Wahl: Kandidaten beziehen Stellung Sprechstunden in den Außenbezirken

Am Sonntag wird die Bürgermeister-Briefwahl in Lemwerder ausgezählt. Die Kandidaten Brigitta Rosenow, Christina Winkelmann und Michael Lühmann planen Neuerungen für die Außenbezirke und stellen Wünsche vor.
21.01.2021, 05:00
Lesedauer: 5 Min
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Sprechstunden in den Außenbezirken
Von Barbara Wenke

Am kommenden Sonntag entscheidet sich, wer am 1. April Regina Neuke auf dem Chefsessel der Lemwerderaner Gemeindeverwaltung nachfolgen wird. Mit Brigitta Rosenow, Christina Winkelmann und Michael Lühmann bewerben sich drei langjährige Einwohner der Gemeinde um das Bürgermeisteramt. Kurz vor der Wahl, die aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr als reine Briefwahl durchgeführt wird, äußern sich die drei Kandidaten dazu, wie sie alle Lemwerderaner ansprechen wollen, welches Lieblingsprojekt sie umsetzen möchten und wie sie sich weiter für die Gemeinde engagieren werden, falls die Wahl auf einen Mitbewerber fällt.

Wie lassen sich Ihrer Meinung nach die Außenbezirke stärker einbinden?

Brigitta Rosenow: Ganz konkret? Einfach zuhören, was die Wünsche der Menschen in den Außenbezirken sind. Straßen sanieren, wenn sie saniert werden müssen, und nicht Jahre damit warten wie bei der Ollen- und der Kastanienstraße. Die Außenbezirke dürfen bei Infrastrukturprojekten nicht vergessen werden. Die Mobilität erhöhen durch bessere Fuß- und Fahrradwege und Busanbindungen. Feuerwehren und Kindergärten (Dorfgemeinschaftshäuser) müssen gut ausgestattet werden. Gerade in den Außenbezirken wird dringend eine bessere Internetverbindung benötigt. Ich plane Sprechstunden vor Ort und die Förderung von Dorfgemeinschaftsprojekten.

Christina Winkelmann: Sobald dies möglich ist, würde ich mich persönlich vorstellen wollen, sonst vorab digital. Zusätzlich kann ich mir eine Bürgersprechstunde vor Ort vorstellen, denn es ist mir wichtig, die Interessen der dort lebenden Menschen zu kennen, zum Beispiel mit Blick auf die Verbesserung des Netzanschlusses, den Bedarf an Kitaplätzen, die Schaffung von Wohnraum, den Ausbau der Rad- und Gehwege und die Etablierung von Angeboten für Jung bis Alt. Im Dialog möchte ich Ideen entwickeln und mit der Politik und den Menschen umsetzen. Stichwort: Bürgerforum vor Ort. Außerdem würde ich den Austausch und die Zusammenarbeit aller Ortsteile unterstützen.

Michael Lühmann: Viele unserer Diskussionen drehen sich zunächst um innerörtliche Themen und werden auch innerorts geführt. Die Außenbezirke kommen immer zum Zentrum. Warum nicht ein Rollentausch? Meine Idealvorstellung in diesem Zusammenhang: Rats- und Ausschusssitzungen finden in festen Rhythmen in den Dorfgemeinschaftshäusern Altenesch und Bardewisch statt. Die Außenbezirke haben so viel bessere Möglichkeiten der Teilnahme. Und es schärft die Sinne für die Probleme, Wünsche und Erwartungen der Außenbezirke. Mit schärferen Sinnen kann man auch besser handeln. Ich hoffe, den Gemeinderat von dieser Sicht überzeugen zu können.

Welches Projekt würden sie in Lemwerder gerne anschieben?

Brigitta Rosenow: Das Motto der Gemeinde Lemwerder lautet „Zukunft am Fluss“. Dieses Motto möchte ich gerne unterstreichen. Ein Wunschprojekt von mir wäre ein echter Strand an der Weser in Ritzenbüttel, klein aber fein, mit Sand ähnlich wie in Warfleth und von der Größe wie beim Café Sand in Bremen. Nachhaltiges Wohnen und Arbeiten und die Natur mit heimischen Sträuchern, Bäumen und Spazierwegen erleben, das wäre möglich an weiteren Flächen entlang der Weser, die als Quartier erschlossen werden könnten.

