Lemwerder TV

Die zehnjährige Spielpause beendet

Die Abwehr-Spielerin Anita Lugavic hat eine zehnjährige Pause gemacht, konnte aber letztlich nicht von ihrer Lieblingssportart Faustball lassen.
22.07.2020, 16:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Schnell
Die zehnjährige Spielpause beendet

Oft wird Lemwerders Neuzugang Anita Lugavic von ihren Teamkolleginnen zum Faustball-Training von zu Hause in Woltmershausen abgeholt. Die Ex-Borgfelderin blickt auf eine sehr lange Pause zurück und greift jetzt am 30. August auch wieder ins Spielgeschehen ein.

fotos: FR

Eine Pause kann man durchaus schon einmal machen. Aber eine zehnjährige Unterbrechung der sportlichen Laufbahn ist schon ein richtiges Pfund. Anita Lugavic hat dies gemacht, konnte aber letztlich nicht von ihrer Lieblingssportart Faustball lassen – und heuerte beim Lemwerder TV an. Sehr geholfen haben dabei auch ihre ehemaligen Mitstreiterinnen vom TSV Borgfeld, Anika Langpaap und natürlich Saskia Gelhaus. Die Neue von der anderen Weser-Seite hat ihre Stärken in der Abwehr – „ich bin keine Schlagfrau“.

Die Faustball-Karriere begann für den LTV-Neuzugang beim TV Bremen-Walle 1875 im Jahr 1999, und bereits hier hatte die 29-Jährige Kontakt mit der jetzigen LTV-Spielerin Andrea Besser, die zurzeit an einer Knieverletzung laboriert. Hiernach ging die sportliche Reise für die in Woltmershausen wohnende Anita Lugavic für zwei Jahre weiter nach Borgfeld.

Bereits seit Oktober vergangenen Jahres trainiert die in Walle geborene Lugavic nun bereits beim Trainertrio Sandra Weigt, Patrick Bartelt und Arthur Dick. Aufgrund ihrer sehr langen Trainingspause nahm die Neu-Lemwerderanerin aber nur am Training teil. „Ich wollte zu diesem Zeitpunkt erst einmal reinschnuppern. Auch ohne Spiele, weil ich mich in dieser Phase auch beruflich in einer Fortbildung befand“, äußerte sich Anita Lugavic.

Eigentlich sollte ihre Pause insgesamt gar nicht so lange sein. „Nach den verpassten Aufstiegsspielen mit dem TSV Borgfeld in die 2. Bundesliga habe ich mich damals erst einmal auf das Abi konzentriert. Und dann hat es sich in Borgfeld anschließend personell etwas verlaufen. Anika Langpaap und Saskia Gelhaus spielten irgendwann auch nicht mehr bei Borgfeld, und so bin ich dort auch nicht mehr zurückgegangen. Es folgte bei mir eine Ausbildung, und dann hat das faustballtechnisch dort nicht mehr wirklich so gepasst“ (Lugavic). Hip-Hop passte aber weiterhin noch – in Form blieb die 29-Jährige vor allem mit Joggen und Fitness.

Da der Kontakt vor allem zu Saskia Gelhaus nicht abriss, auch nicht, als sie in Hamburg lebte, dachte Anita Lugavic auch in den Gesprächen mit ihrem Freund oft an Faustball. Was fehlte, war der letzte entscheidende Schritt zum Training. Im vergangenen Sommer wurde es dann aber ernst. Über Instagram kam es endlich zu einem Treffen mit Saskia Gelhaus.

Und hier konnte Saskia Gelhaus ihre ehemalige Borgfelder Mitstreiterin Anita Lugavic überzeugen, zum Training nach Lemwerder zu kommen. „Ohne zu zögern, habe ich zugesagt. Nach zehn Jahren musste das Ballgefühl aber erst einmal ein bisschen wiederkommen. Aber das hat mit total viel Spaß gemacht. Schön ist auch, dass ich in Lemwerder viele Spielerinnen aus der früheren Bremer Landesauswahl wie zum Beispiel Stephanie Suhren und Darja Seemann kenne – plus die Trainer Arthur Dick und Patrick Bartelt. Ich bin quasi irgendwie nach Hause gekommen“, so Lugavic.

Zum LTV-Training wird Anita Lugavic oft in Woltmershausen von Saskia Gelhaus und Anika Langpaap eingesammelt. „Dadurch, dass ich hier quasi auf dem Weg nach Lemwerder liege, werde ich meistens abgeholt“, sagte Lugavic. Die Rechtshänderin, die am liebsten auf der rechten Abwehrseite agiert, möchte sich gerne einen Stammplatz beim Lemwerder TV erkämpfen. „Auf jeden Fall hoffe ich, wieder richtig in den Spielablauf zu kommen, und will meine Technik verbessern. Ich glaube, dass es für einen Stammplatz erst einmal nicht reicht. Aber auf längere Sicht wäre es schon schön, wenn das klappen würde. Deswegen versuche ich, jedes Training mitzunehmen, damit ich auch am Ball bleibe.“ Da in Lemwerder der Trainingsbetrieb nicht ruht, kann sich Anita Lugavic weiter verbessern. „Durch Corona haben bei uns alle etwas Nachholbedarf“, sagte Lugavic.

„Einsetzen können wir Anita in der Abwehr und sogar hinten auf beiden Seiten. Sie kann auch in der Mitte spielen, aber hauptsächlich hinten. Ob es für die Stammmannschaft reicht, kann man alles im Moment schwer einschätzen. Wir haben spät mit dem Training begonnen. Janika Seemann war auch lange raus. Da würde ich jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen wollen. Vor allem haben wir auch noch drei junge Mädels im Kader (Kathi Jacobs, Maja und Insa Stuke, Anm. d. Red.), die wir mindestens genauso fördern wollen“, meinte der LTV-Trainer Patrick Bartelt.

Beim 2. Bundesliga-Frauenturnier am Sonntag, 30. August, in Döhlen (Beginn 11 Uhr) bekommt Anita Lugavic nun im Trikot des Lemwerder TV wohl ihre erste Bewährungsprobe. Der zweite und abschließende Spieltag ist für Sonntag, 13. September, terminiert.

Allerdings steht hier noch nicht der Ausrichter fest – bei dem Faustball-Event, bei dem man weder auf- noch absteigen kann. Eigentlich auch eine sehr gute Möglichkeit für Anita Lugavic, sich ohne großen Druck in der Abwehr beim Zweitligisten Lemwerder TV von ihrer besten Seite zu zeigen.

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