SG akquinet Lemwerder

Bis an die Grenze und darüber hinaus

Lemwerders Läufer erfährt im Trainingslager in Österreich viel über die kenianische Philosophie
15.08.2021, 13:54
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann
Bis an die Grenze und darüber hinaus

Jörg Brunkhorst (links) blickt auf ein tolles Event mit dem Kenianer Timothy Kimutai Kirui zurück.

FR

Jörg Brunkhorst von der SG akquinet Lemwerder hat eine sehr besondere Trainingswoche im run2gether-Camp in Kals am Großglockner in Österreich hinter sich. Kals ist rund 1400 Meter hoch gelegen. „Das Motto `2gether`bezieht sich nicht nur auf gemeinsames Lauftraining. Es geht vielmehr darum, voneinander zu lernen, einander zu unterstützen, miteinander Ziele zu erreichen und auf verschiedenen Ebenen voneinander zu profitieren“, teilt Lemwerders Trainer Karl Spieler mit.

Dabei würden Projekte wie Patenschaften, Kindergärten sowie auch andere soziale Projekte entstehen. „Es gibt auch einen run2gether- Kindergarten, der mit den eingenommenen Geldern finanziert wurde“, so Spieler. Auch eine Laufbahn sei dadurch zustande gekommen.

Jörg Brunkhorst absolvierte in Kals insgesamt 14 Einheiten, davon elf Laufeinheiten wie speed work, Hill Work, morning runs oder Trail. Zudem standen drei Einheiten aktive Regeneration und Lauftechnik-Übungen auf dem Programm. Brunkhorst ernährte sich dabei typisch kenianisch, also fleischlos mit viel Gemüse. Dazu gab es das traditionelle und nahrhafte Ugali und Chapati. „Natürlich war Alkohol tabu, da Alkohol Sekunden im Wettkampf kosten können.

Die Preisgelder sichern die Existenz der kenianischen Läufer und deren Familien. Die Kenianer trainieren bevorzugt vormittags mit zwei Einheiten und am Nachmittag mit entsprechendem Athletiktraining“, informiert Karl Spieler.

Gegen Ende der Trainingswoche fand die run2gether-Challenge mit einem sehr anspruchsvollen Trail-Geländelauf über rund sechs Kilometer statt. „Etwas müde von der Woche absolvierte Jörg die Belastungseinheit als Zweiter mit Begleitung eines kenianischen Lauf-Coaches in 24:25 Minuten. Durch die Regenfälle der Vortage war die Strecke sehr aufgeweicht, und die Steigungen forderten den Rest an Energie“, lässt Spieler wissen.

Zum krönenden Abschluss bewältigte Brunkkhorst dann noch die Strecke des Weltmeisterschafts-Masters-Berglaufes mit dem Kenianer Timothy Kimutai Kirui in Telfes im Stubaital. „Timothy ist einer der besten Bergläufer der Welt und die WM-Strecke, bekannt als Schlickeralmlauf, bereits mehrere Male als Sieger gelaufen. Seine Bestzeit beträgt knapp 52 Minuten mit 1200 Höhenmetern auf einer Länge von 11,5 Kilometern. Jörg hatte versucht, alles laufend zu schaffen. Dies gelang ihm nicht ganz. Rund 500 Meter musste er gehen. Aber sonst ist er die Strecke durchgelaufen mit ihren harten und knackigen Steigungen, die oft 30 bis 40 Minuten andauerten“, sagt Karl Spieler. Brunkhorst habe die Strecke mit seinem Weltklasse-Pacemaker in guten 1:35 Stunden bestritten.

„Jörg steckte noch die harte Trainingswoche in den Beinen“, so Spieler. Das Motto der run2gether-Coaches laute: „Egal wie schnell du bist, wir machen dich schneller“. Ob Brunkhorst nun tatsächlich schneller geworden sei, werde sich erst in den nächsten Wochen bei den Laufveranstaltungen zeigen. „Nur eines ist sicher: Diese Laufwoche hat mich härter gemacht, da die Kenianer genau wissen, was und wo deine Grenzen sind. Im normalen Training in Deutschland reizen wir diese oft nicht aus. Die kenianischen Coaches gehen mit dir gerne mal bis ans Limit und darüber hinaus“, bilanziert Jörg Brunkhorst. Zum Abschluss habe er die Kenianer gefragt, ob sie denn nicht vor den großen Rennen aufgeregt wären. „Die Antwort lautete: Nein oder wenn, dann nur ganz wenig“, sagt Brunkhorst.

Die Begründung sei gewesen, dass die Kenianer jeden Tag zwei bis drei Mal laufen würden. Sie seien deshalb voll im Training und jederzeit in der Lage, ihre volle Leistung abzurufen. „Deshalb stellt sich die Frage der Nervosität erst gar nicht“, versichert Jörg Brunkhorst. Bei den Olympischen Spielen in Tokio setzten sich im Marathon, sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern wieder einmal die Kenianer durch.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+