Christina Winkelmann: Es stehen bereits große Projekte auf der Agenda, wie zum Beispiel der Bau der neuen Grundschule, die Planung der Ganztagsbetreuung, die Ortskernentlastungsstraße, die Ansiedlung von Gewerbe, der Ausbau des Breitbandanschlusses oder die Etablierung des Klimamanagers. Mit deren Umsetzung und der Führung ist eine Menge zu tun, auch die Belastbarkeit der Mitarbeitenden muss im Blick behalten werden. Hinzu kommt die Digitalisierung und Vernetzung der Verwaltung. Mein Wunsch: Eine Homepage, die den Service für die Bürger und die Information verbessert und die Möglichkeit zur Beteiligung bietet. Dabei soll die persönliche Beratung bestehen bleiben, damit der Zugang offen auch für diejenigen ohne Gerät bleibt.

Michael Lühmann: In Lemwerder sind in den letzten Jahren schon sehr wichtige und richtungsweisende Projekte angeschoben worden. Zum Beispiel die Sanierung der Eschhofsiedlung, der Krippenneubau und die Planung der neuen Grundschule. Neben allen von mir bereits in diversen Foren geäußerten Ideen für die Zukunft wären für mich die aktuell wichtigsten Projekte: Drachenfest 2021 und ein Musikevent für jüngere Generationen. Sie hätten Symbolwert. Sie bedeuten: wir haben endlich die Covid-19-Pandemie mit allen Begleiterscheinungen überwunden. Gemeinsam feiern, lachen, essen, trinken, kommunizieren – das fehlt. Wir brauchen es wieder.

Auf dem Chefsessel im Rathaus ist nur Platz für eine Person. Sollte es mit dem Bürgermeisteramt für Sie nicht klappen, wie würden Sie sich dann künftig für Lemwerder engagieren?

Brigitta Rosenow: Seit 2010 mache ich aktiv Politik, seit 2011 sitze ich im Gemeinderat. Hier setze ich mich ein für die Belange Lemwerders – mit sehr viel Zeit und Engagement. Wenn ich nicht Bürgermeisterin werden sollte, werde ich mich weiterhin für die Gemeinde einsetzen. Am 12. September sind Kommunalwahlen und ich plane, mich wieder für die Grünen für den Gemeinderat aufstellen zu lassen. Solange „Politikmachen“ mir Spaß macht, werde ich mich engagieren. Und ich freue mich, wenn ich bei Wahlen den Zuspruch finde. Ich möchte die Gemeinde ein Stück grüner und lebenswerter machen – das ist ein kontinuierlicher Prozess und endet nicht mit einer Wahlperiode.

Christina Winkelmann: Meine Motivation für diese Kandidatur ziehe ich aus meiner Verbundenheit zu Lemwerder. Aus der gleichen Verbundenheit habe ich in den letzten 20 Jahren meine Kraft und Energie für die Ausübung meiner Ehrenämter gezogen. Ich bin somit vom Miteinander geprägt und das wird auch so bleiben. Ich würde mich weiterhin über meine Ehrenämter für das Gemeinwohl und die Gestaltung Lemwerders engagieren. Dabei wird es so wie bisher Schnittstellen zur Verwaltung, zum Rat und zur Politik geben. Denn auch wenn man sich ehrenamtlich engagiert, gibt es immer wieder Themen, in die man sich politisch einbringt, weil man Standpunkte vertritt oder Ziele erreichen möchte.

Michael Lühmann: Ich sehe dem 24. Januar sehr entspannt entgegen. Ich war und bin immer in der Außenseiterrolle. Dementsprechend gibt es für mich natürlich einen Plan B. Der sieht ein weiteres Engagement in der UWL vor. Im September sind Kommunalwahlen. Der Gemeinderat bekommt ein neues Gesicht. Ich möchte Teil des Gemeinderats sein und Lemwerder mitgestalten. Wenn nicht als Bürgermeister, dann als Mitglied der Fraktion der Unabhängigen Wähler. Deshalb würde ich für die UWL antreten und versuchen, im Gemeinderat viele meiner bereits während der aktuellen Wahlwerbephase formulierten Ideen einzubringen.

Info

Zur Person

Brigitta Rosenow (53)

sitzt seit neun Jahren für Bündnis 90/Die Grünen im Gemeinderat. Die verheiratete Mutter dreier Töchter ist Ingenieurin für Umwelttechnik.

Christina Winkelmann (49)

tritt als Parteilose an. Die verheiratete Mutter zweier Töchter ist Assistentin der Leitung einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Michael Lühmann (50)

Das Gründungsmitglied der UWL ist verheiratet und Vater zweier Töchter. Er arbeitet als Reha-Berater einer Berufsgenossenschaft.

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