Christina Winkelmann will antreten Erste Kandidatin für Neuke-Nachfolge

Christina Winkelmann strebt das Bürgermeisteramt in Lemwerder an. Die Vorsitzende des Großvereins LTV tritt im Frühjahr als parteilose Kandidatin für die Nachfolge von Amtsinhaberin Regina Neuke an.
06.05.2020, 06:15
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Erste Kandidatin für Neuke-Nachfolge
Von Barbara Wenke

Der Wahltermin steht noch nicht fest. Aber die erste Kandidatin hat sich positioniert. Christina Winkelmann kann sich vorstellen, Regina Neuke auf dem Chefsessel im Rathaus in Lemwerder nachzufolgen. Die 49-Jährige will sich im kommenden Frühjahr zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters beziehungsweise der Bürgermeisterin der Gemeinde stellen.

Als Regina Neuke Ende Januar verkündete, nicht wieder zur Wahl antreten zu wollen, habe sie noch nicht mit dem Gedanken gespielt, die Nachfolgerin werden zu wollen, sagt Christina Winkelmann im Pressegespräch. „In einer Elternrunde hat mich irgendwann jemand gefragt, ob das nicht etwas für mich wäre“, berichtet sie weiter. Mehrere Wochen hat sie sich Gedanken über die Frage gemacht, zuerst alleine, dann mit ihrem Mann und schließlich mit den beiden Töchtern. Das Fazit der Familie: Die Mama soll’s versuchen.

Christina Winkelmann ist eine Macherin. Eine, die einspringt, wenn jemand gebraucht wird. So zum Beispiel 1998, als der damalige LTV-Vorstand auf einer Mitgliederversammlung gerade mit seinem Wunsch nach einer Fusion mit drei anderen Lemwerderaner Sportvereinen zu einem Großverein gescheitert war. „Damals wurde eine Kassenwartin für den Notvorstand gebraucht“, erinnert sich Christina Winkelmann, die bis dahin Übungsleiterin mehrerer Frauen- und Kindergruppen im Verein war. „Meine Oma hat gesagt: ‚Du kannst das. Ist doch nur für acht Wochen.‘“ Bei der Erinnerung muss Christina Winkelmann lächeln. „Aus den acht Wochen sind jetzt 22 Jahre geworden.“

Aus der Notvorstand-Kassenwartin wurde 1998 die reguläre Kassenwartin des Lemwerder Turnvereins, später die stellvertretende Vorsitzende. Seit 2013 führt sie den rund 1500 Mitglieder starken Großverein. „Wir sind ein gutes Team“, sagt die Frau, die selbst sportlich im LTV groß geworden ist.

Als Kind hat sie im LTV geturnt. Wettkampfmäßig. „Auf niedrigem Niveau“, wie sie betont. „Ich habe mal am Deutschen Turnfest teilgenommen, aber zum Spitzensport hat’s nicht gereicht. Tennis war da schon besser.“ Im Spiel mit dem kleinen gelben Filzball hat es die Lemwerderanerin bis in die zweithöchste deutsche Liga geschafft. Noch heute springt sie, wenn die Zeit es zulässt, als Ersatzspielerin für den Bremer TV Süd ein. „Der LTV hat keine Mannschaft in der Spielstärke“, bedauert die Vereinsvorsitzende.

Winkelmann engagiert sich vielfältig. Als Mutter hat sie sich von Anfang an in die Elternarbeit im Ort eingebracht. Mit Beginn der Kindergartenzeit ihrer älteren Tochter im Sommer 2008 hat die heute 49-Jährige Aufgaben als Elternvertreterin übernommen. Zuerst im Kindergarten, dann in der Schule. In der Kita, deren Hort die jüngere Tochter noch besucht, sitzt Christina Winkelmann mittlerweile dem Elternbeirat vor. In der Grundschule ist sie ebenso Elternvertreterin wie im örtlichen Gymnasium. In beiden Schulen gehört sie zudem dem Schulvorstand an. „Das Thema Bildung und Betreuung liegt mir besonders am Herzen“, sagt die Bürgermeister-Kandidatin.

Ein Pfund, mit dem sie wuchern könne, seien ihre guten Kenntnisse der Region, sagt Christina Winkelmann, die in Lemwerder aufgewachsen ist. „Ich kenne viele Akteure – aus meiner Kindheit, als Vorsitzende des Lemwerder Turnvereins und als Mutter.“ Vernetzt sei sie zudem gut mit weiteren Vereinen, der Kirche und der Werbegemeinschaft.

Auch wenn sie sich den Job der Bürgermeisterin mittlerweile sehr wohl zutraut und aus dem privaten Umfeld und von engen Freunden viel Zustimmung erfahren hat, wollte Christina Winkelmann ihre Entscheidung nicht nur auf freundliche Worte stützen. Mit einem dicken Fragenkatalog hat sie sich deshalb an Regina Neuke gewandt. Die Kandidatin wollte von der Amtsinhaberin wissen, welche Voraussetzungen sie mitbringen muss, wie es um die Arbeitszeiten steht oder wie die Belastung allgemein aussieht. „Im Internet gibt es keine Stellenbeschreibung“, erklärt sie ihren Vorstoß.

Anschließend suchte sich Christina Winkelmann einen professionellen Coach. „Ich wollte noch mit einer neutralen Person sprechen“, erläutert die Kandidatin ihr Vorgehen. „Das Gespräch hat mich sehr in meiner Entscheidung vorangebracht.“

Nun hat sich die Lemwerderanerin als erste Kandidatin um die Neuke-Nachfolge ins Gespräch gebracht. In den vergangenen Tagen hat sie sich bereits bei den politischen Gruppierungen der Gemeinde vorgestellt und von SPD und CDU nach eigenen Worten „sehr positive Signale“ wahrgenommen. Insgesamt, sagt sie, würde sie sich freuen, „wenn ich von allen unterstützt würde.“ Denn eines ist sicher: Ein Parteibuch möchte Christina Winkelmann nicht erwerben.

„Ich habe mich bewusst für eine parteilose Kandidatur entschieden“, sagt die Quereinsteigerin, die nach dem Abitur an einem Schulzentrum in Bremen-Lesum eine Ausbildung zur Europasekretärin absolvierte. „Ich möchte über Sachthemen in einen Dialog eintreten“, fügt die langjährige rechte Hand des früheren A&R-Werftchefs Hermann Schaedla an, die heute als persönliche Assistentin des Leiters der Abteilung für Daten getriebene Organisation des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG tätig ist.

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