnehmer der Ausschusssitzung die bestehenden Abstandsregelungen gelten. Deshalb steht für Besucherinnen und Besucher auch nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung. Eine Anmeldung per Mail an wien@lemwerder.de ist nötig. Es gilt die 3-G-Regelung.

Zur Sache

Zwei weitere Ausschüsse tagen

Bereits um 18.30 Uhr tagt am Donnerstag, 18. November, der Ausschuss für Feuerwehrwesen, Sicherheit und Ordnung öffentlich im Saal des Lemwerderaner Rathauses. Im Mittelpunkt der Sitzung stehen die Beratungen des Haushalts 2022. Die Verwaltung wird den Ratsvertretern sowie der interessierten Öffentlichkeit Besonderheiten des Schriftwerks erläutern.

Das Rathaus teilt bereits im Vorfeld der Sitzung mit, dass die im Haushaltsentwurf eingeplanten Positionen aus ihrer Sicht zeitlich unabweisbar und so kalkuliert sind, dass sie innerhalb eines Jahres umgesetzt werden können. Damit soll eine Übertragung von Haushaltsermächtigungen ins Folgejahr vermieden werden.

Nach der Sitzung des Bauausschusses, aber um frühestens 20 Uhr, tagt der Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus. Neben Anfragen und Mitteilungen einziger Tagesordnungspunkt sind diese Themenfelder betreffende Haushaltsberatungen. An den Donnerstagen, 25. November und 2. Dezember, stehen Etatberatungen in weiteren Ausschüssen auf der Tagesordnung.

Info

Der Ausschuss für Bauen und Straßen des Gemeinderates Lemwerder kommt am Donnerstag, 18. November, um 19 Uhr zu einer öffentlichen Sitzung im Saal des Rathauses, Stedinger Straße 51, zusammen.

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